Riesenlob für Klinsmann

Nowitzki-Interview: "Rekorde nicht so wichtig"

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Dirk Nowitzki.

Dallas - Im Interview spricht Dirk Nowitzki über die Situation bei den Mavs, sein erstes Weihnachtsfest als Familienvater und das WM-Duell zwischen Joachim Löw und Jürgen Klinsmann.

Dirk Nowitzki wird auch mit 35 Jahren nicht müde. Der Würzburger ist nach einer für ihn schweren Saison wieder richtig fit und mit den Dallas Mavericks in der NBA auf Playoff-Kurs. Im Interview der Nachrichtenagentur dpa spricht der Basketball-Superstar über die Situation bei den Mavs, sein erstes Weihnachtsfest als Familienvater und das WM-Duell zwischen Joachim Löw und Jürgen Klinsmann.


Herr Nowitzki, wie war das erste Weihnachten und der erste Jahreswechsel als Familienvater?

Nowitzki: Es war sehr schön, Weihnachten mit der Family verbringen zu können. Mit Kindern das Fest zu feiern, ist etwas ganz Besonderes. Es ist ja schon gute Tradition bei uns, dass wir Weihnachten zusammen in meinem Haus in Dallas feiern.


Sportlich läuft es nach den Enttäuschungen der Vorsaison wieder besser, Dallas liegt klar auf Playoffkurs. Sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?

Nowitzki: Ich bin eigentlich zufrieden mit unserer Leistung bisher. Trotzdem haben wir einige Spiele unnötig verloren. Ich hoffe, wir können uns im Saisonverlauf bis zu den Playoffs noch einmal steigern.

Für Dallas war es der dritte große personelle Umbruch nacheinander. Was zeichnet das aktuelle Mavs-Team aus?

Nowitzki: Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern. Monta Ellis und José Calderón sind sehr wertvolle Neuzugänge. Aber wie Sie richtig gesagt haben, haben wir wieder einen Umbruch vollzogen und sind wieder eine komplett neue Mannschaft. Von daher müssen wir uns vor allem defensiv noch finden.

Monta Ellis legt diese Saison ähnlich viele Punkte wie Sie auf - welche Bedeutung hat er für Ihr Spiel?

Nowitzki: Ich spiele sehr gerne mit Monta Ellis zusammen. Meine Rolle hat sich durch ihn etwas verändert. Er ist ein konstanter Scorer und ich kann mich auf andere Aspekte meines Spiels konzentrieren.

Auch persönlich läuft es für Sie wieder rund, anders als in der vergangenen Saison haben Sie erst ein Spiel verpasst. Bereitet das Knie überhaupt keine Probleme mehr?

Nowitzki: Die letzten zwei Jahre waren sehr inkonstant wegen der Knieschwellung. Aber ich habe im Sommer viel Arbeit reingesteckt und fühle mich sehr gut.

Ende des vergangenen Jahres haben Sie Detlef Schrempf als deutschen Rekordspieler in der NBA abgelöst. Was bedeutet Ihnen das?

Nowitzki: Rekorde sind mir nicht so wichtig. Ich hatte Glück, dass ich von großen Verletzungen verschont wurde und hoffe, dass ich noch ein paar Jahre auf hohem Niveau spielen kann.

Viele Experten hatten Sie bereits abgeschrieben. Spüren Sie eine besondere Genugtuung?

Nowitzki: Ich konzentriere mich nicht darauf, was andere sagen. Ich versuche immer mein Bestes zu geben und meine Mannschaft zu Siegen zu führen.

Für die anderen Deutschen in der NBA lief es nicht so gut, Elias Harris, Tim Ohlbrecht haben es nicht geschafft, auch Dennis Schröder tut sich schwer. Was haben Sie ihm nach der Rückstufung in die D-League geraten?

Nowitzki: Ich habe ihm nichts geraten. Schon vor der Saison habe ich ihm gesagt, dass die erste Saison schwer wird mit vielen Höhen und Tiefen und man sich durcharbeiten muss.

Hat er dennoch das Zeug für die NBA?

Nowitzki: Aller Anfang ist schwer, das war bei mir auch so. Wenn er weiter an sich arbeitet, kann er den Durchbruch schaffen.

In Jerryd Bayless von den Memphis Grizzlies hat erneut ein Amerikaner Interesse bekundet, für Deutschland zu spielen? Hatten Sie schon Kontakt mit ihm?

Nowitzki: Nein, aber ich habe gelesen, dass er interessiert ist.

Würden Sie es begrüßen, wenn er für Deutschland spielt?

Nowitzki: Wenn er spielt, kann (Chris) Kaman nicht spielen. Daher ist das schwer zu beurteilen.

Sind die Olympischen Spiele 2016 nach wie vor ein Ziel für Sie?

Nowitzki: Es wäre natürlich schon eine tolle Sache, Olympia noch einmal erleben zu dürfen. Aber darüber mache ich mir im Moment keine Gedanken. Ich konzentriere mich auf die aktuelle NBA-Saison. Alles andere kommt später.

Sie haben immer betont, dass Sie ihren Vertrag erst auslaufen lassen wollen, um dann im Sommer mit den Mavs Gespräche zu führen - was spricht gegen eine frühzeitige Verlängerung?

Nowitzki: Ich möchte mich zunächst auf die aktuelle Saison konzentrieren. Im Sommer ist dann genügend Zeit, sich um die nächsten Jahre Gedanken zu machen.

Wie verfolgen Sie den Weg Ihres alten Teamkollegen Jason Kidd als Coach der Brooklyn Nets? Warum tut er sich noch so schwer?

Nowitzki: Die Nets haben viele Verletzte diese Saison. Pierce und Williams waren länger nicht dabei, Kirilenko und Lopez fallen langfristig aus. Da ist es schwer, kontinuierliche Arbeit zu machen.

Könnten Sie sich später auch vorstellen, als Headcoach in der NBA zu arbeiten?

Nowitzki: Das muss man sehen. Ich bin mir noch nicht sicher, wie mein Leben nach der aktiven Karriere aussehen wird.

Zum Schluss noch eine Frage zur Fußball-WM, bei der Deutschland und die USA aufeinandertreffen. Schlagen bei der Partie zwei Herzen in Ihrer Brust?

Nowitzki: Ich bin für Deutschland. Trotzdem drücke ich auch den USA die Daumen. Aber die Gruppe ist stark mit Portugal und Ghana. Da wird es schwer für die USA aus der Gruppe weiterzukommen.

Wer gewinnt das Duell Löw gegen Klinsmann?

Nowitzki: Jürgen Klinsmann ist eine deutsche Legende. Er kennt den deutschen Fußball in- und auswendig. Aber normalerweise hat Deutschland die bessere Mannschaft und müsste sich als Gruppenerster qualifizieren.

dpa

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