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Biedermann und Steffen mit Weltrekord - Maurer holt Titel

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Glücklicher Sieger: Paul Biedermann.

Rom - Deutschlands Schwimmer feierten bei der WM in Rom an diesem Wochenende Titel, Medaillen und Rekorde.

Paul Biedermann holt mit Weltrekord sensationell Gold über 400 Meter Freistil, Britta Steffen führt die Freistil- Staffel über 4 x 100 Meter als Startschwimmerin mit Weltrekord zu Silber und Angela Maurer gewinnt die 25 Kilometer: Deutschlands Schwimmer feierten bei der WM in Rom Titel, Medaillen und Rekorde. Da störte beim überraschenden Viertelfinal-Einzug der Wasserballer nur die Null-Nummer der Wasserspringer zum perfekten Wochenende. “Das war unglaublich. Für solche Momente lebt man“, sagte Biedermann nach seinem Coup im neuen Anzug. Steffen war glücklich: “Das war ein tolles Rennen von uns allen.“ Die 33-jährige Maurer schmiedete mit dicker Lippe große Pläne. “Ich fühle mich jung und stark und bin voller Tatendrang“, sagte die Mainzerin. Sechs Weltbestzeiten machten schon den ersten Tag im Becken zum Rekordfestival.

“Fantastisch, diese Zeit hätte ich nie erwartet“, sagte Biedermann, “ich hatte nicht mal damit gerechnet, ins Finale zu kommen.“ In 3:40,07 Minuten ließ der 22-Jährige aus Halle /Saale der Konkurrenz im Spurt nicht die Spur einer Chance. “Natürlich macht der Anzug viel aus, bestimmt zwei Sekunden. Aber jetzt freue ich mich erst einmal.“ Um 6,6 Sekunden hatte er sich im Laufe des Tages gesteigert. Dabei sollten die 400 Meter nur die Generalprobe für die 200 Meter an diesem Montag sein. Auf der Tribüne feierten ihn Eltern, Großeltern und Freundin.

Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen schickte die Freistil- Staffel in 22,22 Sekunden mit Weltrekord auf den Weg. Daniela Samulski , Petra Dallmann und Daniela Schreiber sicherten am Ende in 3:31,83 Minuten und deutschem Rekord Silber hinter den Weltrekord (3:31,72) schwimmenden Niederländerinnen. “Wir sind zusammen erfolgreich gewesen“, sagte Steffen, “ein neues Team und junge Leute, alle willig zum Erfolg, das ist unser Erfolgsgeheimnis.“

Hendrik Feldwehr

zog in nationaler Bestzeit (59,15) in das

Finale

über 100 Meter Brust ein.

Annika Mehlhorn

verpasste über 100 Meter Schmetterling beim Weltrekord der erst 15 Jahre alten Schwedin Sarah Sjostrom (56,44 Sekunden) trotz deutscher Rekordzeit in Vorlauf (58,04) und Halbfinale (57,90) den Endlauf.

Die siegreiche Italienerin Federica Pellegrini blieb in 3:59,15 Sekunden als erste Schwimmerin über 400 Meter Freistil unter der Vier-Minuten-Marke. Über 200 Meter Lagen legte Ariana Kukors aus den USA im Halbfinale in 2:07,03 Minuten Weltrekord vor. Die Ungarin Katinka Hosszu schwamm über 200 Meter Lagen einen Europarekord (2:09,12). Die 4 x 100 Meter Freistil der Männer gewannen die USA.

Maurer kannte am Lido di Ostia keine Gnade mit der Jugend. “Auch wenn man mich Schwimm-Oma nennt, die Jungen müssen weiter mit mir rechnen. Ich gebe mich nicht freiwillig geschlagen“, sagte die Mutter eines vierjährigen Sohnes, als sie nach 5:47:48,0 Stunden Kampf im Mittelmeer als Weltmeisterin an Land kletterte. “Ich genieße es.“ Sie hat London 2012 im Kopf. “Ich würde mir gerne meinen Traum von der Olympia-Medaille erfüllen.“ An diesem Montag feiert sie ihren 34. Geburtstag. Die starke Brandung machte ihr zu schaffen. “Die Wellen waren mit mir“, sagte sie. Das größte Kompliment kam von Doppel- Weltmeister Thomas Lurz: “Angela ist einfach spitze. Das ist ein grandioser Erfolg. Sie ist ein alter Fuchs.“ Bei den Männern siegte der Italiener Valerio Cleri nach 5:26:31,6 Stunden.

Um die Winzigkeit von 0,84 Punkten verpassten die Olympia-Zweiten Sascha Klein (Aachen) und Patrick Hausding (Berlin) im Synchron- Wettbewerb vom Turm als Vierte die erwartete Medaille. Damit blieben die Springer erstmals seit der Wiedervereinigung bei einem internationalen Großereignis ohne Medaille. “Das ist schon extrem hart“, sagte Klein. Hausding meinte: “Das war tragisch. Es ist nicht so, dass wir eine total schlechte Leistung gebracht haben.“ Weltmeister wurden die chinesischen Olympiasieger Huo Liang/Lin Yue.

Der 9:8-Sieg in der Verlängerung über Europameister Montenegro sorgte bei den Wasserballern für Hochstimmung. “Weihnachten und Ostern sind heute auf einen Tag gefallen“, sagte Bundestrainer Hagen Stamm. Die Frauen unterlagen Kanada 7:13 und spielen nur noch um die Plätze 9 bis 12.

Thomas Lurz ging nach dem Anzug-Chaos hart mit dem Weltverband ins Gericht. “Mit dem jetzt angekündigten Verbot des Ganzkörperanzuges werfen die den Schwimmsport um fünfzehn Jahre zurück“, sagte Lurz der dpa. Das Verbot von 2010 an schreibe auf Jahre Rekorde und Bestzeiten fest und demotiviere nachfolgende Generationen. “Es hätte jetzt die Möglichkeit gegeben, das Ganze zu retten, indem die jetzt erlaubten Anzüge für einen längeren Zeitraum festgeschrieben werden“, so Lurz, der den Rücktritt der FINA-Funktionäre forderte: “Die sollten alle ihren Hut nehmen.“ FINA-Präsident Julio Maglione hatte sich für die Beibehaltung aller Rekorde ausgesprochen. Verschiedene Hersteller kündigten mögliche finanzielle Auswirkungen an.

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