Überraschender Abschied

Daniel Ricciardo verlässt Red Bull am Saisonende - Neues Team steht bereits fest

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Formel 1: Daniel Ricciardo verlässt Red Bull am Saisonende.

Daniel Ricciardo verlässt überraschend das Formel-1-Team Red Bull Racing am Saisonende. Sein neuer Arbeitgeber steht bereits fest. Kommt nun Bewegung in den Fahrermarkt?

Milton Keynes - Der Dauergrinser geht, Red Bull vergeht das Lachen, und Nico Hülkenberg bekommt bei Renault 2019 einen bärenstarken Teamkollegen: Daniel Ricciardo verlässt überraschend zum Saisonende den Red-Bull-Rennstall und schließt sich für die kommenden zwei Jahre dem ambitionierten Werksteam aus Frankreich an. Das teilten beide Formel-1-Rennställe am Freitag mit.

„Das war wahrscheinlich eine der schwierigsten Entscheidungen, die ich in meiner bisherigen Karriere treffen musste. Aber ich dachte, dass es für mich an der Zeit wäre, eine neue Herausforderung anzunehmen“, erklärte Ricciardo, dessen Vertragsverlängerung bei Red Bull lange als Formsache galt.

Daniel Ricciardo wechselt zu Renault: „Ein großer Gewinn für das Team und ein Statement“

Renault-Teamchef Cyril Abiteboul sagte: „Daniels Unterschrift unterstreicht unsere Entschlossenheit, unseren Weg Richtung Spitze weiter zu beschleunigen. Daniels unzweifelhaftes Talent und Charisma sind ein großer Gewinn für das Team und ein Statement.“

Der Emmericher Hülkenberg, derzeit guter Siebter der Fahrer-WM, twitterte: „Willkommen in der Familie, Bro. Ich freue mich, im nächsten Jahr mit dir zusammen auf die Jagd zu gehen.“

Man respektiere Daniels Entscheidung und wünsche ihm „für seine Zukunft alles Gute“, erklärte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Der 29-jährige Ricciardo gehörte ab 2008 zur Red-Bull-Nachwuchsakademie, aus der auch der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel (Heppenheim) hervorging.

Daniel Ricciardo: Sieben Siege mit Red Bull

2014 wurde Ricciardo Vettels Teamkollege und bezwang den amtierenden Champion im Stallduell. Für Red Bull gelangen Ricciardo sieben Siege, darunter Ende Mai beim Prestigerennen in Monaco. Insgesamt stand er 29-mal für die Bullen auf dem Podium.

Allerdings soll dem Australier missfallen haben, dass sein weniger konstanter Teamkollege Max Verstappen (20) öffentlich eine größere Wertschätzung erfährt - die sich im vergangenen Herbst auch finanziell im Zuge der üppig dotierten Vertragsverlängerung des Niederländers bis 2020 manifestierte.

Daniel Ricciardo verlässt Red Bull: Wer übernimmt sein Cockpit?

Red Bull muss nun nach einem zweiten Piloten an der Seite von Verstappen suchen. Ein logischer Kandidat wäre Carlos Sainz jr., der aktuell für Renault fährt, aber vertraglich an Red Bull gebunden ist. Eine weitere Option wäre, den Franzosen Pierre Gasly vom Schwesterteam Toro Rosso zu befördern.

Ricciardo wiederum sucht sein Glück bei einem wirtschaftlich stark aufgestellten Rennstall, der sportlich noch den Anschluss an die Topteams Ferrari, Mercedes und eben Red Bull sucht: 2019 möchte das Werksteam um Siege fahren, im Jahr darauf um die Weltmeisterschaft. Nach zwölf von 21 Saisonrennen hat Renault als WM-Vierter allerdings 82 Punkte auf dem Konto, 141 weniger als der Dritte Red Bull.

Fans der Formel 1 sorgen sich derzeit um Niki Lauda. Der Österreicher hat sich einer Lungentransplantation unterziehen müssen, sein Gesundheitszustand soll ernst sein.

SID

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