Utrecht-Marathon: Ausländer-Siege unerwünscht?

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Abel Kirui, kenianischer Marathonläufer, wird beim Utrecht-Marathon nicht antreten. Er würde bei einem Sieg nur 100 Euro bekommen.

Köln - Diskriminierung oder Förderung? Die Organisatoren des Utrechter-Marathons zahlen einheimischen gegenüber ausländischen Siegern das hundertfache an Preisgeld.

Mit einer ungewöhnlichen Maßnahme wollen die Organisatoren des Utrecht-Marathons am Ostermontag in den Niederlanden die kenianische Siegesserie beenden. Nach einem Bericht der Tageszeitung „De Volkskrant“ sollen einheimische Sieger im Vergleich zu ausländischen Akteuren das hundertfache an Preisgeld bekommen. Demnach würde ein niederländischer Sieger 10. 000 Euro erhalten, ein internationaler Sieger dagegen nur 100 Euro. „Wir schließen niemanden aus. Jeder ist willkommen. Aber wir wollen niederländische Athleten fördern“, sagte Rennleiter Louran van Keulen.

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In den vergangenen vier Jahren gewann jeweils ein Kenianer. Anti-Diskriminierungs-Organisationen sprechen im gegenwärtigen Fall offen von Diskriminierung der Afrikaner, zumal den ausländischen Athleten neben dem geringen Preisgeld weder Startgeld noch Übernachtung gezahlt werden. Einer Klage geben sie jedoch keine großen Erfolgsaussichten.

Die niederländischen Läufer, zuletzt 2003 in der Siegerliste, bewerten die Maßnahme positiv. „Wir laufen das ganze Jahr gegen Kenianer. Es ist nicht so, dass wir der Konkurrenz aus dem Weg gehen. Aber es ist schön, wenn wir auch einmal an der Spitze des Feldes um den Sieg kämpfen“, sagte Rens Dekkers.

sid

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