Jason Collins

Schwuler NBA-Profi: Schwierige Vereinssuche

Jason Collins
+
Der homosexuelle Basketballer Jason Collins ist auf der Suche nach einem Verein

Boston - Homosexualität ist in vielen Bereichen des Lebens noch sehr verpönt. Besonders im Sport. Die Vereinssuche von NBA-Profi Jason Collins gestaltet sich schwierig.

Jason Collins fühlt sich endlich frei. Und er genießt seinen neuen Freiraum. In Talkshows kann der 34 Jahre alte Basketball-Profi offen über seine wahren sexuellen Gefühle reden, Anfang Juni marschierte er stolz neben zehntausenden Schwulen und Lesben bei der Pride-Parade in Boston mit. Am 29. April hatte sich Collins in einem Artikel der „Sports Illustrated“ zu seiner Homsexualität bekannt und somit für ein Novum im nordamerikanischen Profisport gesorgt. Nie zuvor hatte sich ein Athlet während seiner Karriere geoutet.


Das Echo war überwältigend. Barack Obama gratulierte ebenso wie Bill Clinton oder Kobe Bryant. Auf der Internetseite der „Sports Illustrated“ lasen 3,713 Millionen Menschen an jenem Montag seine Titel-Story „Ich bin ein 34 Jahre alter NBA-Center. Ich bin schwarz. Und ich bin schwul“. Nie zuvor hatte „si.com“ so hohe Klickzahlen vermeldet. Doch bald stellten Medien die Frage: „Welches NBA-Team wird Collins nächste Saison verpflichten?“ Eine Antwort gibt es knapp drei Monate später noch nicht.

Am 1. Juli begann in der NBA der Zeitraum, in dem vereinslose Spieler verpflichtet werden können. Collins ist einer von ihnen. Zwölf Jahre hat der Center in der NBA gespielt, zuletzt für die Washington Wizards. Zweimal stand er in den Finals, doch das ist lange her. Collins trainiert täglich in Los Angeles, wo er die Saisonpause bei seiner Familie verbringt. Und er wartet darauf, dass sein Berater Arn Tellum irgendwann mit „good news“ kommt.


Tellum ist „vorsichtig optimistisch“, dass sein Klient zu Saisonbeginn am 29. Oktober einen Club haben wird. Er weiß, dass Collins' Vereinssuche genauer beobachtet als die anderer. Die „New York Times“ sieht gar eine „soziologische Signifikanz“ darin, ob Collins fündig wird oder nicht. Er selbst fokussiert sich ausschließlich auf Basketball. „Für mich ist es wie in den vergangenen Jahren, als ich vereinslos war. Ich weiß, dass ich Geduld haben muss“, sagt Collins.

Einer wie er gilt als 14. oder 15. Mann im Kader. Solche Leute erhalten für gewöhnlich erst einen Kontrakt, wenn Vereine ihre Teams fast komplett haben. Collins kennt das. Vor einem Jahr gaben ihm die Boston Celtics am 31. Juli einen Kontrakt, 2009 dauerte es bei den Atlanta Hawks sogar bis zum 2. September.

Nowitzki - und sonst? Die größten Stars des US-Sports

Nowitzki - und sonst? Die größten Stars des US-Sports

NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Klar, Basketball-Superstar Dirk Nowitzki kennen wir alle. Aber wer sind eigentlich die prominentesten Spieler des US-Sports? Wir stellen Ihnen die Superstars der vier wichtigsten Ligen NBA (Basketball), NFL (American Football), NHL (Eishockey) und MLB (Baseball) vor - natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit. © AP
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Beginnen wir mit der besten Basketball-Liga der Welt - der NBA! Dort ist unter anderem Dwight Howard (Orlando Magic) zu Gange. © dpa
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Dwyane Wade (Miami Heat) © AP
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Kevin Garnett (Boston Celtics) © dpa
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
LeBron James (Miami Heat) © AP
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Kobe Bryant (Los Angeles Lakers) © AP
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Shaquille O'Neal (Boston Celtics) © AP
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Kommen wir zu den harten Jungs der Football-Liga NFL: Tom Brady (New England Patriots) © AP
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Terrell Owens (Cincinnati Bengals) © AP
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Eli Manning (New York Giants) © dpa
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Brett Favre (Minnesota Vikings) © AP
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Peyton Manning (Indianapolis Colts) © AP
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Donovan McNabb (Washington Redskins) © AP
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Randy Moss (hier noch im Jersey der New England Patriots, jetzt bei den Tennessee Titans) © AP
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Adrian Peterson (Minnesota Vikings) © AP
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Ray Lewis (Baltimore Ravens) © AP
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Ben Roethlisberger (Pittsburgh Steelers) © dpa
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Tony Romo (Dallas Cowboys) © AP
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Michael Vick (Philadelphia Eagles) © AP
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Vick mit Drew Brees (r., New Orleans Saints)) © dpa
Chad "Ochocinco" Johnson (Cincinnati Bengals) © AP
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Nicht minder hart sind die Spieler der Eishockey-Liga NHL. Hier sehen Sie den wahrscheinlich größten Superstar der Szene, Sidney Crosby (Pittsburgh Penguins) © AP
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Dany Heatley © AP
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Ilya Kovalchuk © AP
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Evgeni Malkin (r.) © dpa
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Mike Modano © dpa
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Alexander Owetschkin © AP
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Rick Nash © dpa
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Scott Niedermayer (r.) © dpa
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Joe Thornton (l.) © dpa
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Am wenigsten sind uns in Deutschland die Superstars der Baseball-Liga MLB ein Begriff. Der Japaner Daisuke Matsuzaka ist einer der wichtigsten. © dpa
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
David "Big Papi" Ortiz (r.) © dpa
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Derek Jeter © AP
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Josh Hamilton © dpa
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Albert Pujols (r., mit US-Präsident Barack Obama, dessen Favorit allerdings der Basketball-Sport ist) © dpa
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
Alex Rodriguez © dpa
NBA, NFL, NHL, MLB: Die größten Stars des US-Sports
CC Sabathia © AP

38 Spiele hatte der Center für Boston und Washington in der Vorsaison absolviert, kam dabei auf einen Schnitt von 1,1 Punkten und 1,6 Rebounds pro Partie. Dennoch sehen ihn viele als Profi mit Führungsqualitäten. Seine Meinung hat Gewicht, er gilt als intelligent, loyal, harter Arbeiter. Und deshalb sind sich Experten einig: der wahre Wert eines Jason Collins lässt sich nicht an den NBA-Statistiken erkennen.

Doch die Frage ist, ob Manager bereit sind, sich mit seiner Verpflichtung mögliche Nebengeräusche in den Verein zu holen. Wie reagieren Mitspieler, Fans, Medien - vor allem, wenn es nicht läuft oder Collins Fehler unterlaufen? Für Jim Buzinski wäre es „eine Enttäuschung“, wenn Collins vereinslos bleiben sollte. Buzinski ist Mitbegründer von „Outsport“, einer Internetseite über Homosexuelle und Sport. Collins' nächster Verein, sagt Buzinski, könnte als „Trendsetter“ gelten. Allerdings glaubt er nicht, dass jemand Collins verpflichten werde, nur weil er homosexuell sei.

Robbie Rogers hat gezeigt, dass es eine Profi-Karriere nach dem Outing geben kann. Der 25-jährige US-Fußballprofi machte im Februar seine Homosexualität öffentlich und erklärte zugleich sein Karriereende. Nur drei Monate später gab er jedoch für die Los Angeles Galaxy sein Comeback. „Für ein, zwei Wochen war das ein Thema“, erinnert sich Collins, „und dann ging's wieder nur um Fußball.“

Collins sieht die Chance, dass seine Vertragsunterschrift als nächster Schritt für die Gesellschaft gefeiert werden könnte. Als Zeichen, dass in der Macho-Welt NBA auch Platz für Schwule ist. Sollte er keinen Job finden, bestehe durchaus die Gefahr, dass dies als Rückschritt für Homosexuelle interpretiert wird. Collins selbst setzt sich nicht sehr unter Druck. „Ich habe zwölf Jahre NBA gespielt, das können nicht viele behaupten.“

Die zwölf wertvollsten Vereine der Welt

Die zwölf wertvollsten Vereine der Welt

Das US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" hat eine Liste der wertvollsten Klubs der Welt erstellt. Wir zeigen die ersten zwölf. Platz 12 belegt der Champions League-Sieger FC Bayern München (Fußball) mit einem Kaderwert von 998.000.000 Euro. © dpa
Platz 11: Boston Red Sox (Baseball) 1.000.000.000 Euro © AFP
Platz 10: Arsenal London (Fußball) 1.010.000.000 Euro © dpa
Platz 9: New York Giants (Football) 1.200.000.000 Euro © dpa
Platz 8: Washington Redskins (Football) 1.220.000.000 Euro © dpa-mzm
Platz 7: Los Angeles Dodgers (Baseball) 1.230.000.000 Euro © AP
Platz 6: New England Patriots (Football) 1.250.000.000 Euro © AFP
Platz 5: Dallas Cowboys (Football) 1.600.000.000 Euro © dpa
Platz 4: New York Yankees (Baseball) 1.750.000.000 Euro © dpa
Platz 3: FC Barcelona (Fußball) 1.980.000.000 Euro © dpa
Platz 2: Manchester United (Fußball) 2.410.000.000 Euro © dpa
Platz 1: Real Madrid (Fußball) Gesamtwert 2.520.000.000 Euro © dpa
Weitere interessante Plätze: 21. Ferrari/Formel 1 (0,877 Milliarden; Foto Fernando Alonso), 23. New York Knicks/Basketball (0,839), 31. Los Angeles Lakers/Basketball (0,763) und Toronto Maple Leafs/Eishockey (0,763), 37. AC Mailand/Fußball (0,720), 40. FC Chelsea/Fußball (0,687), 47. Chicago Bulls/Basketball (0,610) und McLaren/Formel 1 (0,610) © dpa

dpa

Kommentare