Lockerheit im Handball-Lager: Erst Fußball, dann  WM

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"Keiner ist angeschlagen", freute sich Spielmacher Michael Kraus

Kristianstad - Gute Laune im deutschen Handball-Lager: Nach dem WM-Auftaktsieg gegen Ägypten stand die Fußball-Bundesliga im Mittelpunkt.

Erst kommt die Fußball-Bundesliga, dann wieder die WM: Zwischen dem Auftaktsieg gegen Ägypten und der zweiten Partie gegen Bahrain fieberten die deutschen Handballer eher mit Mainz, Schalke und Co. mit als ihrem zweiten WM-Auftritt entgegen. “Schwerpunkt wird die Fußball-Bundesliga sein. Da müssen wir uns noch einen Fernseher organisieren“, kündigte Kapitän Pascal Hens im schwedischen Kristianstad vor dem freien Nachmittag am Samstag an.


Mit dem 30:25-Erfolg vom Vorabend ist eine große Lockerheit ins deutsche Lager eingezogen. “Die erste Anspannung ist weg“, berichtete Mainz-Fan Hens. Und sein Hamburger Clubkollege Michael Kraus meinte: “Alle sind erleichtert.“ Auch der Bundestrainer verbreitete am spielfreien Tag gute Laune und lobte seine Mannschaft, obwohl sie in der Schlussphase der Partie einen höheren Sieg verschenkt hatte. “Ich denke, dass wir eine sehr gute Leistung geboten haben“, urteilte Heiner Brand.

Für die Länderspiel-Premiere gegen Bahrain an diesem Sonntag (16.15 Uhr/ARD) kann er wieder auf seine beste Besetzung zurückgreifen. “Leichtere Blessuren sind da, aber nichts Schwerwiegendes, so dass ein Spieler ausfallen würde“, sagte Brand im Mannschaftsquartier. Am Vormittag hatten alle Spieler das Training absolviert. “Keiner ist angeschlagen“, erzählte Spielmacher Kraus.


"Alle schrecklich außer Marcel Reif": Die beliebtesten Fußball-Meinungen

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Ich finde den Van Gaal merkwürdig, aber er kann die Spieler offenbar erreichen. © Getty
Die Stimmung im Olympiastadion in München war ja nie besonders, aber architektonisch ist es das schönste Stadion. © Getty
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VIP-Lounges in der Bundesliga – das hat doch mit Fußball nichts mehr zu tun. © Getty
Diese Interviews direkt nach einem Fußballspiel – mir tun die Spieler immer leid. © Getty
Hertha BSC ist mir zu prollig. © Getty
FC-Bayern-Fans wollen immer zu den Gewinnern gehören. © Getty
In Hamburg sind die Erwartungen an die Mannschaft so groß wie sonst nirgendwo. © Getty
In Köln sind die Erwartungen an die Mannschaft so groß wie sonst nirgendwo. © Getty
In Berlin sind die Erwartungen an die Mannschaft so groß wie sonst nirgendwo. © Getty
Werder Bremen fährt einen ruhigen Kurs – aber die können sich das auch erlauben bei der Mediensituation dort. © Getty
Die Bayern sind die Einzigen, die sich trauen zu sagen: Wir werden Meister! Deswegen werden sie es auch so oft. © Getty
Die gegnerischen Mannschaften sind immer doppelt motiviert, wenn es gegen den FC Bayern geht. © Getty
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Ich finde, alle Bundesliga-Spiele sollten wieder samstags um halb vier beginnen. © Getty
Ich schaue mir Fußballspiele im Fernsehen manchmal bewusst ohne Ton an, weil ich die Kommentatoren nicht ertrage. © Getty
Die Bundesliga-Schlusskonferenz im Radio bleibt unübertroffen. © Getty
Wenn man zu einem Fußballspiel gehen will, wo die Leute richtig nett sind, dann muss man zu St. Pauli gehen. © Getty
Wobei, die beste Stimmung ist unbestritten in Dortmund. © Getty
Bayer Leverkusen wird nie ein großes Finale gewinnen. © Getty
... und Michael Ballack auch nicht. © Getty
Mit Ballack wäre die WM 2010 nicht so gut gelaufen. © Getty
Es weckt nichts so viele Emotionen wie Fußball. © Getty
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Mir ist unbegreiflich, wie man Schiedsrichter werden kann. © Getty
Wobei ich Respekt habe vor den Schiedsrichtern, die sich gegen verwöhnte Millionäre durchsetzen müssen. © dpa
Wenn Fußballer versuchen, sich schick anzuziehen, geht das immer schief. © dpa
Schade finde ich, dass es diese alten Trikots der Nationalmannschaft aus den 50er Jahren nicht mehr gibt. © Getty
Die Trikots sahen früher überhaupt besser aus. © Getty
Fußballkommentatoren sind schrecklich – bis auf Marcel Reif. © Getty
Ich gucke nie Fußball – außer bei der WM. © Getty
Deutschland ist und bleibt eine Turniermannschaft. © Getty
Meine Lieblingsmannschaft bei der WM kommt meistens aus Afrika. © Getty
Ich halte gerne zu sympathischen Verlierern. © Getty
Ich kann mit Patriotismus nicht viel anfangen, aber bei der WM halte ich natürlich zu Deutschland. © Getty
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Trotzdem mag ich Beckenbauer. Es ist gar nicht selbstverständlich, dass er zu dem geworden ist, was er heute ist. © Getty
Von der WM in Südafrika werden vor allem die Vuvuzelas in Erinnerung bleiben – und Maradonas seltsamer Auftritt. © Getty
Ich finde es seltsam, dass es jedes Mal wieder Ärger mit den neuen WM-Bällen gibt. © Getty
Das ist Marketing, adidas braucht eben ein neues Produkt. © Getty
Was Fußball für eine Macht hat, ist unglaublich. © Getty
Man kann über die FIFA sagen, was man will: Sie hat sich für Afrika eingesetzt. © Getty

WM-Neuling Bahrain ist eine unbekannte Größe. Der Zweite der Asienmeisterschaft hinter Südkorea hatte sein erstes Turnierspiel gegen Ex-Weltmeister Spanien mit 22:33 verloren. Trotzdem haben sich die deutschen Spieler vorgenommen, auch gegen das handballerische Leichtgewicht nicht die Zügel schleifen zu lassen. “Wir müssen genauso konzentriert zur Sache gehen wie gegen Ägypten“, forderte Hens. Schließlich sei es schwer, wieder in den Rhythmus zu kommen, wenn man nur mit halber Kraft spiele.

Schon am Montag wartet mit Spanien eins der beiden Schwergewichte in der Gruppe. “Das große Selbstvertrauen kommt erst, wenn man eine europäische Mannschaft geschlagen hat. Und davon gibt es ja nur zwei in unserer Gruppe“, meinte der Berliner Torhüter Silvio Heinevetter mit Blick auf Spanien sowie Titelverteidiger Frankreich.

Die Spieler und der Bundestrainer ließen keinen Zweifel daran, dass alles andere als ein hoher Sieg gegen Bahrain nicht zur Debatte steht. “Das ist eine normale Mannschaft, die keine überragenden Shooter hat und die Fehler der Spanier ausgenutzt hat“, berichtete Brand nach dem ersten Videostudium und folgerte: “Das Entscheidende werden wir selbst sein. Wir müssen die Einstellung an den Tag legen, die wir gegen Ägypten gezeigt haben.“ Hens gab sich Mühe, jegliche Gedanken an Spanien zu verdrängen und den Fokus allein auf die Araber zu richten: “Wir haben uns vorgenommen, jeden Gegner ernst zu nehmen. Wir müssen jedes Spiel Vollgas geben und werden unserer Linie treu bleiben.“

dpa

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