Basketball in China

"Viel Potenzial": Schröder & Co. selbstbewusst für WM-Start

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Gehen selbstbewusst in die WM in China: Deutschlands Basketballer. Foto: Swen Pförtner

Der WM-Start könnte für die deutschen Basketballer kaum schwerer sein. Gegen Frankreich treffen Dennis Schröder & Co. gleich auf einen Titelfavoriten. Der NBA-Star ist dennoch zuversichtlich. Die Szenerie rund um den Vorrundenort ist ungewöhnlich.

Shenzhen (dpa) - Vor den Augen von Dirk Nowitzki geht es für Dennis Schröder & Co. schon fast um alles. Mit einem Sieg im Hammer-Start gegen Mitfavorit Frankreich wollen die deutschen Basketballer den ersten Schritt zum WM-Erfolg in China und dem ersehnten Olympia-Ticket machen.

"Wir sind eines der stärksten deutschen Teams, die es je gab, weil wir so viel Potenzial und Talent haben", sagte Schröder nach dem ersten Training auf dem WM-Parkett selbstbewusst. "Wir haben uns gut vorbereitet und jetzt geht's richtig los."

Durch die ungewöhnliche Szenerie vor der WM-Arena von Shenzhen ließ sich die Auswahl des Basketball Bunds nicht weiter ablenken. Schwer gepanzerte chinesische Militärfahrzeuge patrouillierten neben dem Parkplatz für den Mannschaftsbus. Nach den ersten Probeläufen vor leeren Rängen des Shenzhen Bay Sports Centers zeigten sich die Deutschen bereit für den wegweisenden Auftakt. "Natürlich muss man auch ein Zeichen setzen", betonte Kapitän Robin Benzing. "Das erste Spiel direkt so ein Kracher, da wäre es schon wichtig, mit einem Sieg zu starten."

Härter könnte der Turnierauftakt am Sonntag (14.30 Uhr/Magentasport), bei dem Legende Nowitzki als WM-Botschafter erwartet wird, kaum sein. Bei einer Niederlage gegen den Weltranglistendritten müsste das Rödl-Team wahrscheinlich die nächsten vier Spiele gewinnen, um ins Viertelfinale einzuziehen und den Traum von einer WM-Medaille und dem direkten Ticket für die Sommerspiele 2020 in Tokio aufrechtzuerhalten. "Olympia ist für jeden Sportler das ganz große Ziel", sagte Bundestrainer Henrik Rödl. "Ob es nächstes Jahr dazu reicht, werden wir sehen. Jetzt ist das große Ziel die Weltmeisterschaft und das Spiel gegen Frankreich. Wir wollen uns supergut vorbereiten und dann gewinnen."

Auch für den Coach, der vor 17 Jahren gemeinsam mit Nowitzki WM-Bronze gewann, sind die Franzosen "einer der Favoriten" in China. Doch zuletzt machte die Auswahl des Deutschen Basketball-Bunds gute Erfahrungen mit dem Dauerrivalen. Bei der EM 2017 gab es einen Sieg im Achtelfinale, damals trumpfte Schröder mit 21 Punkten und acht Vorlagen groß auf.

Auch jetzt ist der 25-Jährige sofort gefordert. "Er ist einer der besten Spieler auf seiner Position in der Welt, bei diesem Turnier gibt es keinen besseren", schwärmte Rödl über Schröder, der beim Nachmittagstraining mit frisch blondierten Spitzen auflief. "Er ist der, der den Ball trägt die ganze Zeit, das heißt, alle Augen sind auf ihm, der Fokus liegt auf ihm. Er macht einen guten Eindruck und konzentriert ist er immer."

In orangenen Schlappen mit dem Logo seines NBA-Clubs Oklahoma City Thunder ging Schröder in die Kabine. Aus der besten Liga der Welt haben die Franzosen gleich fünf Spieler im Team. Besonders Star-Center Rudy Gobert sorgt dabei für Respekt. "Er verändert das Spiel defensiv komplett", sagte Center Johannes Voigtmann über den 2,16-Meter-Riesen, der zweimal nacheinander zum besten Verteidiger der NBA gewählt wurde. "Wir müssen versuchen, ihm einfache Sachen wegzunehmen und dann glaube ich, dass er offensiv nicht viele Waffen hat."

Unter dem eigenen Korb zeigte das deutsche Team trotz einer starken Vorbereitungsbilanz von sechs Siegen in sieben Spielen immer mal wieder Schwächen. Im Angriff besitzt Rödl aber mit Schröder, den weiteren NBA-Profis Daniel Theis und Maximilian Kleber sowie Kapitän Robin Benzing und Bayerns Paul Zipser eine Vielzahl an Top-Optionen. "In der Fülle der Spieler, die wir jetzt haben, ist es der talentierteste und dabei der kompakteste Kader in der Geschichte des deutschen Basketballs", schwärmte Verbandspräsident Ingo Weiss. "Es ist eine unglaubliche Dichte und Breite."

Für das Auftaktspiel steht aus diesem Aufgebot auch wieder Bayern Münchens Maodo Lo zur Verfügung, der zuletzt wegen Knöchelproblemen pausieren musste. Der Schröder-Ersatz nahm zum Abschluss des Trainings einen Wurf von der Mittellinie - und traf ohne Ringberührung.

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