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Steffen im Halbfinale über 100 Meter Freistil

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Britta Steffen (Archivfoto)

Barcelona - Gelöst saß Britta Steffen neben dem Trainer auf der Tribüne - sie darf sich wie Marco Koch auf einen WM-Endlauf freuen. Mit etwas Glück ist vielleicht sogar die erste WM-Medaille von Barcelona drin.

Britta Steffen stieg mit einem zufriedenen Lächeln aus dem WM-Becken - und nach dem Finaleinzug der Weltrekordlerin weckte Brustschwimmer Marco Koch als Zweitschnellster sogar Medaillenhoffnungen. Die hegt Steffen trotz ihrer besten Zeit in diesem Jahr über 100 Meter Freistil nicht. Noch im Wasser klatschte sich die 29-Jährige am Donnerstagabend in Barcelona strahlend mit der amerikanischen WM-Dauersiegerin Missy Franklin ab.

„Ich bin froh, im Finale zu stehen“, bekannte die Doppel-Olympiasiegerin von 2008. Nach ihren 53,85 Sekunden erwartet Steffen im Endlauf „famose“ und „saustarke“ Zeiten der Konkurrenz, deren Spitzen-Trio um die 53 Sekunden schwamm.

Schnell war auch Koch unterwegs, der sich über 200 Meter Brust in 2:08,61 Minuten gar an den deutschen Rekord (2:08,33) herantastete. Platz eins im Vorlauf, Rang zwei im Halbfinale - von einem WM-Podestplatz mochte der Darmstädter aber nicht sprechen. Dafür sah er die Mannschaft auf einem erfreulichen Weg. „Es lief sehr gut für uns“, betonte Koch. Dem WM-Dritten Christian vom Lehn fehlten 0,11 Sekunden zum Weiterkommen. Größer war der Rückstand für Yannick Lebherz, dem über 200 Meter Rücken zum Endlauf in 1:57,71 Minuten 0,34 Sekunden fehlten.

Nach dreimal Gold, zweimal Silber und viermal Bronze darf der Deutsche Schwimm-Verband am Abschluss-Wochenende der WM dennoch auf eine Medaille der prestigeträchtigsten Sparte hoffen. Steffen selbst rechnet mit einer solchen Chance im Endlauf am Freitag nicht, aber nach einer „guten Zeit“ machten ihr die Titelkämpfe wieder „mehr Spaß“. Das sagte auch die Miene von Chefbundestrainer Henning Lambertz aus. „Das ist Balsam auf die Seele, das tut wirklich gut“, erklärte er nach jeder Menge Enttäuschungen an den Vortagen. Die Zahl der Finalplätze stieg von drei am ersten Wettkampftag nun auf fünf.

Reihenweise Siege ist dagegen die USA im Becken gewohnt, wenngleich Ryan Lochte (USA) stolze fünf Wettkampftage auf sein erstes Gold von Barcelona warten musste. Aber die 200 Meter Lagen bleiben sein Revier. Der dritte WM-Sieg über diese Strecke nacheinander - das hatte zuvor nur Michael Phelps geschafft. Franklin durfte anderthalb Stunden nach dem Rennen mit Steffen den Sieg mit der Staffel über 4 x 200 Meter Freistil bejubeln. Ihr vierter Titel diesmal. 7:45,14 Minuten lautete die Gewinnerzeit.

Von IOC-Präsident Jacques Rogge durfte James Magnussen (Australien) nach seinem Erfolg über 100 Meter Freistil in 47,71 Sekunden die Goldmedaille entgegennehmen. Weltrekord bot ein Halbfinale. Die Dänin Rikke Moller Pedersen schwamm 2:19,11 Minuten und war damit 0,48 Sekunden schneller als Olympiasiegerin Rebecca Soni (USA) vor einem Jahr. Über 50 Meter Rücken holte sich die Chinesin Zhao Jing in 27,29 Sekunden den Sieg. Teamkollegin Liu Zige war über 200 Meter Schmetterling in 2:04,59 Minuten am schnellsten.

Nach den Favoritensiegen der internationalen Elite vom Donnerstag hegt der DSV am Freitag Außenseiterhoffnungen. Ganz große Stücke setzt er aber auf Steffen Deibler. Für den Weltjahresbesten über 100 Meter Schmetterling steht am Freitag der Vorlauf an. Die einzige „wahrscheinliche Medaillenoption“ von Chefbundestrainer Henning Lambertz geht als Mitfavorit in den Kampf auf das erste Schmetterlings-Gold seit dem von Michael Groß 1986. Entspannt trainierte der 26-Jährige am Donnerstagabend im Palau Sant Jordi, bevor sich Lochte, Magnussen & Co. ihre Spitzenplätze sicherten.

Als Gesamtzweiter der Halbfinals kam Koch über 200 Meter Brust ins Ziel. „Meiner Meinung nach muss man deutlich schneller schwimmen, um eine Medaille zu gewinnen“, erklärte der 23 Jahre alte Student. Vom Lehn ist nach Bronze 2011 diesmal nur Final-Zuschauer. „Es ist in letzter Zeit gang und gäbe, dass es bei uns Deutschen so knapp ist. Anscheinend haben wir uns nicht genügend Glück erarbeitet“, sagte der Essener. Tapfer kämpfte auch Lebherz, griff an - „aber das Risiko wurde leider nicht belohnt“, erklärte der Potsdamer.

Daniela Schreiber war am Abend nicht mehr dabei. Sie schied im Vorlauf über 100 Meter Freistil nach ernüchternden 55,44 Sekunden als 22. aus. „In meinem Kopf sind nur noch Fragezeichen“, rätselte die 24-Jährige.

dpa

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