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CAS sperrt Radprofi Pellizotti für zwei Jahre

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Franco Pellizotti ist zwei Jahre wegen Dopings gesperrt (Archiv).

Lausanne - Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat ein Exempel statuiert und den italienischen Radprofi Franco Pellizotti für zwei Jahre wegen Dopings gesperrt.

Mit dem prominenten Italiener Franco Pellizotti wurde zum ersten Mal ein Radprofi ohne positiven Befund, nur aufgrund von Unregelmäßigkeiten in seinem Blutpass für zwei Jahre wegen Dopings gesperrt.

Mit dem Urteil vom Dienstag, das Parallelen zum Fall der Berliner Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein aufweist, wurde der Freispruch des Italienischen Olympischen Komitees CONI von Oktober 2010 verworfen. Pellizotti bleibt bis Mai 2012 gesperrt. Das bestätigten der Weltverband UCI und der CAS. “Das ist eine Bestätigung unseres Programms, das wir vor drei Jahren ins Leben gerufen haben“, kommentierte UCI-Sprecher Enrico Carpani unter Verweis auf den Biologischen Pass das Urteil gegen den 33-jährigen “Bergkönig“ der Tour de France 2009 und Giro-Zweiten desselben Jahres.

Die dümmsten Doping-Ausreden

Doping: Die merkwürdigsten Ausreden

Alberto Contador erklärte seine positive Doping-Probe mit verunreinigtem Essen. Er wurde daraufhin freigesprochen. Es ist nicht die erste merkwürdige Erklärung in der Geschichte des Dopings. © AP
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Ex-Sprinter Dennis Mitchell nutzte seinen positiven Dopingbefund, um sich als Sexprotz zu outen. Das viele Testosteron komme von einer wilden Partynacht, in der er seine Frau verwöhnt habe. „Fünf Flaschen Bier und mindestens vier Mal Sex mit seiner Frau. Es war ihr Geburtstag. Die Lady hatte es verdient“, so lautete sein Statement. © Getty
Der Klassiker: Wer hat die Dopingmittel in Dieter Baumanns Zahnpastatube deponiert? © ots/dpa/Getty
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Adrian Mutu: Der rumänische Fußballspieler sagte 2004 nach einer positiven Dopingprobe, er habe lediglich ein Mittel zur “Steigerung der sexuellen Leistungsfähigkeit“ genommen. Zuvor hatte er zugegeben, Kokain genommen zu haben, dieses Geständnis wenige Tage später jedoch widerrufen. © Getty
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Die Lebensmittelvergiftung der anderen Art: Ex-Sprinter Linford Christie beteuert: „Ich habe nicht gedopt, ich habe nur Avocados gegessen!“ © Getty
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Die wohl abgefahrenste Ausrede für Blutdoping hatte Radsportler Tyler Hamilton: “Ich bin ein Mischwesen. Die fremden Zellen in meinem Körper werden von den Stammzellen meines vor der Geburt gestorbenen Zwillingsbruders produziert." © Getty
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Gefährliche Mitbringsel: Die aus Südamerika importierten Bonbons sollen mit Koks verseucht gewesen sein, meint Straßenrad-Star Gilberto Simoni. © Getty
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Johann Mühlegg soll eine Spezial-Diät gemacht haben, wegen der in seinem Kreislauf eine EPO-ähnliche Substanz nachgewiesen wurde... © Getty
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Auf den Hund gekommen: Frank Vandenbroucke behauptete, als bei ihm Anabolika und EPO sichergestellt wurden, die Mittel seien für seinen asthmakranken Hund bestimmt gewesen. © Getty
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Justin Gatlin gab einem Masseur die Schuld. Der soll ihn nämlich mit einer testosteronhaltigen Salbe bearbeitet haben. Es soll sich sogar um eine fiese Retourkutsche des Profikneters gehandelt haben, meint Gatlin. © Getty
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Christian Henn, ehemals Radprofi, wollte eigentlich nur der eigenen Libido auf die Sprünge helfen. Ein Spezialtee wurde ihm zum Verhängnis. © Getty
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Ex-T-Mobile-Fahrer Matthias Kessler nahm angeblich Präparate zu sich, auf denen chinesische Schriftzeichen standen. Nur doof, dass er kein Chinesisch kann. © Getty
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Zu tief ins Glas geschaut und damit den Testosteronspiegel erhöht. Floyd Landis schiebt‘s auf den Whiskey © Getty
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Keiner war über einen positiven Dopingtest so verwundert wie Patrik Sinkewitz: "Ich? Das kann nicht sein", wunderte er sich. Und das ist noch nicht mal eine Ausrede... © Getty
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Erik Zabel sagte, er habe nur einmal EPO probiert. Die Substanz habe aber nicht mit seinem Körper und Geist harmoniert. © Getty
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Jan Ullrich ließ sich in einer Disco Ecstacy andrehen. „Ulle“ schluckte die Tabletten, ohne sich dabei etwas gedacht haben zu wollen. “Ich war den Abend ziemlich mies drauf. Das waren zwei Tabletten, wo mir bestätigt wurde, (...) und dass das eigentlich harmloses Zeug ist.“ Wer ihm die Tabletten gab, sagte er nicht. “Zu den Tabletten kann ich gar nichts sagen, ich kenn' kein Ecstasy. Ich weiß nicht wie das aussieht. Ich bin um die Ecken gezogen und war in verschiedenen Läden. Ich möchte keinen Unschuldigen da mit reinziehen.“ © Getty
400-Meter-Olympiasieger LaShawn Merritt wurde nach positiven Dopingproben gesperrt. Die positiven Tests ließen sich mit der Einnahme eines frei erhältlichen Produkts zur Vergrößerung des männlichen Geschlechtsteils erklären, sagte sein Berater. © dpa
Claudia Pechstein: “Ich weiß nun, dass ich eine Blutmacke habe, aber nicht krank bin“, sagte die Eisschnellläuferin. Die Sportlerin war 2009 wegen auffälliger Blutwerte gesperrt worden. Später erklärten Ärzte, ein von ihrem Vater vererbter Gen-Defekt sei für die hohen Retikulozyten-Werte verantwortlich. © dpa
Ivonne Kraft: Den positiven Test auf das Asthma-Mittel Fenoterol erklärte die Mountainbikerin 2007 mit einer explodierten Sprühflasche. Ihre Mutter habe Asthma-Spray benutzen wollen, dann sei die Flasche explodiert und sie habe die Substanz offenbar eingeatmet. © Getty

Die Auffälligkeiten in Pellizottis Blutprofil hatten Doping nahegelegt. Laut UCI hat der CAS auch den Einspruch des Profis Pietro Caucchioli gegen eine Zwei-Jahres-Sperre verworfen und sie stattdessen bestätigt. Im Fall Caucchioli hatte das CONI anders reagiert als bei seinem Landsmann Pellizotti, der als Favorit wenige Tage vor dem Giro d'Italia 2010 von der UCI suspendiert worden war.

Trotz des Freispruchs vom CONI hatte auch Pellizotti beim CAS interveniert, weil er von der UCI Schadenersatz für die Zeit seines vorläufigen Fahrverbots erstreiten wollte. Stattdessen muss er jetzt auch noch 115 000 Euro Strafe zahlen. Die UCI hatte Einspruch gegen den CONI-Richterspruch eingelegt. Mit der Verurteilung der beiden Profis, die in Anti-Doping-Kontrollen nicht aufgefallen waren, könnte eine wichtige sportjuristische Hürde genommen sein.

Vom Weltverband monierte Unregelmäßigkeiten reichen demnach für eine Verurteilung wegen Dopings. “Diese beiden Fälle sind interessant für den Radsport, für den Wert unseres Blutpasses und den Sport im allgemeinen“, sagte Carpani. Die Biologischen Pässe waren von der UCI als erstem Sportverband mit erheblichem finanziellen Aufwand im Januar 2008 eingeführt worden. Sie könnten jetzt Vorbild für andere Verbände sein.

Rund 850 Radprofis sind mit ihren regelmäßig genommenen Daten gespeichert. Abweichungen in Blut-Profilen und im Standard des Hormonhaushalts können so registriert werden. Unabhängige Ärzte beurteilen im Auftrag der UCI die Werte und ziehen die notwendigen Schlüsse. 

dpa

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