Auch Obama entzürnt

Rassismus-Eklat: Nowitzki enttäuscht von Sterling

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Er wisse nicht, ob "so ein Kerl" wie Sterling ein Team besitzen solle, sagte Dirk Nowitzki.

Los Angeles - Die NBA wird von einem Rassismus-Skandal  erschüttert. Donald Sterling, Besitzer der Los Angeles Clippers, wird beschuldigt, sich diskriminierend über Schwarze geäußert haben.

Die rassistischen Worte, die von Donald Sterling stammen sollen und gegen die schwarze Bevölkerung Amerikas gerichtet sind, erschüttern die nordamerikanische Basketball-Profiliga NBA in ihren Grundfesten und sorgten auch bei US-Präsident Barack Obama für blankes Entsetzen. „Du kannst mit ihnen schlafen, du kannst sie mit nach Hause bringen, du kannst machen, was du willst. Ich bitte dich nur, das nicht zur Schau zu stellen und sie nicht mit zu meinen Spielen zu bringen“, soll der Besitzer der Los Angeles Clippers in einem mitgeschnittenen Gespräch zu seiner Freundin gesagt haben.

Der Skandal, der vom Promi-Portal TMZ.com öffentlich gemacht worden war, hatte am Sonntag auch den mächtigsten Mann der Welt erzürnt. Obama, ein bekennender Basketball-Fan, äußerte sich im Rahmen seiner Asien-Reise in Malaysia zu den Äußerungen, die er als „unglaublich beleidigend“ und „rassistisch“ bezeichnete.

Die Clippers wollten die Identität des Sprechers zwar vorerst nicht bestätigen, dementierten aber auch nicht, dass es sich um Sterling handele. Der Klub kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an. Der 80-Jährige soll in der Vergangenheit bereits mehrfach mit rassistischen Äußerungen auffällig geworden sein.

Sterling hat sich bislang selbst nicht zu den Vorwürfen geäußert. „Ich weiß nicht, ob so ein Kerl 2014 ein Team besitzen darf“, sagte Superstar Dirk Nowitzki nach dem Training mit den Dallas Mavericks: „Es ist sehr enttäuschend, davon zu erfahren.“ Der farbige Trainer der Clippers, Doc Rivers, sagte, „es macht uns alle wütend. Es geht darum, menschlich zu sein. Es kümmert uns nicht, welche Rasse wir haben“.

Kobe Bryant: "Eine verdammte Schande"

Clippers-Star Chris Paul, der auch der Spielergewerkschaft NBAPA vorsteht, bezeichnete den Fall als „sehr ernste Angelegenheit, die wir aggressiv thematisieren werden“. Der knapp zehnminütige Mitschnitt sorgte für Zündstoff. „In unserer Liga ist kein Platz für Donald Sterling. Ich kann mir nicht vorstellen, was in seinem Kopf vorgeht“, sagte Superstar LeBron James von Meister Miami Heat.

Kobe Bryant vom Stadtrivalen Los Angeles Lakers nannte die Äußerungen „eine verdammte Schande. Leider ist es traurige Realität, dass wir solche Menschen in unserer Welt haben.“ Der ehemalige Lakers-Star Shaquille O'Neal stellte eine Zukunft der Clippers mit Sterling als Besitzer infrage: „Sollte dieser Typ weiter der Inhaber der Clippers bleiben?“

Ex-Star Charles Barkley sagte: „Wir sind eine schwarze Liga. Wir brauchen keinen Besitzer, der Schwarze diskriminiert.“ Der Fall, so Barkley, sei „der erste Test für Adam Silver“, der Nachfolger des langjährigen Commissioners David Stern müsse Sterling belangen und suspendieren. In einem offiziellen Statement bezeichnete Silver den Inhalt des Gespräches als „beleidigend und verstörend“, die Liga beabsichtige, dem Fall „so schnell wie möglich auf den Grund zu gehen“.

Für Silver persönlich sei die Situation „unfair gegenüber den Spielern und Trainern der Clippers“. Im Play-off-Achtelfinale (best-of-seven) führt Los Angeles 2:1 gegen die Golden State Warriors. Vor Spiel vier am Sonntagabend in Oakland setzte die Mannschaft ein Zeichen. Alle Spieler warfen ihre Trainingsjacken in die Mitte des Parketts und trugen ihre Aufwärmshirts auf links, damit das Logo nicht zu sehen war. Alle Profis spielten in schwarzen Socken.

SID

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