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Sieg gegen Island: Handballer zurück im EM-Rennen

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Der deutsche Spieler Michael Haaß setzt sich gegen die Isländer Vignir Svavarsson und Ingimundur Ingimundarson durch.

Halle/Westfalen - Noch zwei Siege bis Serbien: Die deutschen Handballer sind zurück im Rennen um die EM-Teilnahme im nächsten Jahr. Mit Teamgeist und starker Abwehr wurde Island deklassiert.

Deutschlands Handballer haben den Kopf noch einmal aus der Schlinge gezogen. Mit dem überzeugenden 39:28 (20:13)-Kantersieg am Sonntag im westfälischen Halle gegen Island kann die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) die EM 2012 weiter aus eigener Kraft erreichen. Vier Tage nach der 31:36-Pleite in Reykjavik nahm der Weltmeister von 2007 die ersehnte Revanche gegen den Olympia-Zweiten und verhinderte sechs Wochen nach dem WM-Debakel einen weiteren Flop.

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10 500 Zuschauer im ausverkauften Gerry-Weber-Stadion feierten mit dem Team von Bundestrainer Heiner Brand das erhoffte Handball-Fest und bejubelten den siebenmal erfolgreichen Pascal Hens als besten deutschen Torschützen. Dank einer famosen Abwehrleistung und konzentriertem Angriffsspiel führte der Gastgeber zwischenzeitlich mit 27:16 (42.) und kam im fünften Duell des Jahres mit den Nordeuropäern zum zweiten Sieg nach dem 27:24 bei der WM.

Verlieren verboten, hatte es vor der Partie in Halle geheißen. Nur bei einem Sieg gegen die Isländer blieben die Chancen auf die EM vom 17. bis 29. Januar in Serbien zu 100 Prozent intakt. Nun benötigt die deutsche Mannschaft noch jeweils einen Erfolg gegen Tabellenführer Österreich am 8. Juni in Innsbruck und gegen Lettland (11./12. Juni), um als eins der ersten beiden Teams der Gruppe 5 in Serbien dabei zu sein. Dort bleibt zudem die letzte Chance auf eine Olympia-Teilnahme.

Der Empfang für die deutschen Spieler war trotz der jüngsten Misserfolge mit dem elften WM-Platz als Tiefpunkt enthusiastisch. Mit frenetischem Applaus, Ovationen und Fahnenschwenken begrüßten die Zuschauer das DHB-Team beim Einlaufen im Gerry-Weber-Stadion. Mittendrin auch Holger Glandorf, der in Reykjavik gefehlt hatte, weil seine Frau Christin das zweite gemeinsame Kind erwartet. Bis kurz vor Spielbeginn war der Nachwuchs noch nicht da. “Zum Glück“, sagte der Lemgoer Rückraumspieler.

Dagegen waren die Isländer gehandicapt. Ihr Stammtorhüter Björgvin Gustavsson hatte am Vortag im Training eine Augenverletzung erlitten und musste von der Tribüne aus mit ansehen, wie die deutsche Mannschaft mit 2:0 (3.) in Führung ging. Doch damit nicht genug: Aus einer im Gegensatz zum Hinspiel aggressiven und zupackenden Abwehr enteilte der Gastgeber auf 5:1 und zwang Islands Trainer Gudmundur Gudmundsson schon in der 6. Minute zu einer Auszeit.

Das Team um Kapitän Hens ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen. Angefeuert von der lautstarken Kulisse erhöhte der Hamburger in der 13. Minute auf 9:3 und wurde dafür von den Fans ebenso gefeiert wie Michael Haaß für das 11:4 (15.). Als der Vorsprung in einer kurzen Schwächephase auf 12:8 (19.) schrumpfte, nahm Brand eine Auszeit. Anschließend setzte sich sein Team wieder auf 15:8 (21.) ab und führte zur Pause mit 20:13.

Mit Mentaltrainer Jörg Löhr hatte sich die deutsche Mannschaft am Samstag auch geistig in beste Verfassung gebracht, demonstrierte Teamgeist und leistete sich über weite Strecken nur wenige Fehler. Zudem parierte Torhüter Silvio Heinevetter bis zur 35. Minute alle drei Siebenmeter der Isländer und sicherte so die 23:14-Führung (36.), von der die Gastgeber bis zum Ende zehrten.

dpa

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