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Riesch nach Schlappe froh über Ende der "Hetzjagd"

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Maria Riesch ist geschlagen

Lenzerheide - Maria Riesch hat nach einer schweren Schlappe im ersten von vier Final-Rennen ihre Führung im Gesamtweltcup an ihre Freundin Lindsey Vonn verloren.

Lindsey Vonn küsste mit einem Strahlen im Gesicht die erste Kristallkugel des Winters, Maria Riesch war nur kurz zuvor an gleicher Stelle komplett frustriert in den Schnee gesunken. Nach ihrem enttäuschenden 17. Abfahrtsplatz im schweizerischen Lenzerheide gab die Partenkirchenerin ihre Führung im Gesamtweltcup erstmals in diesem Jahr an ihre Dauerrivalin ab. “Ich bin da fast ein bisserl froh, endlich. Das war eine solche Hetzjagd die letzten zwei Wochen“, sagte sie am Mittwoch bei noch drei ausstehenden Rennen und 27 Punkten Rückstand auf Vonn, die beim Sieg ihrer amerikanischen Teamkollegin Julia Mancuso Vierte wurde.

Maria Riesch: Die Ski-Strahlefrau

Strec

Deutliche 3,19 Sekunden lag Riesch hinter Mancuso und haderte deshalb mit ihrem zaghaften Auftritt: “Ich bin einfach total schlecht gefahren, das ärgert mich.“ Mehrere Minuten hatte die Doppel-Olympiasiegerin im Zielzelt gehockt und immer wieder mit den Schultern gezuckt. Nachdem der erste Frust verarbeitet war, machte sie sich trotz der jüngsten Negativserie wieder Mut. “Jetzt bin ich ein bisserl hinten, vielleicht ist das die bessere Position.“

Doch nicht nur Alpin-Direktor Wolfgang Maier hat “ein bisschen Resignation“ in der Fahrweise seiner Vorzeige-Alpinen ausgemacht, die in den vergangenen sechs Rennen jeweils Punkte auf Vonn verlor. Die Amerikanerin erhielt nach Herren-Sieger Didier Cuche im Zielraum der Silvano-Beltrametti-Piste die Kleine Abfahrtskugel, die sie sich bereits zuvor gesichert hatte. “Ich habe gewusst, ich muss aggressiv fahren, und das habe ich gemacht. Jetzt schaue ich von Tag zu Tag, ich werde weiter Vollgas geben“, sagte sie vor dem Super-G an diesem Donnerstag.

Die nötige Angriffslust ließ Riesch in Lenzerheide vermissen. “Objektiv fährt sie zu schlecht Ski, dass sie es der Vonn noch streitig machen kann“, meinte Alpin-Chef Maier, der dennoch auf die berühmten Comeback-Qualitäten der 26-Jährigen setzt. “Aber ich lebe mit der Hoffnung, dass sie mit ihrer Art die Dinge von heute auf morgen wieder umbiegen kann.“

Auf dem Podium für den Abfahrtsweltcup, in dem Riesch Zweite wurde, umarmte sie Vonn. Doch auch Maier hat festgestellt, dass die Partenkirchenerin auf die Kontroverse um einen vermeintlichen Schuhtausch der Amerikanerin, in der sie ihre Freundin der Lüge bezichtigt, “sehr emotional“ reagiert. Das sei nachvollziehbar. Dennoch äußerte er sich überrascht, dass Riesch sich von Vonn unter Druck setzen lasse. “Die Maria ist ja die Athletin schlechthin, die mit Niederlagen und dem Auf und Ab am Besten umgehen kann“, sagte er. “Aber man sieht, dass die Menschen doch keine Maschinen sind und irgendwann die Limits erreichen.“

dpa

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