Schiavone siegt sensationell in Paris

+
Francesca Schiavone jubelt nach ihrem Matchball.

Paris - Italien hat eine neue Nationalheldin: Francesca Schiavone hat sensationell als erste italienische Tennisspielerin einen Grand-Slam-Titel gewonnen.

Im “Exoten“-Finale der French Open besiegte das Energiebündel aus Mailand am Samstag die als Favoritin eingestufte Australierin Samantha Stosur mit 6:4, 7:6 (7:2). Im nicht mehr jungen Tennisalter von 29 Jahren warf sie sich nach ihrem Triumph auf den Sand des Court Central und nahm anschließend ein Bad im Publikum, ehe sie den silbernen “Coup Suzanne Lenglen“ und den 1,12-Millionen-Euro-Siegerscheck in Empfang nahm. Es ist der erste Grand-Slam-Titel für Italien seit Adriano Panattas Roland-Garros- Triumph 1976.


Bei herrlichstem Sonnenschein sahen die 15 166 Tennis-Fans in dem ausverkauften Stadion das hochklassigste Damen-Finale seit Jahren am Bois de Boulogne. Stosur servierte Aufschläge mit 196 km/h und punktete immer wieder mit ihrer starken Vorhand, und die zähe, kleine Kämpferin Schiavone rannte und ging immer wieder ans Netz vor.

“Ich bin einfach geboren, um Tennis zu spielen“, hatte die kleine, zähe Kämpferin vor dem Match ihres Lebens betont. Weshalb erst jetzt der Knoten platzte? “Vielleicht war ich vorher nicht bereit“, meinte Schiavone, “aber ich glaube, jetzt ist meine Zeit gekommen“.


Der schönste Tennis-Jubel

Italien hat eine neue Nationalheldin: Francesca Schiavone hat sensationell als erste italienische Tennisspielerin einen Grand-Slam-Titel gewonnen. So schön jubelte sie nach ihrem Matchball: © AP
Im “Exoten“-Finale der French Open besiegte das Energiebündel aus Mailand am Samstag die als Favoritin eingestufte Australierin Samantha Stosur mit 6:4, 7:6 (7:2). © AP
Im nicht mehr jungen Tennisalter von 29 Jahren warf sie sich nach ihrem Triumph auf den Sand des Court Central und nahm anschließend ein Bad im Publikum, ehe sie den silbernen “Coup Suzanne Lenglen“ und den 1,12-Millionen-Euro-Siegerscheck in Empfang nahm. © AP
Es ist der erste Grand-Slam-Titel für Italien seit Adriano Panattas Roland-Garros- Triumph 1976. © AP
Bei herrlichstem Sonnenschein sahen die 15 166 Tennis-Fans in dem ausverkauften Stadion das hochklassigste Damen-Finale seit Jahren am Bois de Boulogne. © AP
Der schönste Tennis-Jubel © AP
Der schönste Tennis-Jubel © AP
Der schönste Tennis-Jubel © AP
Der schönste Tennis-Jubel © AP
Der schönste Tennis-Jubel © AP
Der schönste Tennis-Jubel © AP
Der schönste Tennis-Jubel © AP
Der schönste Tennis-Jubel © AP
Der schönste Tennis-Jubel © AP
Der schönste Tennis-Jubel © AP
Der schönste Tennis-Jubel © AP
Der schönste Tennis-Jubel © AP
Der schönste Tennis-Jubel © AP
Der schönste Tennis-Jubel © AP
Der schönste Tennis-Jubel © AP
Der schönste Tennis-Jubel © AP

Schon nach ihren Siegen im Viertelfinale (gegen Caroline Woznicki) und im Halbfinale (gegen Olympiasiegerin Jelena Dementjewa) hatte sie nach dem Matchball den roten Sand geküsst - und damit bereits die Herzen der französischen Fans im Sturm erobert. Angefeuert wurde Schiavone von zahlreichen Tifosi mit Flaggen und T-Shirt-Aufdrucken wie “Forza Francesca“ und “Nothing is impossible“. Nun klettert sie erstmals in die Top Ten: Ab Montag ist sie die Nummer sechs der Welt.

Dabei war Schiavone als klare Außenseiterin ins Finale ihres 39. Grand-Slam-Turniers gegangen: In den vorigen fünf Vergleichen mit Stosur hatte sie viermal verloren. Und die Weltranglisten-Siebte Stosur, die erfolgreichste Sandplatzspielerin dieser Saison, hatte in Paris nacheinander Justine Henin, die Weltranglisten-Erste Serena Williams und die frühere Nummer eins Jelena Jankovic ausgeschaltet.

“Sie wird gewinnen, und sie wird ein Megastar in Australien“, war sich Stosurs legendärer Landsmann Pat Cash im Interview mit der “Süddeutschen Zeitung“ (Samstag-Ausgabe) sicher gewesen. “Ich meine: Siegerin der French Open, das ist wirklich groß, sie könnte dann im Grunde aufhören.“

Angefeuert wurde Stosur von ihren Eltern Tony and Diane und ihren Brüdern Dominic and Dan, die noch auf die letzte Minute zum Finale aus Australien eingeflogen waren. Die australische Fluglinie Qantas hatte den vier Angehörigen sogar die Flugtickets spendiert. Stosur, die Powerfrau mit dem Cap und der Sonnenbrille, die bereits im Doppel und Mixed jeweils zwei Grand-Slam-Titel gewonnen hat, darf sich mit einem Preisgeld von 560 000 Euro trösten. Auch für die 26-Jährige war es das erste Grand-Slam-Finale gewesen.

Von Inga Radel

Kommentare