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Schöne Olympia-Bescherung: 5,45 Milliarden Dollar

Hamburg - Das Geschäft mit den Olympischen Spielen sorgt auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten für Rekorde. Die Winterspiele 2006  und die Sommerspiele 2008 haben mehr als fünf Milliarden Dollar eingebracht.

Wie das Internationale Olympische Komitee (IOC) zum Jahresende in seinem Marketingbericht vermeldet, haben die Winterspiele in Turin und die Sommerspiele in Peking Einnahmen von 5,45 Milliarde Dollar (3,76 Milliarden Euro) beschert. Das ist eine Steigerung von 23 Prozent im Vergleich zu den vorangegangenen vier Geschäftsjahren. Da hatte das IOC mit den Spielen in Salt Lake City (2002) und Athen (2004) 4,19 Milliarden Dollar erzielt. Auch die Aussichten sind rosig. Durch die Winterspiele im kommenden Februar in Vancouver und die Sommerspiele 2012 in London wird der olympische Sport erstmals die Einnahmegrenze von sechs Milliarden Dollar überspringen.

Diese Wintersportarten sind olympisch

Diese Wintersportarten sind olympisch

Snowboard: In Sotschi werden in dieser Sportart in zehn Disziplinen Medaillen vergeben © dpa
Slopestyle: Diese Snowboard-Disziplin ist seit 2014 neu im Olympia-Programm. Die Fahrer müssen einen Parcours absolvieren und dabei Drehungen und Grabs zeigen. Die Jury gibt dafür Punkte. © dpa
Cross: Hier müssen mehrere Snowboarder gleichzeitig eine Abfahrtsstrecke bewältigen © dpa
Halfpipe: Auch in der Halfpipe können Snowboarder um Gold, Silber und Bronze kämpfen © dpa
Parallel-(Riesen-)Slalom: Hier geht es "Mann gegen Mann" beziehungsweise "Frau gegen Frau". Zwei Fahrer treten gegeneinander an. © dpa
Bob: Hier fallen drei Entscheidungen. Und zwar im Zweierbob (Damen und Herren) und im Viererbob © dpa
Curling: Für Außenstehende ein Rätsel - für die Spieler harte Arbeit. Beim Curling versuchen zwei Mannschaften zu je vier Spielern, ihre Steine näher an den Mittelpunkt des Zielkreises auf der Eisbahn zu spielen als das gegnerische Team. © dpa
Skeleton: Kopf voran in die Eisröhre! Zwei Garnituren Gold, Silber und Bronze werden hier vergeben. © dpa
Eiskunstlauf/Eistanz: Hier ist Eleganz auf Kuven gefragt. In fünf Disziplinen wird um Gold gekämpft - zum ersten Mal auch als Team-Wettbewerb. © dpa
Eisschnelllauf: 12 Mal Gold gibt es im Eisschnelllauf in Sotschi zu gewinnen. Die Distanzen reichen von 500 Metern bis 10.000 Metern. Auch die Teamverfolgung steht auf dem Programm. © dpa
Rennrodeln: Hier dominieren seit Jahren die Deutschen. Vier Medaillen werden in Sotschi vergeben, davon zwei im Einsitzer (Damen und Herren) und eine im Doppelsitzer. Die vierte Medaille wird in einer Disziplin vergeben, die neu bei Olympia ist. Und zwar im ... © dpa
Rennrodeln-Staffel: Sie feiert in Sotschi Premiere. Die Staffel besteht aus einem weiblichen und einem männlichen Einsitzer-Fahrer, sowie einem Doppelsitzer. Die Deutschen Felix Loch (l-r), Tobias Arlt, Tobias Wendl und Natalie Geisenberger sind haushoher Favorit. © dpa
Ski Alpin: Insgesamt zehn Mal Gold wird in den alpinen Disziplinen vergeben - in der Abfahrt, im Super G, im Riesenslalom, im Slalom und in der Kombination. © dpa
Eishockey: Zwei Goldmedaillen werden ausgespielt - jeweils eine bei den Herren und bei den Damen. © dpa
Langlauf: In der Loipe werden zwölf Goldmedaillen vergeben. Und zwar im Skiathlon (2 x 7,5 Kilometer), im Sprint, im Team-Sprint, über 10 und 30 Kilometer (Damen) und 15 und 50 Kilometer (Herren) sowie in der Staffel (4x5, bzw. 4x10 Kilometer). © dpa
Skispringen: Insgesamt wird im Skispringen in vier Wettkämpfen um den Sieg gekämpft, dabei werden drei bei den Männern vergeben (Normalschanze, Großschanze, Team) und einer beim ... © dpa
Skispringen der Damen: Auch das ist neu bei Olympia 2014. Die wagemutigen Damen dürfen allerdings "nur" von der Normalschanze hüpfen. © dpa
Ski-Freestyle: Die Artisten auf zwei Brettern kämpfen um insgesamt zehn Goldmedaillen. Für sie heißt es auf der  Buckelpiste alles geben, sowie im Ski Cross, Slopestyle, im Sprung und - ab 2014 ganz neu dabei - im ... © dpa
Ski-Freestyle Halfpipe: In der halbierten Röhre gilt es für die Frauen und Männer, hohe Sprünge und spektakuläre Tricks zu zeigen. Dafür vergibt die Jury Punkte - und am Ende Gold, Silber und Bronze. © dpa
Biathlon: Wer trifft und flink läuft, der hat im Biathlon große Chancen auf den Sieg. Elf Mal Gold wird ausgekämpft. Neben Sprint, Verfolgung, 15 bzw. 20 Kilometer, Massenstart und der Staffel, steht ab 2014 eine neue Disziplin auf dem Olympia-Programm. Es ist die ... © dpa
Biathlon Mixed-Staffel: Das gemischte Team aus zwei Frauen und zwei Männern feiert Premiere bei Olympia. © dpa
Nordische Kombination: In die Skisprungspur UND in die Langlaufloipe müssen die Nordischen Kombinierer. Die Athleten haben die Chance auf drei Goldmedaillen. © dpa
Shorttrack: Bei dieser Sportart werden in Sotschi acht Medaillen vergeben. Bei den Herren und Damen über 500, 1000 und 1500 Meter, sowie in der Staffel. © dpa

Als Bremse für die olympische Konjunktur wirkt die Weltwirtschaftskrise lediglich für die Zeit danach. Das IOC hat große Mühe, seine Rechte für die Spiele 2014 in Sotschi und 2016 in Rio de Janeiro gewinnbringend zu vermarkten. Konnte es für Vancouver und London 3,8 Milliarden Dollar Fernsehgelder aushandeln und damit 1,2 Milliarden Dollar mehr als für Turin und Peking, hat es für die nachfolgende Generation Olympischer Spiele erst eine knappe Milliarde Dollar an TV-Einnahmen sicher. Ähnlich schwierig gestaltet sich der Markt der internationalen TOP-Sponsoren. Von neun Weltunternehmen, die dem IOC zwischen 2009 und 2012 883 Milliarden Dollar einbringen, haben erst vier für die folgende Vier-Jahres-Periode unterschrieben.

Dabei sein ist alles - Olympias Exoten

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Das olympische Brutto-Globalprodukt speist sich aus Fernseheinnahmen (53 Prozent), Sponsoring (34), Eintrittskartenverkauf (11) und Lizenzgeschäften(2). Das IOC handelt selbst die Rechte für das Fernsehen und das globale TOP- Sponsorenprogramm aus. Nationale Sponsoren, Tickets und Lizenzen liegen in der Zuständigkeit der jeweiligen Olympia-Organisationen. Von den gesamten Einnahmen behält das IOC knapp zehn Prozent für sich. Den großen Rest verteilt es an die Ausrichter der Spiele sowie die beteiligten 35 internationalen Sportverbände und 205 Nationalen Olympischen Komitees (NOK).

Bezogen auf die 5,45 Milliarden Dollar Einnahmen der Jahre 2005 bis 2008 behält das IOC mehr als eine halbe Milliarde Dollar für sich und bestreitet damit vier Jahresetats. Nicht ohne Stolz hatte IOC- Präsident Jacques Rogge beim Olympischen Kongress im Oktober verkündet, dass die Rücklagen seiner Organisation auf 455 Millionen Dollar angewachsen sind. Für die Verbände fielen 421 Millionen Dollar ab, die NOKs wurden mit 373 Millionen Dollar unterstützt, einschließlich 233 Millionen Dollar für die Entwicklungshilfe “Olympic Solidarity“. Aufgrund eines von den olympischen Partnern heftig bekämpften und bis 2020 reichenden Sonderrechts stehen allein dem NOK der USA, das den stärksten olympischen Sponsorenmarkt repräsentiert, 361 Millionen Dollar zu. Dieses Ungleichgewicht ist dem IOC offenbar so peinlich, dass es eine genaue Summe in seinem Marketingbericht verschweigt.

Der größte Anteil an den Dollar-Milliarden ging an die beiden olympischen Organisationskomitees. Peking erhielt vom IOC eine Überweisung von 851 Millionen Dollar TV-Geld (Turin: 384 Millionen Dollar) und erlöste aus seinem nationalen Sponsorenprogramm 1,22 Milliarden Dollar (Turin: 406 Millionen Dollar). Beide Städte durften auch ihre Ticket-Einnahmen (Peking: 185 Millionen Dollar, Turin: 89 Millionen Dollar) behalten. Ihnen standen zudem TOP-Einnahmen von zusammen knapp 300 Millionen Dollar zu.

Ob das IOC auch für die Periode 2013 bis 2016 mit einer deutlichen Zuwachsrate rechnen kann, hängt vor allem von den ausstehenden Fernsehverhandlungen ab. Der bisherige US-Rechteinhaber NBC, der für zwei Milliarden Dollar die Spiele in Vancouver und London eingekauft hat, war bisher nicht bereit für eine Erhöhung. Notfalls will das IOC mit der Versteigerung der USA-Rechte bis 2012 warten, in der Hoffnung, dass sich die Wirtschaftskrise bis dahin verzogen hat.

In Europa hat das IOC erst rund 500 Millionen Euro erlöst, bei einem Vergleichswert von 672 Millionen Euro für die Spiele 2008/2012. Ob das IOC die angestrebte Marke von mindestens 850 Millionen Euro erreicht, hängt vom Ausgang des restlichen Rechte-Pokers mit dem Fernsehen in Deutschland, England und Frankreich ab. ARD/ZDF als einzige ernsthafte deutsche Bieter blieben mit ihren Angeboten bisher standhaft unter der 100-Millionen-Euro-Grenze. Für das IOC sind eher die in Italien erlösten 152 Millionen Euro der Maßstab.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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