Wimbledon: Warten auf neuen Becker - Lisicki weiter

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Benjamin Becker ist ausgeschieden.

London - Wimbledon muss weiter auf einen Becker in der dritten Runde warten. Zehn Jahre nach Boris Becker kam sein Nachfolger Benjamin Becker am Donnerstag auch beim vierten Versuch nicht über Runde zwei hinaus.

Eine prächtige Vorstellung lieferte dagegen Sabine Lisicki , die nach einem 6:2, 6:4 gegen Patricia Mayr aus Österreich als einzige aus dem deutschen Tennisdamen-Quintett in die dritte Runde einzog. Dort wird die kesse Berlinerin, die sich mehr und mehr zum Aushängeschild entwickelt, von Swetlana Kusnezowa gefordert. Keine leichte Aufgabe, denn die Russin hat erst vor zwei Wochen in Roland Garros die French Open gewonnen.

"Auf das Match bin ich gespannt", sagte Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner , die voll des Lobes über ihre Musterschülerin war und ganz und gar nicht schwarz sieht: "Ich glaube, da ist was drin."

Geplagt von einer leichten Bauchmuskelzerrung konnte Benjamin Becker im zweiten Nachbarschaftsduell mit Österreich gegen Jürgen Melzer den Erwartungen nicht standhalten. 6:7 (6:8), 3:6, 6:7 (1:7) unterlag der Sieger von s'Hertogenbosch dem Österreicher, der sich von dem Verdacht angeblicher Wettmanipulationen während seines Auftaktmatches gegen den Amerikaner Wayne Odesnik unberührt zeigte. Wohl auch, weil sich die Verdachtsmomente nicht gegen ihn richten. Das war im All England Lawn Tennis & Crocket Club jedenfalls zu erfahren. Mehr Informationen gab es mit Hinweis auf die laufenden Untersuchungen nicht.

Ein kurzes Gastspiel gab auch Tatjana Malek , die sich wie schon vorher Anna-Lena Grönefeld, Kristina Barrois und Julia Görges aus dem mit 14,7 Millionen Euro dotierten Grand-Slam-Turnier verabschiedete. Mit 6:4, 6:7 (6:8), 4:6 unterlag die 21-Jährige aus Bad Saulgau der Australierin Samantha Stosur und verpasste wieder den Einzug in ihre erste dritte Runde eines der vier Major-Turniere. "Schade, sie hat immer geführt", meinte Rittner. "Aber am Ende hat sie Angst vorm Sieg gehabt." Titelverteidigerin Venus Williams kam dagegen ohne Probleme weiter und trifft nun auf die Spanierin Carla Suarez Navarro.

Die Nase verquollen, aber wieder mit fester Stimme konnte sich Sabine Lisicki über den größten Erfolg in Wimbledon freuen. "Die Allergie macht mir schon Probleme; aber wenigsten kann ich wieder reden", meinte sie. Patricia Mayr machte ihr weniger Schwierigkeiten, nur mit der Konzentration haperte es zeitweise. "Zu Beginn des zweiten Satzes hatte sie eine kurze Schwächephase, ansonsten hat sie das Match aber souverän runtergespielt", meinte Rittner. "Ich bin auch sehr zufrieden", erklärte Lisicki und fügte mit Blick auf den Härtetest gegen Paris-Siegerin Kusnezowa hinzu: "Mal schauen, was geht. Ich bin eine Kämpferin, werde ins Spiel gehen und sicher auch gewinnen wollen. Hoffentlich bin ich nicht zu nervös."

Von Andreas Bellinger, dpa

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