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Riesch vs. Vonn: Zickenkrieg unter Freundinnen

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Das Nervenduell um den Gesamtweltcup wird für Maria Riesch (l.) auch zur Belastungsprobe für ihre Freundschaft zu Dauerrivalin Lindsey Vonn.

Lenzerheide - Es geht um Schuhe und um eine vermeintliche Lüge: Das Nervenduell um den Gesamtweltcup wird für Maria Riesch zur Belastungsprobe für ihre Freundschaft zu Dauerrivalin Lindsey Vonn.

Vor dem am Mittwoch beginnenden Saisonfinale auf der Lenzerheide kommt es zwischen den beiden Spitzen-Alpinen zu Reibereien um die Taktik der Amerikanerin, mit Schuhen ihres alten Ausrüsters zu fahren. “Sie hat es abgestritten, und das ist unter Freundinnen einfach nicht in Ordnung“, klagte Riesch vor der Abfahrt am Mittwoch (11.30 Uhr/ARD und Eurosport) und äußerte nach dem zweiten Trainingslauf “persönliche Enttäuschung, weil sie mich einfach angelogen hat.“

Die besten Sprüche der Ski-WM

Bier, Plomben und Käse: Die besten Sprüche der Ski-WM

“Ich versuche anständig zu essen und habe aufgehört, Bier zu trinken.“ (Alpin-Exot Jean Pierre Roy, Skirennfahrer aus Haiti, über einen Punkt seiner WM-Vorbereitung) © dpa
“Wegen der Absage bin ich sehr enttäuscht, aber das Leben geht weiter.“ (Die amerikanische Skirennfahrerin Lindsey Vonn frei nach Dragoslav “Stepi“ Stepanovic, früherer Trainer etwa von Eintracht Frankfurt und den Stuttgarter Kickers, über ihren Verzicht für den Rest der WM) © dpa
“Ich freue mich schon auf das Bild, wie der Polizist in der Mitte steht und die Athleten anhält und ihnen ein Ticket gibt...“ (FIS-Präsident Gian Franco Kasper auf die Frage, ob Geschwindigkeiten im Skirennsport ein Ansatzpunkt für Sicherheit wären) © dpa
“Ich komme sicher jedes Jahr wieder her zum Wallfahrten.“ (Die österreichische Doppel-Weltmeisterin Elisabeth Görgl) © dpa
“Ich glaube, dass ihr das Singen, der Auftritt sehr viel Lockerheit gegeben hat. Sie hat die Leute begeistert.“ (Österreichs Sportdirektor Hans Pum über Doppel-Weltmeisterin Elisabeth Görgl und deren WM-Song) © dpa
“Er ist unkompliziert und einfach - fast so wie die Traumfrau sein sollte.“ (Christof Innerhofer am Montag in Garmisch-Partenkirchen nach Silber in der Kombination über seinen drittplatzierten Teamkollegen Peter Fill) © dpa
“Es war klar, dass kein Kraut gegen den Aksel gewachsen ist, wenn der durchkommt.“ (Der Vierte der Kombinations, Benjamin Raich (Österreich), am Montag in Garmisch-Partenkirchen über Aksel Lund Svindal (Norwegen), der ihn vom Podest verdrängte) © dpa
“In meiner bisherigen sportlichen Betreuung habe ich eine solche Kombination einer grandiosen sportlichen und charakterlichen Leistung noch nicht erlebt. Sie ist ein wahrer Profi und Champion.“ (Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Skiverbandes, über die Leistung von Maria Riesch) © dpa
“Wenn es ein bisschen länger gedauert hätte, wäre ich pinkeln gegangen, denn ich hatte Druck.“ (Der Schweizer Silbermedaillengewinner Didier Cuche über die Unterbrechungspause vor seinem Start) © dpa
“Das interessiert mich null und nix, das ist für mich völlig uninteressant.“ (Der österreichische Cheftrainer Mathias Berthold über die sechsjährige Wartezeit seiner Abfahrer auf eine Medaille) © dpa
“Das stand noch auf meiner To-do-Liste.“ (Abfahrts-Weltmeister Erik Guay) © dpa
“Wenn die Lindsey meint, sie fährt rückwärts runter, dann soll sie rückwärts runter fahren.“ (Der deutsche Alpin-Direktor Wolfgang Maier auf die Frage zur möglichen Renntaktik der Amerikanerin Lindsey Vonn in der Super-Kombination am Freitag) © dpa
“Es ist so schwierig, ich habe oben gedacht, dass ich schon zwei Jahre nicht mehr auf Skiern gestanden habe.“ (Der Oberstdorfer Tobias Stechert nach dem Abfahrtstraining am Donnerstag zur herausfordernden Kandahar-Piste) © dpa
“Es schüttelt einen richtig durch. Der Kopf wackelt im Ziel weiter. Zum Glück sind meine Plomben alle noch drinnen.“ (Der Österreicher Michael Walchhofer zum gleichen Thema) © Getty
“Als Athlet muss man schauen, dass man mit allen Verhältnissen zurecht kommt. Aber diese Piste ist eigentlich ein Wahnsinn.“ (Walchhofers Teamkollege Benjamin Raich) © Getty
“Wir müssen uns auf Silber und Bronze konzentrieren. Gold holt der Innerhofer.“ (Der Schweizer Didier Cuche nachdem Super-G-Sieger Christof Innerhofer die überlegene Bestzeit im Training zur Abfahrt gefahren war) © Getty
“Er ist ein alter Fuchs. Er hat schon so oft bei Rennen auf den Podium gestanden und ich nur im Training.“ (Innerhofer schiebt die Favoritenrolle an Cuche zurück) © Getty
„Mein Kopf fühlte sich an wie in einem Schraubstock.“ (Die US-Amerikanerin Lindsey Vonn zu den Nachwirkungen ihres Sturzes) © Getty
„In der Hölle ist es so eisig, da spiegelt man sich fast selber.“ (Gina Stechert am Montag nach der Hangbefahrung für den Super-G auf der Kandahar-Piste) © Getty
„Die beste Eröffnungsfeier war damals in Saalbach. Die wurde abgesagt, das war äußerst angenehm und schnell.“ (Gian Franco Kasper, Präsident des Ski-Weltverbands FIS, über Eröffnungsfeiern bei Weltmeisterschaften) © dpa
„Heute haben wir sehr viel Energie verbrannt wie eine Nuklearzentrale.“ (Der kroatische Bronzemedaillengewinner Ivica Kostelic nach dem Super-G) © dpa
„Sex ist doch immer gut“ (Die US-Amerikanerin Julia Mancuso zu einem ORF-Reporter, der sie zu Platz sechs in der Abfahrt befragte) © dpa
„Ich kann mir keinen Käse über meinen Kopf machen, das ist ja kein Schienbein.“ (Lindsey Vonn zu ihrer in der vorvergangenen Woche erlittenen Gehirnerschütterung. Mit Quarkwickeln hatte die Amerikanerin vor Olympia ihre Schuhrandprellung behandelt) © Getty
“Ich war der Älteste in der Mannschaft - so schnell geht's.“ (Der 26 Jahre alte Felix Neureuther, der 2005 beim WM-Sieg im Team-Wettbewerb noch der jüngste in der deutschen Mannschaft war) © dpa

Nach mäßigen Ergebnissen am vergangenen Wochenende geht die deutsche Doppel-Olympiasiegerin mit 23 Punkten Vorsprung in den Showdown in der Schweiz. Dennoch sieht sie Vonn als Favoritin, “da sie speziell in den technischen Disziplinen einfach aufsteigende Tendenz zeigt.“ Sportlich habe das Schuh-Wechselspielchen zwar keine besondere Bedeutung, dennoch ärgert sie sich: “Es geht hier mehr um Moral.“ Nach der abschließenden Testfahrt stritt Vonn die Vorwürfe ab. “Ich weiß nicht, wovon sie spricht. Ich verstehe das alles nicht. Es ist nicht wahr, ich trage keinen alten Schuh“, sagte sie.

Dass es besonders vor großen Entscheidungen immer wieder zu Spannungen zwischen den Jugendfreundinnen kommt, stellte bereits der frühere deutsche Damen-Cheftrainer Mathias Berthold fest. “Der Haussegen hing doch schon vor einem Jahr bei Olympia schief“, sagte der Österreicher während dieser Saison. “Das ist aber okay, das ganze Schnucki-Pucki ist eh sinnlos.“ Branchenkenner sind überrascht, dass sich die sonst so abgeklärte Riesch vom psychologischen Geplänkel Vonns unter Druck setzen ließ. Als Knackpunkt gilt zudem die Super-Kombination von Tarvisio, als die Amerikanerin mit 37/100 Sekunden Vorsprung Riesch ausgerechnet in einer Parade-Disziplin die erste von insgesamt drei Kleinen Kugeln vor der Nase wegschnappte. “Ich muss mich als Führende jetzt wirklich in Lenzerheide auf mich selbst konzentrieren und alles versuchen“, betonte Riesch. In den beiden Trainingsfahrten konnten die zwei weltbesten Skirennfahrerinnen noch nicht in die Spitze rasen.

Am Dienstag wurde Vonn Siebte, Riesch Elfte. Gut verdient haben beide aber schon vor dem Saisonfinale. Allein an Preisgeldern gab es für jede rund 350 000 Euro. Nach der Abfahrt an diesem Mittwoch stehen in Lenzerheide jeweils ein Super-G und Slalom auf dem Programm, das von einem Riesentorlauf abgeschlossen wird. Darin reicht Viktoria Rebensburg am Samstag bereits ein elfter Platz, um sich die erste Disziplin-Wertung ihrer Karriere zu sichern. Bei allen Hochrechnungen um die Große Kugel hatte der deutsche Alpin-Direktor Wolfgang Maier den ganzen Winter lang auf das zu erwartende Herzschlagfinale hingewiesen. “Ich habe schon die unmöglichsten Dinge gesehen“, erinnert er an die bitteren Momente von Katja Seizinger 1995.

Erst im finalen Rennen entriss ihr die Schweizerin Vreni Schneider in Bormio den schon sicher geglaubten Sieg um ganze sechs Punkte. Derartige Spannung in der Gesamtwertung ist bei den Herren nach dem vorzeitigen Triumph von Janica Kostelic' Bruder Ivica ausgeschlossen. Aber zwei Speed-Routiniers wollen noch für Aufsehen sorgen: Der Österreicher Michael Walchhofer (35) kann sich am Mittwoch (9.30 Uhr) auf den letzten Metern seiner Karriere die Abfahrtskugel sichern. Für den ein Jahr älteren Schweizer Didier Cuche geht es am Donnerstag auch um den Sieg im Super-G, wo Stephan Keppler nach dem WM-Aus auf ein versöhnliches Saisonende hofft.

dpa

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