Mutiger Kohlschreiber nimmt Federer ersten Satz ab

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Philipp Kohlschreiber hatte am Ende keine Chance gegen den Weltklasse-Spieler aus der Schweiz.

London - Auch Philipp Kohlschreiber konnte Roger Federer nicht aufhalten - überrollt aber wurde er vom "Fed-Express" nicht.

Mit dem Mut und der List einer "Maus im Schlangenkäfig" kämpfte der Augsburger wie prophezeit in seinem ersten Match auf dem berühmtesten Center Court der Tennis-Welt und nahm dem Topfavoriten sogar den ersten Satz bei den diesjährigen All England Championships ab. Nach dem Durchhänger im dritten Durchgang machte der fünfmalige Champion am Freitag aber wieder ernst und beendete die äußerst unterhaltsame Drittrunden-Partie mit einem 6:3, 6:2, 6:7 (5:7), 6:1-Erfolg.

"Das war mein bestes Match in diesem Jahr, auch wenn ich einen Satz verloren habe. Ich bin froh, dass ich die erste Woche so gut überstanden habe", sagte der heiße Titelanwärter aus der Schweiz. Am Montag kommt es für ihn im Achtelfinale zu einer Neuauflage des French-Open-Finals gegen Robin Söderling. Der Schwede setzte sich mit 7:6 (9:7), 6:4, 6:4 gegen den Spanier Nicolas Almagro durch.

Roger Federer

Es roch nach einem Debakel, als Federer schon nach einer knappen Viertelstunde mit 4:0 in Führung lag. Nichts von seinen Voraussagen schien der selbstbewusste Kohlschreiber einlösen zu können. Nicht den Anspruch, es mit dem Topstar aufnehmen zu können. Nicht die Hoffnung, den 14-maligen Grand-Slam-Sieger, der mit einem weiteren Triumph auf dem Heiligen Rasen den Amerikaner Pete Sampras überholen würde, "beschäftigen und vielleicht sogar ärgern" zu können. Und auch nicht die Erwartung, sich von der Atmosphäre in der 15 000-Zuschauer-Arena nicht einschüchtern zu lassen.

Federer stand Kohlschreibers gesteckten Zielen lässig und überlegen entgegen. Die meiste Emotion zeigte der Eidgenosse bei Fehlern der Linienrichter, die er per Hawk-Eye-Entscheidung ein ums andere Mal widerlegte. Dass aber auch der erstmals seit 2003 nicht topgesetzte Rasen-König einen Hang zur Lässigkeit haben kann, bewies er im dritten Durchgang, als es galt, den Sack zuzumachen. Kohlschreiber nutzte dies klassisch aus, schaffte ein Re-Break und zwang den Topfavoriten in den Tiebreak. Doch nach dem ersten Satzverlust im vierten Vergleich mit Kohlschreiber zog Federer das Tempo an und stürmte schnurstracks ins Achtelfinale.

Auch Serena Williams zog überlegen in die Runde der besten 16 ein. Mit 6:3, 6:4 besiegte die Amerikanerin Roberta Vinci aus Italien . Die ersten Fragen nach dem Spiel freilich drehten sich ausschließlich um den Tod von Pop-Ikone Michael Jackson . "Sie können sich gar nicht vorstellen, was für ein Schock und ein Horror das für mich war, als ich davon erfuhr. Es ist eine fürchterliche, fürchterliche, fürchterliche Sache", sagte die jüngere der beiden Williams-Schwestern ergriffen.

Von Andreas Bellinger, dpa

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