Schüttler ist raus - Haas weiter

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Ausgeschieden: Rainer Schüttler.

London - Harte Landung für Rainer Schüttler: Nach dem Höhenflug des Vorjahrs bis ins Halbfinale ist er am Mittwoch in Wimbledon abgestürzt. Tommy Haas hingegen ist eine Runde weiter.

Gegen seinen Angstgegner Dudi Sela aus Israel kassierte der 33-Jährige Schüttler in der zweiten Runde des Rasen-Tennisturniers in London mit 6:7 (3:7), 3:6, 2:6 eine bittere Niederlage, die der Erstrundenpleite in Melbourne Anfang des Jahres in Nichts nachstand.

Schon zum dritten Mal verlor der Korbacher gegen den neun Jahre jüngeren Israeli, der nach der Premiere 2008 erst sein zweites Match auf dem “Heiligen Rasen“ gewann und ihn streckenweise vorführte.

Thomas Haas hingegen hat nach einer halben Stunde Kurzarbeit die dritte Runde in Wimbledon erreicht. Sieben Spiele waren auf dem kleinen Center Court am Mittwoch bei den All England Championships gespielt, da gab der Franzose Michael Llodra mit schmerzverzerrtem Gesicht die Partie gegen den 31-jährigen Hamburger auf, der zu diesem Zeitpunkt mit 4:3 in Führung lag.

Einem Stoppball war Llodra so ungestüm hinterher gerannt, dass er in den Schiedsrichterstuhl krachte und ein Ballmädchen unter sich begrub. Die junge Dame überstand den Zusammenstoß mit dem 29 Jahre alten Tennisprofi unverletzt, Llodra aber warf nach zwei Ballwechseln das Handtuch.

Kurz davor, die Flinte ins Korn zu werfen, war im heftigen Wind von London der an Nummer 27 gesetzte Kohlschreiber, der sein Minimalziel und den Härtetest gegen Roger Federer schließlich aber erreichte. Starke Nerven und großer Einsatz waren gegen den Tschechen Ivo Minar allerdings vonnöten, ehe der 6:4, 3:6, 4:6, 6:2, 8:6-Erfolg geschafft war. “Das Ziel ist natürlich Federer, aber vorher muss ich noch kräftig arbeiten“, hatte Kohlschreiber geahnt. Am Freitag steigt nun die Revanche für die Finalniederlage im vorigen Jahr in Halle. “Der dickste Brocken im Feld“, so Kohlschreiber, setzte sich derweil locker in drei Sätzen gehen den Spanier Guillermo Garcia-Lopez durch.

Die erwartete Zweitrunden-Niederlage kassierte Qualifikant Simon Greul gegen den übermächtigen Serben Novak Djokovic. Der Reutlinger unterlag dem Mitfavoriten auf den Titel 5:7, 1:6, 4:6. Zwar trumpfte der 28-Jährige zunächst auf und knöpften dem Weltranglisten-Vierten sogar gleich den Aufschlag ab. Doch am Ende blieb dem 102 Plätze schlechter eingestuften Greul nur das Trostpflaster des ersten gewonnenen Grand-Slam-Matches. Nach fünf Erstrundenpleiten hatte er im Qualifikanten-Duell den Amerikaner Michael Yani geschlagen.

Eine herbe Enttäuschung erlebte auch Maria Scharapowa. Trotz allen Stöhnens, das sich im Verlaufe der Partie zu einem Dezibel-Orkan entwickelte, unterlag die Wimbledon-Siegerin von 2004 auf dem Center Court Gisela Dulko aus Argentinien mit 2:6, 6:3, 4:6. Auch im Vorjahr war die 22-jährige Russin in Runde zwei ausgeschieden und danach zehn Monate verletzt gewesen. Deshalb war ihre Devise vor dem Kurztrip nach Wimbledon: “Ich bin froh, überhaupt wieder hier zu sein.“

dpa

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