Riesch & Hölzl auf Kugeljagd - Finale als WM-Test

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Maria Riesch.

Garmisch-Partenkirchen - Für die Olympia-Stars geht es um Kristall statt um Edelmetall und fast 600 000 Euro Preisgeld - für Garmisch-Partenkirchen um eine gelungene WM-Generalprobe.

334 Tage vor den Weltmeisterschaften wollen die Olympiasiegerinnen Maria Riesch, Viktoria Rebensburg & Co. sich noch einmal erfolgreich ihren Fans zeigen. “Ich möchte einfach nochmal gute Rennen fahren in allen Disziplinen, Spaß haben, das Ganze genießen und hoffentlich den Slalom-Weltcup gewinnen“, sagte Doppel-Olympiasiegerin Maria Riesch vor den Wettkämpfen nahe ihrer Haustür.

Die 25-Jährige bekam schon am Sonntagabend einen Vorgeschmack auf die neue Alpin-Begeisterung. Trotz eisiger Kälte jubelten rund 2000 Fans der vom Weltcup in Crans Montana per Hubschrauber eingeflogenen Lokalmatadorin beim Empfang der Olympioniken der Marktgemeinde zu. Um als absolute Krönung im Gesamtweltcup die davon gezogene Lindsey Vonn (USA) noch abzufangen, bedarf es aber schon eines kleinen Skiwunders.

Maria Riesch: Die Strahlefrau ohne Ski-Anzug

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Doch auch wenn das nicht mehr klappt, hat der Deutsche Skiverband (DSV) realistische Aussichten ein erfolgreiches Saisonende. Denn wie Maria Riesch im Slalom führt auch Kathrin Hölzl ein Disziplin-Tableau an. Die bei Olympia leer ausgegangene Weltmeisterin geht mit einem Polster von 26 Punkten auf Kathrin Zettel (Österreich) in den letzten Riesenslalom. “Wenn wir bei den Kugeln mit dabei sind, ist es mehr als gut gewesen“, sagte DSV-Alpinchef Wolfgang Maier über die Chance, erstmals seit 1998 wieder zwei Kugel-Gewinnerinnen zu stellen.

Mit fünf weiteren Starterinnen neben Riesch, Hölzl und Rebensburg ist der DSV bei den Damen vertreten, bei den Herren ist erneut Felix Neureuther der Allein-Unterhalter. Nach dem Aus im Olympia-Slalom wolle er das Heimspiel auf dem Gudiberg vor allem “genießen“, kündigte der Partenkirchener an.

Für alle Fahrer und und ihre Fans soll das mit den Trainings an diesem Dienstag beginnende Finale der ideale Appetitmacher auf die WM vom 7. bis 20. Februar 2011 werden. “Ich freue mich, dass wir in Deutschland fahren können. Nach drei Goldmedaillen ist es schon so, dass man durch Olympia einen besonderen Rückenwind für Ski alpin hat“, sagte Maier. “Wenn wir Glück mit dem Wetter haben, könnte das ein cooles Ski-Fest zum Saisonschluss werden.“

Die Athleten haben natürlich in erster Linie die letzten Punkte im Blick - und die Prämien von 597 000 Euro. Nicht mehr einzuholen ist in der Geldrangliste der Saison Weltcup-Spitzenreiterin Vonn. Rund 300 000 Euro an Preisgeldern konnte sie auf ihrem Konto bisher gutschreiben, bei der auch in dieser Wertung zweitplatzierten Maria Riesch waren es knapp 200 000 Euro. Bei den Herren machte Didier Cuche (Schweiz) mit fast 220 000 Euro am meisten Kasse. Felix Neureuther verbuchte knapp 80 000 Euro, allein 70 000 davon für seinen ersten Weltcup-Sieg im Januar in Kitzbühel.

Am Start der acht Einzelrennen und dem zum Abschluss am Sonntag erstmals im neuen Format als Parallel-Riesenslalom gefahrenen Team-Event dürfte aber keiner das Geld im Hinterkopf haben. Denn bei sieben von zwölf Disziplinen fallen die Entscheidungen noch. Bei den Damen hat Olympiasiegerin Vonn neben den kleinen Kugeln in Abfahrt, Super-G und Super-Kombination die Große Kristallkugel fast sicher. “Es ist nicht so schlimm. Ich bin trotzdem eine sensationelle Saison gefahren“, sagte die 245 Punkte dahinter liegende Maria Riesch. Im Gesamtklassement der Herren führt Benjamin Raich (Österreich) mit 1019 Punkten vor Carlo Janka (Schweiz/973), Didier Cuche (Schweiz/846) und Aksel Lund Svindal (Norwegen/801). Auch in Super-G, Riesenslalom und Slalom ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

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