Nächster Rückschlag

Federer: Halbfinal-Aus gegen Nr. 114 der Welt

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Roger Federer

Hamburg - Topfavorit Roger Federer hat beim ATP-Turnier am Hamburger Rothenbaum das Finale verpasst. Er verlor gegen den Qualifikanten Federico Delbonis. Zweiter Finalist ist Fabio Fognini.

Tennis-Superstar Roger Federer muss den nächsten schweren Rückschlag verkraften. Der frühere Weltranglistenerste scheiterte im Halbfinale des ATP-Turniers am Hamburger Rothenbaum völlig überraschend am Qualifikanten Federico Delbonis aus Argentinien mit 6:7 (7:9), 6:7 (4:7) und verpasste damit die Chance auf seinen fünften Triumph in der Hansestadt.

Dreieinhalb Wochen nach seinem Zweitrunden-Aus beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon ließ der 31-Jährige gegen die Nummer 114 der Welt die Klasse früherer Tage vermissen. Delbonis trifft im Finale auf Fabio Fognini, der am Freitag Lokalmatador Tommy Haas im Viertelfinale ausgeschaltet hatte. Der Italiener setzte sich im ersten Semifinale gegen Nicolas Almagro (Spanien/ Nr. 3) mit 6:4, 7:6 (7:1) durch.

„Es war nicht unbedingt ein Fortschritt“, sagte Federer, der zuletzt erstmals nach zehn Jahren aus der Top Vier der Welt gerutscht war: „Aber es gibt auch positive Aspekte. Ich hatte hier eine gute Woche mit vier guten Spielen. Es waren die Matches, die ich brauchte.“

Von der Papierform her, sprach vor dem Duell vor 7500 Zuschauern auf dem ausverkauften Center Court fast alles für Federer. Nicht nur, dass er in seiner Karriere bereits 77 Turniere auf der ATP-Tour gewonnen hat und von Turnierdirektor Michael Stich als „bester Spieler aller Zeiten“ eingestuft wurde. Sondern auch, weil er deutlich weniger Spielminuten in den Beinen hatte. Linkshänder Delbonis hatte sich durch die Qualifikation gekämpft und im Viertelfinale am Freitag gegen Fernando Verdasco (Spanien/Nr. 14) das längste Match des Turniers bestritten.

Und dem 22-Jährigen, der zuvor noch nie auf den Weltstar getroffen war, schien einen Tag nach seinem 3:13-Stunden-Marathon zu Beginn tatsächlich ein wenig die Frische zu fehlen, alles lief nach Plan. Nach neun Minuten nutzte Federer seinen ersten Breakball mit seinem neuen Racket. Nach dem jähen Aus in Wimbledon hatte sich der Schweizer entschieden, auf einen Schläger mit einem größeren Kopf umzusteigen. Nach dem knappen Viertelfinalsieg gegen Florian Mayer (Bayreuth) hatte sich sich Federer sehr zufrieden damit gezeigt, „wie ich den Ball gespürt habe“.

Doch auch Delbonis fand mehr und mehr seinen Rhythmus. Der Argentinier schaffte das Re-Break und erarbeitete sich beim Stand von 6:5 sogar Satzbälle. Federer, der viele einfache Fehler machte, rettete sich in den Tiebreak, in dem sich der mutige Delbonis belohnte.

Nun war der Weltranglistenfünfte gefragt, der 2002, 2004, 2005 und 2007 am Rothenbaum triumphiert hatte. Doch Federer konnte auch im zweiten Satz nicht in der Art zulegen, wie man es von dem Schweizer gewohnt ist. Stattdessen erarbeitete sich Delbonis immer wieder Breakballe, konnte sie aber zunächst nicht nutzten. Im Tiebreak machte er den größten Sieg seiner Karriere beim ersten Matchball nach 1:53 Stunden perfekt.

Im Finale wartet ein starker Gegner auf Delbonis. Wie gegen Haas attackierte der Italiener Fognini vehement den Aufschlag von Almagro, der 2011 in Hamburg im Finale gestanden hatte. Das frühe Break zum 1:0 hielt die Nummer 25 der Welt und sicherte sich nach 47 Minuten den ersten Durchgang. Almagro biss sich im zweiten Satz in das Match hinein, doch der 26 Jahre alte Fognini bewies im Tiebreak die stärkeren Nerven hat nun neun Spiele in Serie auf der Tour gewonnen.

SID

Zurück zur Übersicht: Sport-Mix

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser