Deutschland raus - Olympiatraum geplatzt

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Dirk Nowitzki gab alles, konnte aber sein Team letzten Endes nicht ins Viertelfinale der EM in Litauen führen.

Wilna - Die deutschen Basketballer haben das Viertelfinale der Basketball-EM in Litauen und damit die Qualifikation für die Olympischen Spiele verpasst.

Dirk Nowitzkis Traum von einer erneuten Olympia-Teilnahme ist geplatzt, die Zukunft des deutschen Basketballs findet erst einmal ohne den NBA-Champion statt. Bei der EM in Litauen verlor das deutsche Team am Sonntagabend in der “Hölle von Vilnius“ gegen die Gastgeber mit 75:84 (33:37) und verpasste den Sprung ins Viertelfinale. Für ein Weiterkommen hätte das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann mindestens mit elf Punkten Differenz gewinnen müssen. Bester Werfer im deutschen Team war Chris Kaman mit 25 Zählern. Damit hat die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) auch keine Chance mehr, sich für die Olympischen Spiele 2012 zu qualifizieren.


Nowitzki wird sich daher wohl bis auf weiteres aus dem Nationalteam zurückziehen. “Ich denke, dass ich eine Pause machen werde“, hatte der 33-Jährige bereits vor dem entscheidenden Zwischenrundenspiel gesagt. Seinen definitiven Rücktritt erklärte der Blondschopf aber nicht.

Was er beim Freiwurf singt: So tickt Dirk Nowitzki

Dirk Nowitzki ist weltweit einer der bekanntesten deutschen Sportler. Wir präsentieren Wissenswertes über den NBA-Superstar, das Sie überraschen könnten... © picture alliance / dpa
Sein ganzer Name lautet Dirk Werner Nowitzki. © picture alliance / dpa
Nowitzki ist eine absolute Identifikationsfigur in Dallas, seiner zweiten Heimat nach Würzburg. Er hatte im Laufe der Jahre verschiedene Spitznamen, unter anderem German Wunderkind, Dirkules, Dirk Diggler oder Dunking Deutschman. © picture alliance / dpa
Nowitzkis Schwester Silke arbeitete fürs Liga-Fernsehen NBA TV. © picture alliance / dpa
Als Dirk Nowitzki zu den Dallas Mavericks kam, war seine Abwehrarbeit alles andere als meisterlich. Deswegen strichen spitzfindige Fans kurzerhand das D für Defense aus seinem Vornamen und nannten ihn frech "Irk". © picture-alliance / dpa/dpaweb
Im Urlaub legt sich Nowitzki nicht auf die faule Haut, sondern rackert mit seinem Mentor Holger Geschwindner in einer Turnhalle in Rattelsdorf nahe Bamberg. © picture alliance / dpa
Nowitzki wurde in den USA 1997 ein Begriff. Beim Nike Hoop Summit, bei dem eine NBA-Auswahl gegen eine Horde europäischer Talente antrat, dunkte der junge Deutsche über NBA-Legende Charles Barkley. Dieser fragte in der anschließenden Pressekonferenz nach Nowitzkis Namen und empfahl ihm, in die USA zu kommen. © picture alliance / dpa
Individuell am Höhepunkt: 2007 bekam Nowitzki den MVP-Award und wurde praktisch zum besten Spieler der Welt ernannt. © picture-alliance/ dpa
In den ersten Jahren seiner NBA-Karriere war der kanadische Aufbauspieler Steve Nash Nowitzkis bester Kumpel. Beide wurden später unabhängig voneinander zum MVP ernannt, dem wertvollsten Spieler. © picture alliance / dpa
Dirk Nowitzki hätte möglicherweise auch als Tennisspieler Karriere machen können. In seiner Jugend zählte er zu den größten deutschen Talenten. Dann legte er den Schläger zur Seite und konzentrierte sich voll auf Basketball. © picture alliance / dpa
Beim US-Volkssport Baseball macht Nowitzki eher eine mittelprächtige Figur, aber Basketball liegt ihm in den Genen: Nowitzkis Mutter Helga spielte einst für die deutsche Basketball-Nationalmannschaft, sein Vater Jörg war Handballer. © picture alliance / dpa
Der einzige gebürtige Deutsche, der außer Nowitzki jemals den großen Durchbruch in der NBA schaffte, war Detlef Schrempf (l.). Im Vergleich zu Schrempf war es Nowitzki stets ein Anliegen, die deutsche Nationalmannschaft selbst nach der antrengenden NBA-Saison bei wichtigen Turnieren zu vertreten. © AFP
Logische Konsequenz: Nowitzki durfte bei Olympia 2008 in Peking die deutsche Flagge tragen. © picture-alliance/ dpa
Nowitzki und die Haarpracht: Im Laufe der Jahre trug er so ziemlich alles vom Stoppellook über die Boygroup-Gelfrisur bis hin... © picture-alliance/ dpa
... zur Langhaar-Matte. Als er mal besonders lange nicht beim Friseur war, verkleideten sich einige Fans mit Wischmob auf dem Kopf als Nowitzki. © picture alliance / dpa
Nowitzki wurde beim NBA-Draft von den Milwaukee Bucks ausgewählt, für die er aber nie spielen sollte, weil er sofort zu den Dallas Mavericks weitertransferiert wurde. Dort trägt er bis heute die Nummer 41. © picture alliance / dpa
Nowitzki spielt in seiner Freizeit Saxophon und Gitarre. Entsprechende Videos kursieren im Internet. © picture alliance / dpa
2009 erlitt Nowitzki emotional Schiffbruch, als die Beziehung zu seiner Verlobten Crystal Taylor platzte. Sie führte ein kriminelles Doppelleben und musste ins Gefängnis. © picture-alliance/ dpa
Mittlerweile hat Nowitzki eine neue Liebe gefunden. Im Sommer 2012 gaben sich der Basketballer und die Schwedin Jessica Olsson in der Karibik das Ja-Wort. © picture alliance / dpa
Nowitzki ist bekannt für seine Bescheidenheit. In den ersten Jahren seiner NBA-Karriere leistete er sich als Multimillionär nicht mehr als eine Wohnung und einen geräumigen Gebrauchtwagen, in dem seine Körpergröße keine Probleme darstellte.  © picture alliance / dpa
Dirk Nowitzki singt beim Freiwurf "Looking for Freedom" von David Hasselhoff. Natürlich nicht voller Inbrunst, sonder nur ganz leise, um sich besser konzentrieren zu können. © picture alliance / dpa

Mit dem Ausscheiden bei der EM ist auch die Ära von Bundestrainer Bauermann beendet. Der 53-Jährige wird sich in Zukunft ganz auf seinen Job als Coach des FC Bayern München konzentrieren. Bauermann war seit 2003 für die deutschen Korbjäger verantwortlich und feierte mit der Silbermedaille bei der EM in Serbien 2005 seinen größten Erfolg. Seinen Nachfolger will der Verband frühestens Ende des Jahres präsentieren.

Während Nowitzki und Co. an diesem Montag die Heimreise antreten, geht die Basketball-Party für die Litauer weiter. Den vierten Viertelfinalplatz aus der Gruppe E sicherte sich Serbien, das gegen die Türkei 68:67 (35:27) gewann. Dadurch war die Ausgangsposition für die deutsche Mannschaft bereits vor der Partie gegen den Ausrichter denkbar schlecht. Hätten sich die Türken gegen Serbien durchgesetzt, hätte der DBB-Equipe ein einfacher Erfolg gereicht.

So aber rannten die deutschen Riesen von Beginn an jenen elf Punkten hinterher, mit denen sie die Litauer schlagen mussten, um doch noch die K.o.-Runde zu erreichen. Die Bauermann-Schützlinge begannen konzentriert, vor allem Kaman lief mit acht Punkten im ersten Viertel richtig heiß.

Dafür fand Nowitzki nicht ins Spiel. Der MVP der NBA-Finalserie traf keinen seiner vier Würfe in den ersten zehn Minuten. Dabei hatte Bauermann vor der Partie noch einen “großen Basketball-Tag“ seines Superstars angekündigt. Doch der 33-Jährige erreichte auch im letzten Turnierspiel nicht jene Form, mit der er das Team hätte tragen können. Die Mini-Pause nach dem NBA-Triumph war einfach zu kurz.

Nach dem ersten Abschnitt lag Deutschland so mit vier Punkten hinten (17:21), die hohe Bürde war auf 15 Zähler angewachsen. Erst nach insgesamt 13:39 Minuten gelangen Nowitzki von der Freiwurflinie die ersten Punkte, aber richtig in die Partie rein kam die deutsche Auswahl nicht. Irgendwie fehlte der wahre Glaube an das “Wunder von Vilnius“ , auch zur Pause betrug der Rückstand vier Zähler (33:37).

Nach dem Seitenwechsel kam das deutsche Team mit viel Schwung aus der Kabine. Kaman und Nowitzki brachten die DBB-Truppe erstmals in Führung (41:39), plötzlich schnupperte die Mannschaft an der Sensation. Doch dann zogen die Litauer mit neun Punkten in Serie wieder davon und zogen den deutschen Riesen endgültig den Zahn. Immerhin steckte die deutsche Mannschaft nie auf, ging Mitte des vierten Viertels sogar noch einmal in Führung (64:63), aber am Ende war die Elf-Punkte-Bürde doch zu groß.

dpa

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