Ohne Riesch & Co.: Jetzt greift Neureuther an!

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Jetzt greift Felix Neureuther bei der Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen ein.

Garmisch-Partenkirchen - Felix Neureuther freut sich auf den Mannschafts-Wettbewerb, “weil man da auch zusammen mit Mädels fahren darf“. Dabei lernt er gleich drei neue WM-Damen kennen, denn Riesch, Rebensburg und Hölzl fehlen.

Keine Riesch, keine Hölzl, keine Rebensburg - aber auch ohne die Damen-Asse will sich Felix Neureuther mit fünf WM-Neulingen im Team-Wettbewerb bei den Weltmeisterschaften behaupten. Vor seinem ersten Einsatz in Garmisch-Partenkirchen erinnerte Neureuther noch einmal an den Team-Event bei den Weltmeisterschaften 2005, als der Deutsche Skiverband in Bormio völlig überraschend Gold gewonnen hatte. “Da sind wir alle über uns hinausgewachsen“, sagte der 26-Jährige. Diesmal müsste ein wahres Ski-Wunder her, um auf das Stockerl zu fahren.


Maria Riesch sagte nach zweimal Bronze bei der Heim-WM mit Blick auf ihre Gesundheit die weiteren Rennen ab, Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg sollte sich nach der Grippe ebenfalls noch schonen. Und Weltmeisterin Kathrin Hölzl setzt sowieso alles nur für das Spezial-Rennen am Donnerstag auf eine Karte. Nach einem Besuch am Dienstagmittag beim Teamarzt riet Hannes Scherr Riesch und Rebensburg vom Start im Mannschaftsrennen ab.

Unsere Fahrer für Deutschland: Der DSV-Kader

Fanny Chmelar (SC Partenkirchen) geb. am: 31. Oktober 1985 bisherige WM-Teilnahmen: 2 (beste Platzierung: 8. im Slalom 2009). © getty
Bestes Weltcup-Resultat: 2. beim Slalom in Are 2009. Möglicher WM-Einsatz: Slalom © getty
Katharina Dürr (SV Germering) geb. am: 28. Juli 1989 bisherige WM-Teilnahmen: keine. Größte Erfolge: Silber Junioren-WM 2007 (Slalom) © getty
Bestes WC-Resultat: 5. beim Slalom in Flachau 2010. Möglicher WM-Einsatz: Slalom. © getty
Lena Dürr (SV Germering) geb. am: 4. August 1991 bisherige WM-Teilnahmen: keine. Größte Erfolge: Europacup-Gesamtsiegerin 2010. © getty
Bestes WC-Resultat: 9. beim Riesenslalom in Maribor 2010. Möglicher WM-Einsatz: Riesenslalom, Super-Kombination. © getty
Christina Geiger (SC Oberstdorf) geb. am: 6. Februar 1990 bisherige WM-Teilnahmen: keine. Größte Erfolge: Junioren-Weltmeisterin im Slalom 2010 © getty
Bestes WC-Resultat: 3. beim Slalom in Semmering 2010. Möglicher WM-Einsatz: Slalom © getty
Kathrin Hölzl (WSV Bischofswiesen) geb. am: 18. Juli 1984 bisherige WM-Teilnahmen: 2 (beste Platzierung: 1. im Riesenslalom 2009) © getty
Bestes WC-Resultat: 2 Weltcup-Siege Möglicher WM-Einsatz: Riesenslalom, Team-Wettbewerb © getty
Nina Perner (Rheinbrüder Karlsruhe) geb. am: 10. Februar 1986 bisherige WM-Teilnahmen: keine. Größte Erfolge: deutsche Slalom-Meisterin 2010. © getty
Bestes WC-Resultat: 14. beim Slalom in Zwiesel 2011. Möglicher WM-Einsatz: Slalom © getty
Viktoria Rebensburg (SC Kreuth) geb. am: 4. Oktober 1989 bisherige WM-Teilnahmen: 2 (beste Platzierung: 8. im Riesenslalom 2007) größte Erfolge: Riesenslalom-Olympiasiegerin 2010, dreimalige Juniorenweltmeisterin (Super-G 2008/2009, Riesenslalom 2009). © getty
Bestes WC-Resultat: 2 Weltcup-Siege Möglicher WM-Einsatz: Super-G, Riesenslalom, Team-Wettbewerb. © getty
Maria Riesch (SC Partenkirchen) geb. am: 24. November 1984 bisherige WM-Teilnahmen: 3 (beste Platzierung: 1. im Slalom 2009) größte Erfolge: Olympiasiegerin 2010 in der Super-Kombination und im Slalom, Slalom-Weltmeisterin 2009, Gewinnerin des Super-G-Weltcups und des Kombinations-Weltcups 2008, Gewinnerin des Slalom-Weltcups 2009 und 2010 © getty
Bestes WC-Resultat: 18 Weltcup-Siege Möglicher WM-Einsatz: Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Slalom, Super-Kombination, Team-Wettbewerb. © getty
Susanne Riesch (SC Partenkirchen) geb. am: 8. Dezember 1987 bisherige WM-Teilnahmen: 2 (beste Platzierung: -) größte Erfolge: deutsche Riesenslalom-Meisterin 2010. © getty
Bestes WC-Resultat: zweimal 3. in einem Slalom Möglicher WM-Einsatz: Slalom © getty
Veronika Staber (WSV Samerberg-Törwang) geb. am: 24. Juli 1987 bisherige WM-Teilnahmen: keine. Größte Erfolge: deutsche Riesenslalom-Meisterin 2006. © getty
Bestes WC-Resultat: 12. beim Riesenslalom in Zwiesel 2011 Möglicher WM-Einsatz: Riesenslalom. © getty
Gina Stechert (SC Oberstdorf) geb. am: 20. November 1987 bisherige WM-Teilnahmen: 1 (beste Platzierung: 22. im Super-G 2007) größte Erfolge: mehrmalige deutsche Meisterin. © getty
Bestes WC-Resultat: Sieg bei der Abfahrt 2009 in Tarvisio. Möglicher WM-Einsatz: Abfahrt, Super-G, Super-Kombination © getty
Fritz Dopfer (SC Garmisch) geb. am: 24. August 1987 bisherige WM-Teilnahmen: keine. Größte Erfolge: deutscher Meister im Riesenslalom (2010) und im Slalom (2009). © getty
Bestes WC-Resultat: 14. beim Slalom in Levi 2010 Möglicher WM-Einsatz: Riesenslalom, Slalom, Team-Wettbewerb. © getty
Felix Neureuther (SC Partenkirchen) geb. am: 26. März 1984 bisherige WM-Teilnahmen: 4 (beste Platzierung: Gold im Teamwettbewerb 2005) größte Erfolge: Team-Weltmeister 2005. © getty
Bestes WC-Resultat: 2 Siege Möglicher WM-Einsatz: Riesenslalom, Slalom, Team-Wettbewerb Stefan Luitz (SC Bolsterlang). © getty
Stefan Luitz (SC Bolsterlang) geb. am: 26. März 1992 bisherige WM-Teilnahmen: keine. Größte Erfolge: Zweiter Junioren-Weltmeisterschaften 2010 (Riesenslalom). © getty
Bestes WC-Resultat: Rang 36 beim Riesenslalom in Adelboden 2011. Möglicher WM-Einsatz: Riesenslalom, Slalom. © getty
Andreas Sander (SG Ennepetal) geb. am: 13. Juni 1989 bisherige WM-Teilnahmen: keine. Größte Erfolge: Junioren-Weltmeister im Super-G 2009. © getty
Bestes WC-Resultat: 28. bei der Abfahrt in Gröden 2010. Möglicher WM-Einsatz: Abfahrt, Super-G . © getty
Tobias Stechert (SC Oberstdorf) geb. am: 28. Juli 1987 bisherige WM-Teilnahmen: keine. Größte Erfolge: deutscher Meister in Abfahrt und Super-G 2008. © getty
Bestes WC-Resultat: 19. bei der Abfahrt in Gröden 2010 Möglicher WM-Einsatz: Abfahrt, Super-G. © getty

“Maria ist schon für die Abfahrt ein sehr hohes Risiko gegangen“, verriet der “Doc“ und empfahl einen weiteren Erholungstag. Auch für Rebensburg. “Die Grippe hat mich Kraft gekostet, jetzt fühle ich mich schon wieder sehr gut“, vermittelte die zweimalige Weltcup-Siegerin Zuversicht für das Einzelrennen.

Das Fehlen der starken Riesenslalom-Damen macht sich gerade im neuen Format, das in Garmisch-Partenkirchen WM-Premiere feiert, bemerkbar. Denn anders als im alten Team-Programm, als 2005 und 2007 Super-G und Slalom gefahren wurden, treten die Mannschaften in der dritten Auflage nun in Parallel-Riesenslaloms gegeneinander an.

Zwei Frauen und zwei Männer starten pro Runde jeweils im direkten Duell. Für jedes gewonnene Rennen gibt es einen Punkt, beim 2:2 Gleichstand entscheidet die Summe aus bester Damen- und Herren-Zeit über das Weiterkommen. Beim Weltcup-Finale gewann Tschechien das Rennen im Parallel-Modus. An diesem Mittwoch (11.00 Uhr/ARD und Eurosport) sind Österreich und Frankreich die Favoriten.

Das vor der Verletzungs- und Krankheitsmisere hochgehandelte deutsche Team trifft in Runde eins auf Slowenien. Nur der 26-jährige Neureuther hat Titelkampf-Erfahrung und will schon mal “WM-Luft schnuppern“. “Am Sonntag ist dann der große Showdown, wo ich alles geben muss“, sagte der zweimalige Weltcup-Sieger im Slalom.

Kandahar und Gudiberg: Das sind die WM-Strecken

Kandahar und Gudiberg - keine Alpin-Strecken in Deutschland bieten so viel Historie. © WM-OK
Hier gab es Triumphe, aber auch tragische Momente. Foto: Fanny Chmelar stürzt im Januar 2009. © dpa
Für die WM wurden beide Areale mit Millionenaufwand umgestaltet. Anders als bei vorangegangenen Weltmeisterschaften liegen die Zielräume der Entscheidungen deutlich auseinander. Foto: Slalom-Strecke am Gudiberg. © WM-OK
GUDIBERG: In Sichtweite der Olympiaschanze finden die beiden Slalom-Wettbewerbe und die Finals der Super-Kombinationen statt. © WM-OK
Für knapp vier Millionen Euro wurde die Strecke im Ortsteil Partenkirchen modelliert, ein Zielhaus und ein Doppelsessellift gebaut. © WM-OK
Dieser löst den betagten Schlepper ab, der vor allem bei der Präparierung der Lifttrasse stets viel Arbeit machte. © WM-OK
Jeder Sieger der bisherigen Weltcuprennen, unter ihnen Felix (Foto) und Vater Christian Neureuther, sowie alle Weltmeister von 2011 finden ihren Namen auf einem der neuen Sessel wieder. © Getty
Anders als bei den zurückliegenden Weltcups liegt der Zielbereich nicht im Skisprungstadion, sondern es wurde ein eigenes Zielstadion gebaut. © WM-OK
Die selektive Strecke ist zudem nach oben hin verlängert worden. Auch nach der WM bleibt sie Spitzenathleten und dem Nachwuchs zum Training vorbehalten. © WM-OK
KANDAHAR: Ein anderes Gesicht erhielt die traditionsreiche Kandahar-Strecke, auf der seit 1954 Rennen gefahren werden. © WM-OK
Die Herren starten auf einer größtenteils neu gebauten Strecke, die beim Weltcup-Finale 2010 ihre Premiere feierte. © WM-OK
Der “Freie Fall“ ist mit 92 Prozent Gefälle das steilste Stück im alpinen Rennzirkus. © WM-OK
Beim Seilbahnstadelsprung landen die Abfahrer erst wieder nach etwa 40 bis 60 Metern. © WM-OK
“Der Läufer ist bis ins Ziel gefordert, es gibt keine Gleitstrecke, das ist das Charakteristische der neuen Kandahar“, sagt Chef-Rennleiter Heinz Mohr (Foto) über die im Vergleich zur alten Abfahrt kürzere, aber noch schwerere Prüfung. © dpa
Die Damen benutzen die bisherige Herren-Strecke mit den berühmten Schlüsselstellen Tröglhang, Himmelreich und Hölle. © WM-OK
Die FIS-Schneise, in der 1994 die Österreicherin Ulrike Maier tödlich verunglückte, wurde verbreitert. © WM-OK
Neu ist auch, dass Damen- und Herrenstrecke bis auf das gemeinsame Ziel voneinander getrennt sind, so dass beispielsweise Pistenbesichtigungen separat stattfinden können. Foto: Maria Riesch © WM-OK

Hinter ihm dürften Fritz Dopfer (23 Jahre), Lena Dürr (19) und Veronika Staber (23) zum Einsatz kommen. Die beiden Damen dürfen sich für ihren anvisierten Riesenslalom-Auftritt am Donnerstag, wenn die drei Vorfahrerinnen im Medaillenkampf mitmischen möchten, in Position bringen. Für Stefan Luitz (19) und die überraschend ins Aufgebot nachgerückte Veronique Hronek (19), beide noch ohne Weltcup- Platzierung, dürfte am Mittwoch nur die Ersatzrolle in Frage kommen.

“Wir können das Thema schon kompensieren, wenn die Jungs jedes Mal gewinnen, fahren sie jedes Mal zwei Punkte“, meinte Maier, der am Vorabend noch über die Team-Besetzung gegrübelt hatte. Einen Reiz habe das Mannschafts-Duell, von dem sich der Internationale Skiverband eine Aufnahme ins olympische Programm erhofft, allemal. “Auch wenn den viele nicht ernst nehmen. Ich bin überzeugt, wenn da mal um Medaillen gefahren wird, ist das gar kein so schlechter Wettkampf. Das Problem ist, dass es keine Tradition hat. Man muss dem Format eine Chance geben“, sagte Maier.

Von Christian Kunz und Florian Lütticke

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