Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Selbst ein Usain Bolt hat seine Grenzen

+
Auch ein Usain Bolt ist mal müde.

Berlin - Selbst der “Außerirdische“ ist manchmal ein normaler Mensch. Nach seinem zweiten Titel und dem nächsten Fabelweltrekord bei der Leichtathletik-WM in Berlin wollte Usain Bolt nur noch eines: ins Bett.

Auf die Frage, wie er denn die fantastischen 19,19 Sekunden über 200 Meter und seinen Geburtstag zu feiern gedenke, sagte der am Freitag 23 Jahre alt gewordene Jamaikaner: “Indem ich sehr, sehr lange ausschlafe.“ Usain Bolt ist erschöpft. “Ich bin sehr müde“, sagte er nach dem Rennen, und seine Zuhörer sahen ihm das an. Seine Gags, seine Sprüche, die theatralischen Gesten, all das wirkte bei ihm nur noch wie auf Sparflamme im Vergleich zu den Tagen davor.

Weltrekorde in der Leichtathletik

foto

Inklusive Vor- und Zwischenläufen ist Bolt seit dem WM -Beginn schon acht Rennen gelaufen, das macht insgesamt 1200 Meter im Sprinttempo in nur sechs Tagen. Die wurden ihm zwar mit 320 000 US-Dollar allein an Sieg- und Weltrekordprämien reichlich entlohnt, strengten ihn aber trotzdem an. Über die 200 Meter musste er zum ersten Mal für einen Weltrekord kämpfen. Auf der Zielgeraden biss er sichtbar auf die Zähne. Selbst einem Usain Bolt fliegt nicht alles zu. Wenigstens das nahm die einmal mehr demontierte Konkurrenz aus diesem Rennen mit.

Alonso Edward aus Panama hatte als Zweitplatzierter 62 Hundertstel Rückstand, Bronzemedaillen-Gewinner Wallace Spearmon ( USA ) 66. Noch nie in der WM -Historie ist ein Finale über 200 Meter eine derart eindeutige Sache gewesen. Die Frage ist deshalb: Wo liegen Bolts sportliche Grenzen, wenn er schon im übermüdeten Zustand Leichtathletik-Geschichte schreibt? “Ich weiß es nicht. Ich kann nur sagen: Alles ist möglich“, antwortete der Jamaikaner darauf. Die Weltpresse sieht das genauso und überschlug sich auch nach seinem zweiten WM -Triumph. “Mr 200 000 Bolt“, titelte “L'Équipe“ (Frankreich). “Marca“ (Spanien) nannte ihn einen “Außerirdischen“.

Am Samstagabend kann das “Jahrhundert-Phänomen“ (“Daily Telegraph“) mit der jamaikanischen Sprintstaffel seine dritte Goldmedaille in Berlin gewinnen. “Ich bin bereit für einen neuen Weltrekord“, sagte er. Bereits seit Wochen wird Bolt gefragt, ob das auch für die 400-Meter-Strecke gilt. Ex-Olympiasieger Michael Johnson ( USA ) traut ihm zu, auch seinen zehn Jahre alten Weltrekord über diese Distanz zu brechen.

Die Spitznamen in der Leichtathletik

foto

Der deutsche Bundestrainer Rüdiger Harksen sagte, dass Bolt alle Voraussetzungen habe, “um der beste 400-Meter-Läufer aller Zeiten zu werden“. Er ist groß gewachsen (1,96 Meter) und hat extrem lange Beine. Sein Beschleunigungs-Vermögen käme laut Harksen über längere Strecken noch besser zum Tragen als über 100 Meter. Noch scheint Bolt das egal zu sein. “Ich habe im Moment keine Motivation, den 400-Meter-Weltrekord zu brechen“, sagte er. “Mein Coach müsste mir schon einen richtig guten Grund geben, um hart für diese Strecke zu trainieren.“

Die Argumente gegen einen Wechsel vom Kurzsprint auf die Stadionrunde liegen auf der Hand: Der Jamaikaner müsste dafür sein Training und seinen Rhythmus umstellen. Außerdem bringt sie nicht annähernd so viel Prestige und Aufmerksamkeit wie die 100 Meter. “Ich will eine Legende werden, das ist mein Ziel“, sagte Bolt am Donnerstag. Nach drei Olympiasiegen, zwei WM -Titeln und fünf Weltrekorden braucht er die 400 Meter dafür nicht mehr.

dpa

Kommentare