Neue Enthüllung seiner Anwälte

Doping-Prozess: Schumacher lehnte Deal ab

Stefan Schumacher
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Er ließ sich auf keinen Deal ein: Radprofi Stefan Schumacher.

Stuttgart - Radprofi Stefan Schumacher hätte den Doping-Prozess gegen sich verhindern können. Die Staatsanwaltschaft bot ihm einen Deal an.  Doch Schuhmacher hatte andere Pläne.

Gegen eine Zahlung von 10 000 bis 15 000 Euro hätte sich Radprofi Stefan Schumacher den laufenden Betrugsprozess gegen ihn nach Angaben seiner Anwälte ersparen können. Dieter Rössner sagte am Freitag, diese Summe entspreche den 180 Tagessätzen, auf die man sich mit der Staatsanwaltschaft und dem Gericht beinahe geeinigt hätte. Das Landgericht Stuttgart spricht dagegen von einer Verurteilung zu 270 Tagessätzen, wovon 90 wegen der langen Verfahrensdauer als bereits verbüßt betrachtet worden wären.


Schumacher hätte Betrug eingestehen müssen

Schumacher schlug die Offerte Ende November aber aus. „Ich habe nicht betrogen. Deshalb konnte ich das Angebot nicht akzeptieren“, sagte der 31-Jährige, der neben der Zahlung auch den Betrug hätte gestehen müssen.

Dem Radprofi wird vorgeworfen, seinen ehemaligen Teamchef bei Gerolsteiner, Hans-Michael Holczer, um drei Monatsgehälter in Höhe von 151 463,50 Euro betrogen zu haben. Schumacher habe Doping bei der Tour de France 2008 trotz Nachfrage geleugnet und das Geld daher unrechtmäßig erhalten. Im Nachhinein war er wie bei den Olympischen Spielen in Peking positiv getestet worden. Er war bis 2010 gesperrt.


Doping: Die merkwürdigsten Ausreden

Alberto Contador erklärte seine positive Doping-Probe mit verunreinigtem Essen. Er wurde daraufhin freigesprochen. Es ist nicht die erste merkwürdige Erklärung in der Geschichte des Dopings. © AP
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Der Klassiker: Wer hat die Dopingmittel in Dieter Baumanns Zahnpastatube deponiert? © ots/dpa/Getty
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Die Lebensmittelvergiftung der anderen Art: Ex-Sprinter Linford Christie beteuert: „Ich habe nicht gedopt, ich habe nur Avocados gegessen!“ © Getty
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Die wohl abgefahrenste Ausrede für Blutdoping hatte Radsportler Tyler Hamilton: “Ich bin ein Mischwesen. Die fremden Zellen in meinem Körper werden von den Stammzellen meines vor der Geburt gestorbenen Zwillingsbruders produziert." © Getty
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Gefährliche Mitbringsel: Die aus Südamerika importierten Bonbons sollen mit Koks verseucht gewesen sein, meint Straßenrad-Star Gilberto Simoni. © Getty
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Johann Mühlegg soll eine Spezial-Diät gemacht haben, wegen der in seinem Kreislauf eine EPO-ähnliche Substanz nachgewiesen wurde... © Getty
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Auf den Hund gekommen: Frank Vandenbroucke behauptete, als bei ihm Anabolika und EPO sichergestellt wurden, die Mittel seien für seinen asthmakranken Hund bestimmt gewesen. © Getty
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Justin Gatlin gab einem Masseur die Schuld. Der soll ihn nämlich mit einer testosteronhaltigen Salbe bearbeitet haben. Es soll sich sogar um eine fiese Retourkutsche des Profikneters gehandelt haben, meint Gatlin. © Getty
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Christian Henn, ehemals Radprofi, wollte eigentlich nur der eigenen Libido auf die Sprünge helfen. Ein Spezialtee wurde ihm zum Verhängnis. © Getty
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Ex-T-Mobile-Fahrer Matthias Kessler nahm angeblich Präparate zu sich, auf denen chinesische Schriftzeichen standen. Nur doof, dass er kein Chinesisch kann. © Getty
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Zu tief ins Glas geschaut und damit den Testosteronspiegel erhöht. Floyd Landis schiebt‘s auf den Whiskey  © Getty
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Keiner war über einen positiven Dopingtest so verwundert wie Patrik Sinkewitz: "Ich? Das kann nicht sein", wunderte er sich. Und das ist noch nicht mal eine Ausrede...  © Getty
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Martina Hingis, die Schweizer Version von Zahnpasta-Dieter Baumann: Jemand soll ihr Koks in den Fruchtsaft gemischt haben. Sieht ja auch aus wie Süßstoff... © Getty
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Erik Zabel sagte, er habe nur einmal EPO probiert. Die Substanz habe aber nicht mit seinem Körper und Geist harmoniert. © Getty
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Jan Ullrich ließ sich in einer Disco Ecstacy andrehen. „Ulle“ schluckte die Tabletten, ohne sich dabei etwas gedacht haben zu wollen. “Ich war den Abend ziemlich mies drauf. Das waren zwei Tabletten, wo mir bestätigt wurde, (...) und dass das eigentlich harmloses Zeug ist.“ Wer ihm die Tabletten gab, sagte er nicht. “Zu den Tabletten kann ich gar nichts sagen, ich kenn' kein Ecstasy. Ich weiß nicht wie das aussieht. Ich bin um die Ecken gezogen und war in verschiedenen Läden. Ich möchte keinen Unschuldigen da mit reinziehen.“ © Getty
400-Meter-Olympiasieger LaShawn Merritt wurde nach positiven Dopingproben gesperrt. Die positiven Tests ließen sich mit der Einnahme eines frei erhältlichen Produkts zur Vergrößerung des männlichen Geschlechtsteils erklären, sagte sein Berater. © dpa
Claudia Pechstein: “Ich weiß nun, dass ich eine Blutmacke habe, aber nicht krank bin“, sagte die Eisschnellläuferin. Die Sportlerin war 2009 wegen auffälliger Blutwerte gesperrt worden. Später erklärten Ärzte, ein von ihrem Vater vererbter Gen-Defekt sei für die hohen Retikulozyten-Werte verantwortlich. © dpa
Ivonne Kraft: Den positiven Test auf das Asthma-Mittel Fenoterol erklärte die Mountainbikerin 2007 mit einer explodierten Sprühflasche. Ihre Mutter habe Asthma-Spray benutzen wollen, dann sei die Flasche explodiert und sie habe die Substanz offenbar eingeatmet. © Getty

Bisher hat sich im ersten deutschen Betrugs-Prozess wegen Dopings noch nicht herauskristallisiert, wer lügt. Schumacher, der behauptet, Holczer hätte vieles über die vorhandene Doping-Verseuchung im scheinbar so sympathischen Team gewusst? Oder Holczer, der auch am zweiten Verhandlungstag in seiner tief ins Detail gehenden Befragung durch den Richter Mitwisserschaft bestritt. Sein Fazit zu den vorangegangenen Schumacher-Aussagen: „Vollkommen gelogen“ und “blank erfunden“. Am Dienstag wird das Verfahren mit dem dritten von acht geplanten Verhandlungstagen und der Zeugenaussage Holczers fortgesetzt.

dpa

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