Skifliegen: Schlimmste DSV-Pleite aller Zeiten

Martin Schmitt enttäuschte wie das komplette DSV-Team
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Martin Schmitt enttäuschte wie das komplette DSV-Team

Planica/Slowenien - Böse abgestürzt! Deutschlands Skispringer haben bei der Skiflug-Weltmeisterschaft ihre größte Pleite in der Geschichte der Titelkämpfe erlebt.

Beim souveränen Gold-Flug von Doppel- Olympiasieger Simon Ammann landete Michael Uhrmann als bester Deutscher auf dem enttäuschenden 19. Rang. Das schlechteste Ergebnis war bisher der 15. Rang von Martin Schmitt vor zwei Jahren in Oberstdorf. “Es war eine fantastische Flug-Show der besten Athleten. Das war im Vergleich zu uns eine andere Liga und ernüchternd. Wir wussten, dass der Abstand ohne Extra-Training groß sein wird, aber wir sind Lichtjahre weit weg“, sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Die größten Ausrutscher bei Olympia

Die größten Ausrutscher bei Olympia

Die größten Pannen bei Olympia
Pech hatten die deutschen Curling-Herren gegen die Schweiz, als beim Wischen ein Besen einen Stein der Eidgenossen berührte. © Getty
Die größten Pannen bei Olympia
In so einem Fall darf der Gegner den Stein herausnehmen lassen. “Beim Wischen hat man einen Druck von 30 bis 50 Kilogramm auf dem Besen, da kann so etwas mal passieren“, meinte Skip Andreas Kapp. © Getty
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Nicht lustig fand der japanische Eiskunstläufer Nobunari Oda, dass ihm in seiner Charlie-Chaplin-Kür der Schnürsenkel riss. © Getty
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Der 22- Jährige lief hilfesuchend zum Preisgericht, um die dreiminütige Unterbrechung zu beantragen. © AP
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Mit dem notdürftig geflickten Schlittschuh durfte er die Kür beenden, erhielt aber für die unfreiwillige Pause von den Preisrichtern zwei Punkte abgezogen und landete auf Rang sieben. © AP
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Offizielle Begründung für die Strafe: Er hätte sich ja einen konditionellen Vorteil erschwindeln können. © dpa
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Ein Kalorien-Problem hatte der österreichische Bob-Pilot Wolfgang Stampfer, der wegen Überschreitung des Gewichtslimits seines Kufen- Fahrzeugs disqualifiziert wurde: Für den beim Aufwärmen verletzten Martin Lachkovics musste er den um 13 Kilogramm schwereren Jürgen Mayer einsetzen. © Getty
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Stampfer schlug vor Ärger gegen den Bob, nachdem die Waage nach dem ersten Lauf ein halbes Kilogramm zu viel angezeigt hatte. Wissend, dass es vom Gewicht knapp würde, hatte das Duo sogar auf Unterhosen und Socken verzichtet - es reichte dennoch nicht. © Getty
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Schmerzhaft und kurios war der Ausfall von Marion Rolland in der Damen-Abfahrt. © Getty
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Die Französin fiel wenige Meter nach dem Start um und zog sich einen Kreuzbandriss zu. © Getty
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Nerven kostete Pascal Bodmer bei seinem Olympia-Debüt ein Problem mit seinem Sprunganzug. © Getty
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Kurz vor seinem ersten Sprung war dem 19- Jährigen der Zipper seines Reißverschlusses abgerissen und der Anzug komplett offen. © Getty
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“Ich mache 500 Sprünge im Jahr und nie passiert so was. Sein olympisches Debüt stellt man sich natürlich anders vor“, meinte Bodmer, dessen Verschluss mit einem Stück Draht repariert wurde. Doch die Konzentration bei Bodmer war weg: Er flog nur auf Rang 31. © Getty
Die größten Pannen bei Olympia
Tragik und Triumph erlebte Petra Majdic aus Slowenien. Majdic (rechts) stürzte beim Warmlaufen zum Sprint eine Böschung hinab, zog sich vier Rippenbrüche und einen Lungenfellriss zu. © Getty
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Sie startete trotzdem, holte Bronze - und bekam obendrauf noch den goldenen Staatsorden ihres Landes. © Getty
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“Sie hat gezeigt, welcher Kampfgeist und Stehvermögen möglich und notwendig sind, um ein Sportziel zu erreichen“, sagte Staatspräsident Danilo Türk. © Getty
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Pech hatte Evi Sachenbacher-Stehle in der Doppelverfolgung: Eine abgefallene Startnummer einer Konkurrentin klebte unter ihrem Ski, kostete Sekunden und die Top-Ten-Platzierung. © Getty
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Dafür lief es für sie im Teamsprint mehr als glatt: Gold gab es mit Claudia Nystad (links)! © Getty
Die größten Pannen bei Olympia
Mit Navi wäre das nicht passiert: Der Weißrusse Leanid Karneyenka hat im Halbfinale des Langlauf-Massensprints geführt, als ihm ein folgenschwerer Fehler unterlief. © Getty
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Im ersten Halbfinallauf fuhr Karneyenka in das Stadion ein. Die Zuschauer jubelten ihm zu. Und dann das: Der Weißrusse bog auf der Zieleinfahrt falsch ab. © Getty
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Sein Missgeschick merkte er erst nach einigen Metern, als seine Konkurrenz rechts neben ihm überholte. Weil der Weg zurück in die richtige Spur zu weit war, um wieder aufzuschließen, ließ sich Karneyenka enttäuscht in den Schnee fallen. © Getty
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Mit Humor trug der deutsche Rodler David Möller ein Missgeschick nach dem Gewinn von Olympia-Silber. Der 28-Jährige hatte nach der Siegerehrung auf Wunsch von Fotografen in sein Edelmetall gebissen und sich dabei eine Ecke aus einem oberen Schneidezahn gebrochen. © dpa
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“Die Ecke ist mir zu Hause schon immer mal weggebrochen“, sagte Möller. “Nichts Dramatisches. Aber es ist lästig, wenn man sich nicht traut, so zu lächeln, wie man das eigentlich sollte.“ © dpa
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Andrea Henkel war sich als Schlussläuferin in der deutschen Biathlonstaffel ihrer Sache plötzlich nicht mehr ganz sicher. © dpa
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Auf offener Strecke drehte sie sich um und fragte nach, ob sie noch auf dem richtigen Weg sei. War sie übrigens - auf dem richtigen Weg zu Bronze. © dpa
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“Sven the Man“ Kramer hat im olympischen 10000-Meter-Rennen durch einen peinlichen Wechsel-Fehler nicht nur sein zweites Olympia-Gold, sondern auch seine guten Manieren verloren. © ap
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“Verdammt noch mal, was für ein A...loch. Er weist mich in die falsche Kurve. Alles Sch.... Jeder kann mal einen Fehler machen, aber das ist ein sehr teurer“, polterte der muskelbepackte Eis-Millionär und ließ kein gutes Haar an seinem Trainer Gerard Kemkers (rechts). © ap
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Dieser hatte ihn mit einem falschen Wink in der 17. Runde den Weg in die Innenbahn gewiesen und die bittere Disqualifikation maßgeblich mitverursacht. © ap
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Ziemlich peinlich war beim Eisschnelllauf der Ausfall von drei Eis-Maschinen im 500-m-Rennen der Herren, der fast zum Abbruch des Wettkampf-Abends geführt hätte. © dpa
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Die Pannen nahmen ihre Fortsetzung im 1000-m-Rennen, in dem dem Starter die Pistole versagte und der Russe Lebedjew fast 300 Meter um das Eis drehte. © dpa
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Erst dann bekam er mit, dass das Rennen eigentlich zurückgeschossen werden sollte. © dpa

Ammann setzte sich am Samstag nach vier Durchgängen mit 935,8 Punkten vor dem Österreicher Gregor Schlierenzauer (910,3) und Anders Jacobsen aus Norwegen (894,0) durch. “Es fühlt sich großartig an. Nach dem Weltcup-Finale habe ich mich mental etwas müde gefühlt, aber mein Körper hat mir signalisiert, dass noch Feuer drin ist“, sagte Ammann. Mit 236,5 Metern stand der Gesamt-Weltcupsieger aus der Schweiz den weitesten Sprung der WM und verfehlte den Weltrekord des Norwegers Björn Einar Romören nur um 2,5 Meter. Kurz zuvor hatte der Tscheche Antonin Hajek mit einem Satz auf 236 Meter die Jury zu einer Anlaufverkürzung bewogen.

Von diesen Weiten-Dimensionen konnten die DSV-Athleten nur träumen. Während sich Uhrmann am zweiten Tag der Titelkämpfe mit 211,5 und 203,5 Meter zumindest um drei Plätze verbessern konnte, fiel Schmitt vom 18. auf den 21. Rang zurück. Michael Neumayer wurde 22., Richard Freitag belegte bei seinem WM-Debüt Platz 28. “Ich gehe davon aus, dass sich alle morgen im Teamspringen noch einmal zusammenraufen und individuell schöne Flüge zeigen werden. Wozu das reicht, wird man sehen“, sagte Schuster vor der Team-Entscheidung am Sonntag (10.15 Uhr).

Viel rechnen sich seine Schützlinge nicht aus. “Wir sind weit weg. Aber wir haben das Olympia-Silber, jetzt sollen andere rechnen. Wir haben in Richtung Vancouver ordentlich Gas gegeben, das hat viel Energie gekostet. Deshalb sind wir jetzt alle schlechter. Es sind ja nicht ein oder zwei Springer, die wegbrechen, sondern die gesamte Mannschaft“, erklärte Uhrmann den schwachen Auftritt auf der größten Schanze der Welt. Der 31-jährige Bayer räumte allerdings auch ein: “Es ist nicht angenehm, im Auslauf zu stehen und mit anzusehen, was die anderen hier machen.“

Ähnlich erging es Schmitt, der 186,5 und 193,5 Meter weit sprang. “Es ist mir nicht gelungen, einen Schritt nach vorne zu machen. Wenn ich ein Problem löse, taucht sofort ein neues auf“, schilderte der 32-Jährige. An ein Happy End im Team-Wettbewerb glaubt er nicht. “Realistisch betrachtet haben wir keine Chance“, sagte Schmitt. Vor Ammann, der eine überragende Saison nach zweimal Olympia-Gold und dem Gesamt-Weltcupsieg krönte, zog er symbolisch den Hut. “Es ist beeindruckend, in welcher Form er seit Januar ist. Das war eine souveräne Vorstellung“, lobte Schmitt den Schweizer.

dpa

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