Oberstdorf scheitert bei Ski-WM-Vergabe für 2015

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Aus der Traum: Oberstdorf ist bei der Vergabe der Ski-WM für 2015 gescheitert.

Antalya - Oberstdorf muss weiter auf ein neues Wintermärchen warten. Die Marktgemeinde aus dem Allgäu scheiterte am Donnerstag mit ihrer Bewerbung um die Ausrichtung der nordischen Ski- Weltmeisterschaften 2015.

Das Council des Ski-Weltverbandes FIS gab der schwedischen Wintersportmetropole Falun den Zuschlag für die Titelkämpfe. Während bei den Nordeuropäern unmittelbar nach der Verkündung durch FIS-Präsident Gian Franco Kasper stürmischer Jubel einsetzte, hielt sich die Enttäuschung im deutschen Lager in Grenzen.


“Wir wussten, dass es schwer werden würde. Schließlich sind seit der vergangenen WM in Oberstdorf erst wenige Jahre vergangen, so dass bei der Entscheidung letztlich wohl der Zeitfaktor ausschlaggebend war. Trotzdem ist es richtig und wichtig gewesen, sich erneut zu bewerben. Manchmal sind eben mehrere Anläufe notwendig, um die Basis für einen späteren Erfolg zu schaffen“, sagte DSV-Präsident Alfons Hörmann. Bereits vor zwei Jahren hatte sich Oberstdorf, das zuletzt im Jahr 2005 eine nordische WM ausgerichtet hatte, ganz bewusst zum frühest möglichen Zeitpunkt erneut als WM-Gastgeber beworben, dort aber gegen Val di Fiemme (Italien) den Kürzeren gezogen.

Von der zweiten Absage wollen sich Oberstdorf und der Deutsche Skiverband deshalb nicht entmutigen lassen. Bereits im Vorfeld hatte der DSV angekündigt, gegebenenfalls gemeinsam mit Oberstdorf eine weitere WM-Bewerbung für 2017 abzugeben. Diese Aussage war vom Gemeinderat des Marktes Oberstdorf positiv aufgenommen worden.


“Ich denke, wir haben eine sympathische und absolut schlüssige Bewerbung abgeliefert, jetzt heißt es ganz einfach, dran bleiben“ betonte Hörmann und bekam Unterstützung vom Oberstdorfer Bürgermeister Laurent Mies: “Unser Konzept stimmt ­ das zeigt die große Wertschätzung, die uns von allen Seiten entgegengebracht wird.“

Viel mehr war es wohl eine politische Entscheidung. Falun hatte sich zum dritten Mal beworben. Nach den sehr gut organisierten Weltmeisterschaften 1954, 1974 und 1993 waren die Schweden ohnehin leicht favorisiert, zumal Mitteleuropa nicht gleich wieder zwei Titelkämpfe nacheinander ausrichten sollte. Dementsprechend bekam Falun in allen drei Runden die meisten Stimmen, jeweils vor Lahti (Finnland) und Zakopane (Polen). Oberstdorf war bereits in der ersten Abstimmung mit nur einem Votum ausgeschieden.

Keine Überraschung gab es auch bei der Vergabe der alpinen WM 2015. Beaver Creek/Vail in den USA machten das Rennen bereits in der ersten Runde. 1999 hatte die Region letztmalig die WM ausgerichtet, seitdem fand sie ausschließlich in Europa statt. Mit der Bewerbung für 2013 waren die Amerikaner am österreichischen Schladming gescheitert. Leicht fiel dem Council die Vergabe der WM im Skifliegen 2014 und im Snowboard/Freestyle 2015: Mit Harrachov (Tschechien) und Kreischberg (Österreich) war jeweils nur ein Bewerber angetreten.

dpa

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