Comeback in Sölden

Speed-Queen Vonn will Gold in Sotschi

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Lindsey Vonn ist nur neun Monate nach ihrer schweren Knieverletzung zurück im Weltcup-Zirkus.

München/Sölden - Knapp neun Monate nach ihrem schweren Sturz plant Lindsey Vonn ihr Comeback. Die ehrgeizige Amerikanerin hat vor allem ein Ziel: Gold bei Olympia in Sotschi.

Ein kurzer Wackler, Lindsey Vonns Außenski wird in die Luft gerissen, die Amerikanerin stürzt, Schnee staubt auf. Schon wieder ein schwerer Unfall? „Keine Sorge“, schreibt die Abfahrts-Olympiasiegerin im Begleittext zu dem Filmchen, das sie am Montag im Internet verbreitete, „ich bin wieder aufgestanden - und habe weitertrainiert.“ Aufstehen: In dieser Disziplin hat sich Vonn in den vergangenen Monaten als Meisterin erwiesen. Am Samstag, knapp neun Monate nach ihrem schweren Sturz beim Super-G der WM in Schladming, will sie zum Start der Olympia-Saison ihr Comeback geben.

Mit dem Aufstehen hat die erfolgreichste Ski-Rennläuferin ihrer Zeit noch im Liegen begonnen. Am 13. Februar, acht Tage nach ihrer schweren Knieverletzung und drei Tage nach der Operation, stellte sie ein Bild von sich im Krankenbett ins Netz. Vonn trainiert mit einem Ball, ihr Gesicht ist von Schmerz und Anstrengung verzerrt. „Wenn du hinfällst, steh“ wieder auf„, schrieb sie. Es wurde ihr Motto. Und sie stand bald wieder sicherer, als es alle Helfer in ihrem Umfeld und sogar sie selbst erwartet hatten.

Am 3. September, Vonn war völlig überraschend nach Portillo/Chile zum Trainingslager des US-Teams gestoßen, stand sie erstmals wieder auf Skiern. Das Knie machte keine Probleme. `Wer dachte, das (die Verletzung, d.Red.) könnte mich stoppen, weiß nicht, wer ich bin“, schrieb Vonn: „Ich bin auf dem Weg nach Sotschi, und werde dabei nicht langsamer!“ Sotschi, die Winterspiele im Februar 2014 - das ist ihr großes Ziel. Die Spiele von Vancouver 2010, von einigen im Vorfeld voreilig als „Vonncouver“ bezeichnet, liefen für sie nicht nach Plan. Sie gewann einmal Gold. Nur einmal.

Ihre Motivation sind Medaillen, am liebsten goldene. Und Rekorde. Die Bestmarke von 62 Weltcup-Siegen der Österreicherin Annemarie Moser-Pröll soll bald fallen, Vonn steht bei 59. Vor dem Hintergrund ihres Kreuz- und Innenbandrisses würde der 62. Triumph noch größer wirken - und sich besonders in den USA besser vermarkten lassen. So denkt auch Vonn, die sich häufig darüber beklagte, in ihrer Heimat stets im Schatten anderer großer Sportler zu stehen.

Noch größer, ja unsterblich zu werden - auch das treibt sie an. Ihre Beiträge im Netz lesen sich wie die einer Motivationstrainerin. „Ich liebe es, hart zu arbeiten“, schreibt sie, oder: „No pain, no gain!“ Ohne Fleiß kein Preis. „Grenzen sind nur die, die du selbst dir setzt“, sagte sie der Vogue. Vonns Schwester Laura berichtete kürzlich bei skiracing.com von einem Treffen im August: „Wenn ich sie nicht damals selbst im Krankenhaus besucht gehabt hätte, hätte ich nie geglaubt, dass sie jemals einen Unfall hatte.“

Ihr Hauptsponsor (Red Bull) stellte Vonn eigens einen Privatcoach und einen Physiotherapeuten zur Seite. Zusätzliche Motivation gab ihr Lebensgefährte Tiger Woods. Der Golf-König arbeite „verdammt hart“, berichtete Vonn vor einiger Zeit: „Ich sage ihm manchmal: “Du musst das doch nicht machen!' Und er meint nur: 'Doch, ich muss.'„ Woods und die anderen Männer in ihrem Umfeld mussten sie aber auch manchmal bremsen, meinte Schwester Laura. Ihren 29. Geburtstag am vergangenen Freitag verbrachte Vonn selbstverständlich mit Training in Sölden, wo sie sich bereits seit eineinhalb Wochen aufhält.

`Ich kann gut mithalten mit den anderen Mädels, das ist völlig abnormal!“, sagte Vonn nach den ersten Einheiten in Chile, seither hat sie weitere Fortschritte gemacht. Alex Hödlmoser, Cheftrainer der US-Frauen, sieht Vonn in Riesenslalom und Super-G „fast schon auf dem alten Niveau“.

Maria Höfl-Riesch, die deutsche Doppel-Olympiasiegerin, hat ihre Freundin im April für zwei Tage in Miami/Florida besucht, wo diese sich mit Woods eingerichtet hat. Alles sei dort riesengroß gewesen, erzählte Höfl-Riesch, typisch amerikanisch eben. Und Vonn? Was war ihr Eindruck von der Rivalin? „Ich denke“, sagte Höfl-Riesch voller Hochachtung, „dass sie ganz stark zurückkommen wird“. Schließlich, das schrieb Vonn über das Video am Montag: „Ihr könnt mich nicht am Boden halten.“ Die Motivationsmaschine ist zurück.

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SID

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