Nowitzki: "Haben aus der Vergangenheit gelernt"

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Dirk Nowitzki (r.) geht gelassen in die kommenden Play-off-Spiele gegen die Portland Trail Blazer

Dallas/Frankfurt - Die Mavericks gehen dieses Jahr nicht als ganz großer Favorit in die Play-offs. Nowitzki äußert sich zum Auftakt und beendet sein Rätselraten um seine Teilnahme an der EM.

Zum elften Mal startet Deutschlands Basketball-Superstar Dirk Nowitzki an diesem Samstag (Ortszeit) mit den Dallas Mavericks in die NBA-Playoffs. Das Ziel ist wie immer das selbe: der Titel. Dass die “Mavs“ nach den Enttäuschungen der vergangenen Jahre keiner auf der Rechnung hat, nimmt Nowitzki gelassen. “Es kann ein Vorteil sein, nicht als Favorit in die Playoffs zu gehen“, sagte der 32-Jährige im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Zum Auftakt trifft Dallas auf Portland.


Der Superstar hat das Rätselraten um seine Teilnahme an der Basketball-Europameisterschaft in Litauen beendet und für das Turnier zugesagt. “Wenn alles weiter so gut läuft und ich gesund bleibe, freue ich mich schon, dort zu spielen“, sagte er in einem Video auf der Internetseite des DBB. “Wir haben eine super Truppe, die die Olympia-Qualifikation schaffen kann.“ Nach seinem Verzicht auf die WM im vergangenen Jahr hatte der 32-Jährige mit dem Okay für die kontinentalen Titelkämpfe vom 31. August bis 18. September gezögert. Mit den Dallas Mavericks startet Nowitzki am Samstag in die Playoffs der Profiliga NBA.

Herr Nowitzki, die mit 82 Spielen schier endlos scheinende Hauptrunde ist endlich vorbei. Wie groß ist die Freude, dass es jetzt richtig losgeht?


Nowitzki: “Wir freuen uns auf die Playoffs. Das ist die spannendste Zeit im Jahr. Wir haben in den letzten Spielen der Hauptrunde wieder unseren Rhythmus gefunden, nachdem wir davor wegen einiger verletzungsbedingter Ausfälle ein paar Probleme hatten. Das war wichtig, um mit Selbstbewusstsein in die Playoffs zu gehen. Ich hoffe, wir starten jetzt voll durch.“

Der erste Gegner heißt Portland. Wie schätzen sie die Trail Blazers ein?

Nowitzki: “Portland hat uns zweimal geschlagen, wir haben auch zweimal gewonnen. Aber egal, wer es geworden wäre, alle Gegner im Westen sind stark. Es ist wichtig, dass wir uns das Heimrecht gesichert haben. Wir müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren.“

Wohl niemand traut den “Mavs“ wirklich den Titel zu. Was entgegnen Sie den Kritikern?

Nowitzki: “Es kann ein Vorteil sein, nicht als Favorit in die Playoffs zu gehen. Die besten Teams liegen eng beieinander, und in den Playoffs ist alles möglich. Wenn wir unsere beste Leistung abrufen können, haben wir gute Chancen, weit zu kommen.“

Nowitzki - und sonst? Die größten Stars des US-Sports

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Seit der bitteren Finalniederlage 2006 lief es in den Playoffs aber nicht mehr so gut. Es gab drei Erstrundenpleiten und ein Zweitrunden-Aus...

Nowitzki: “Das stimmt, ist aber eigentlich egal. Ob ich in der ersten Playoff-Runde ausscheide, oder in der zweiten oder dritten macht im Grunde genommen keinen Unterschied. Du spielst nur etwas länger, hast am Ende aber auch nichts in der Hand. Das Einzige, was mich noch antreibt, ist mein Traum vom Titel.“

Was spricht denn für die “Mavs“? Was macht das Team stärker als in den vergangenen Jahren?

Nowitzki: “Wir sind ein erfahrenes Team und haben aus der Vergangenheit gelernt. Wir haben uns mit Tyson (Chandler) und Peja (Stojakovic) verstärken können. Seitdem verfügen wir über ein richtig tief besetztes Team. Es wird wichtig sein, einen guten Rhythmus zu finden und unsere Stärken in der Verteidigung auszuspielen.“

Mit Caron Butler droht ein ganz wichtiger Spieler weiter auszufallen. Wie sehr fehlt er?

Nowitzki: “Caron wird uns natürlich enorm fehlen. Er ist ein sehr wichtiger Spieler in unserem Team. Seine Verletzung war schon ein Schock für uns. Aber Verletzungen kommen im Sport leider immer wieder vor. Wir müssen das Beste aus den Spielern rausholen, die wir zur Verfügung haben.“

Was er beim Freiwurf singt: So tickt Dirk Nowitzki

Dirk Nowitzki ist weltweit einer der bekanntesten deutschen Sportler. Wir präsentieren Wissenswertes über den NBA-Superstar, das Sie überraschen könnten... © picture alliance / dpa
Sein ganzer Name lautet Dirk Werner Nowitzki. © picture alliance / dpa
Nowitzki ist eine absolute Identifikationsfigur in Dallas, seiner zweiten Heimat nach Würzburg. Er hatte im Laufe der Jahre verschiedene Spitznamen, unter anderem German Wunderkind, Dirkules, Dirk Diggler oder Dunking Deutschman. © picture alliance / dpa
Nowitzkis Schwester Silke arbeitete fürs Liga-Fernsehen NBA TV. © picture alliance / dpa
Als Dirk Nowitzki zu den Dallas Mavericks kam, war seine Abwehrarbeit alles andere als meisterlich. Deswegen strichen spitzfindige Fans kurzerhand das D für Defense aus seinem Vornamen und nannten ihn frech "Irk". © picture-alliance / dpa/dpaweb
Im Urlaub legt sich Nowitzki nicht auf die faule Haut, sondern rackert mit seinem Mentor Holger Geschwindner in einer Turnhalle in Rattelsdorf nahe Bamberg. © picture alliance / dpa
Nowitzki wurde in den USA 1997 ein Begriff. Beim Nike Hoop Summit, bei dem eine NBA-Auswahl gegen eine Horde europäischer Talente antrat, dunkte der junge Deutsche über NBA-Legende Charles Barkley. Dieser fragte in der anschließenden Pressekonferenz nach Nowitzkis Namen und empfahl ihm, in die USA zu kommen. © picture alliance / dpa
Individuell am Höhepunkt: 2007 bekam Nowitzki den MVP-Award und wurde praktisch zum besten Spieler der Welt ernannt. © picture-alliance/ dpa
In den ersten Jahren seiner NBA-Karriere war der kanadische Aufbauspieler Steve Nash Nowitzkis bester Kumpel. Beide wurden später unabhängig voneinander zum MVP ernannt, dem wertvollsten Spieler. © picture alliance / dpa
Dirk Nowitzki hätte möglicherweise auch als Tennisspieler Karriere machen können. In seiner Jugend zählte er zu den größten deutschen Talenten. Dann legte er den Schläger zur Seite und konzentrierte sich voll auf Basketball. © picture alliance / dpa
Beim US-Volkssport Baseball macht Nowitzki eher eine mittelprächtige Figur, aber Basketball liegt ihm in den Genen: Nowitzkis Mutter Helga spielte einst für die deutsche Basketball-Nationalmannschaft, sein Vater Jörg war Handballer. © picture alliance / dpa
Der einzige gebürtige Deutsche, der außer Nowitzki jemals den großen Durchbruch in der NBA schaffte, war Detlef Schrempf (l.). Im Vergleich zu Schrempf war es Nowitzki stets ein Anliegen, die deutsche Nationalmannschaft selbst nach der antrengenden NBA-Saison bei wichtigen Turnieren zu vertreten. © AFP
Logische Konsequenz: Nowitzki durfte bei Olympia 2008 in Peking die deutsche Flagge tragen. © picture-alliance/ dpa
Nowitzki und die Haarpracht: Im Laufe der Jahre trug er so ziemlich alles vom Stoppellook über die Boygroup-Gelfrisur bis hin... © picture-alliance/ dpa
... zur Langhaar-Matte. Als er mal besonders lange nicht beim Friseur war, verkleideten sich einige Fans mit Wischmob auf dem Kopf als Nowitzki. © picture alliance / dpa
Nowitzki wurde beim NBA-Draft von den Milwaukee Bucks ausgewählt, für die er aber nie spielen sollte, weil er sofort zu den Dallas Mavericks weitertransferiert wurde. Dort trägt er bis heute die Nummer 41. © picture alliance / dpa
Nowitzki spielt in seiner Freizeit Saxophon und Gitarre. Entsprechende Videos kursieren im Internet. © picture alliance / dpa
2009 erlitt Nowitzki emotional Schiffbruch, als die Beziehung zu seiner Verlobten Crystal Taylor platzte. Sie führte ein kriminelles Doppelleben und musste ins Gefängnis. © picture-alliance/ dpa
Mittlerweile hat Nowitzki eine neue Liebe gefunden. Im Sommer 2012 gaben sich der Basketballer und die Schwedin Jessica Olsson in der Karibik das Ja-Wort. © picture alliance / dpa
Nowitzki ist bekannt für seine Bescheidenheit. In den ersten Jahren seiner NBA-Karriere leistete er sich als Multimillionär nicht mehr als eine Wohnung und einen geräumigen Gebrauchtwagen, in dem seine Körpergröße keine Probleme darstellte.  © picture alliance / dpa
Dirk Nowitzki singt beim Freiwurf "Looking for Freedom" von David Hasselhoff. Natürlich nicht voller Inbrunst, sonder nur ganz leise, um sich besser konzentrieren zu können. © picture alliance / dpa

Sie selbst hatten in dieser Saison auch häufiger mit Verletzungen zu kämpfen, fielen erstmals länger aus. Sind Sie wieder vollkommen fit?

Nowitzki: “Ja, alles gut. Ich bin fit und freue mich auf die Herausforderungen der Playoffs.“

Wer sind für Sie die Favoriten auf den Titel?

Nowitzki: “Die San Antonio Spurs und die Los Angeles Lakers haben im Westen die Favoritenrolle. Im Osten sehe ich Chicago und Miami als Titelkandidaten. Aber die Playoffs haben ihre eigenen Gesetze, und es ist alles möglich.“

Haben Sie irgendwann im Laufe der Saison einmal bereut, Ihren Vertrag in Dallas verlängert zu haben? Schließlich blieben die großen Transfers, die Clubboss Mark Cuban anvisiert hat, erneut aus...

Nowitzki: “Nein, auf keinen Fall. Mein Ziel ist es, mit den Mavericks den Titel zu gewinnen. Alles andere würde sich nicht richtig anfühlen. Ich fühle mich sehr wohl in Dallas.“

Wie beurteilen Sie die Situation um den Lockout? Wird die Aussperrung durch die Clubs kommen?

Nowitzki: “Im Moment sieht es so aus, als würde es einen Lockout geben. Beide Seiten sind noch ziemlich weit voneinander entfernt. Aber man muss abwarten. Sachen können sich innerhalb eines Meetings schnell ändern.“

Letzte Frage: In Deutschland steht ihr Heimatclub Würzburg vor der Rückkehr in die Bundesliga. Was sagen Sie dazu?

Nowitzki: “Meine Eltern erzählen mir manchmal von den Spielen der Baskets, mein Vater war auch beim Spitzenspiel zwischen den Bayern und Würzburg in München. Ich freue mich, wenn der Aufstieg gelingt und wünsche alles Gute für die Zukunft.“

dpa

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