Waldkraiburg

Laufen, soweit die Füße tragen

Sportreferent Dietmar Heller, Trainer Erwin Fladerer (von links) und Bürgermeister Siegfried Klika (rechts) wünschen Theo Huhnholt viel Erfolg. Die Stadt unterstützt ihn bei seinem 4500-Kilometer-Lauf mit einem Paar Laufschuhe.

68 Männer und Frauen machen sich am Sonntag, 19. April, zu einem Abenteuer auf, das sie wahrscheinlich so schnell nicht vergessen werden: Sie haben sich vorgenommen, in 64 Tagen rund 4500 Kilometer quer durch Europa zu laufen.

Der nimmermüde "Spargeltarzan" Theo Huhnholt: Für den 51-Jährigen ist Ausdauertraining eine Sucht. Foto kla

Start ist morgen im italienischen Bari und das Ziel ist das Nordkap. Dabei kommen die Läufer durch Italien, Österreich, Deutschland, Schweden, Finnland und Norwegen. Einer der Teilnehmer ist Theo Huhnholt aus Waldkraiburg. Ein Läufer, der seit rund 20 Jahren auf allen Laufstrecken in Deutschland zu Hause ist. Man kennt den schlaksigen Waldkraiburger, der immer gut aufgelegt und mit einem Lächeln auf den Lippen unterwegs ist.


Wenn der 51-Jährige sein Werkzeug aus der Hand legt -- er ist als Schlosser bei der Firma Alzchem in Trostberg tätig - dann gibt es für ihn nur eines: Laufen, Laufen, Laufen. Er läuft alles: Vom kurzen Crosslauf bis hin zu den Ultras (mehr als 50 Kilometer) und Mehrtagesläufen. Alleine 107 Marathonläufe hat er bereits absolviert. Doch mit dem Start beim "Trans-Europe-Foot-Race 2009" möchte er seine läuferische Karriere krönen. 64 Tage hintereinander im Schnitt rund 70 Kilometer laufen, das ist eine Herausforderung, die ihresgleichen sucht. Außer ihm nehmen noch 25 weitere Deutsche an diesem außergewöhnlichen Laufereignis teil. Die übrigen Teilnehmer kommen aus der Schweiz, Holland, Frankreich, Finnland, Norwegen, Schweden, Amerika und Japan; einer sogar aus Taipeh. Zu den Favoriten zählt sicherlich Robert Wimmer aus Nürnberg, der schon den ersten "Trans-Europe-Foot-Race 2003" von Lissabon nach Moskau für sich entscheiden konnte.


Die Teilnehmer sind alle verückt nach Laufen; genauso wie Organisator Ingo Schulze. Er ist seit 1978 Ultrastreckenläufer, Organisator der Deutschlandläufe, der Spreeläufe und des ersten Trans-Europe-Foot-Race 2003. Für die Organisation dieses Laufes hat er sich ein großes Team zusammengestellt, für die Stimmung sorgen schon die Läufer selbst, weiß Erwin Fladerer vom LC Bayern, für den Theo Huhnholt am Start ist.

Ohne ein harmonisches Miteinander wäre eine solche Tour quer durch Europa gar nicht denkbar. Das "Trans-Europe-Foot-Race 2009" geht noch einen Schritt weiter als Marathons, Ultras oder Mehrtagesläufe. Es verlangt noch mehr Wille und Ausdauer, wenn man nach einer wahrscheinlich unruhigen Nacht in einer Turnhalle auf einer Luftmatraze am nächsten Tag wieder rund 70 Kilometer laufen soll. Die kürzeste Etappe ist 44 Kilometer lang, die längste 95 Kilometer.

Sportreferent Dietmar Heller, Trainer Erwin Fladerer (von links) und Bürgermeister Siegfried Klika (rechts) wünschen Theo Huhnholt viel Erfolg. Die Stadt unterstützt ihn bei seinem 4500-Kilometer-Lauf mit einem Paar Laufschuhe.

Für Theo eine Herausforderung. Jedoch kein Ding der Unmöglichkeit. Allerdings könne man sich auf 70-Kilometer-Etappen gar nicht vorbereiten. "Es kommt auf die Wochenkilometer an. 150 pro Woche sind Pflicht, alles was darüber ist, ist noch besser", erklärt Huhnholt, während er sich die Laufschuhe schnürt. Er trainiert mit Erwin Fladerer zweimal wöchentlich im Tannet.

"Als ich 2005 für die Deutschlandtour trainierte, bin ich in der Woche 180 bis 220 Kilometer gelaufen. Das mache ich jetzt wieder." Gesundheitliche Bedenken habe der Extremsportler nicht, auch sein Arzt habe grünes Licht gegeben. Er habe Freude und Spaß daran, mit dem Verein und mit Freunden in der Natur zu trainieren. "Das ist für mich wichtiger Lebensstandard und ein guter Ausgleich zur Arbeit", betont der Läufer. Das Ausdauertraining sei eine Sucht. "Endorphine werden im Körper freigesetzt und man fühlt sich gut."

Der Lauf kostet Huhnholt 6000 Euro, inklusive Startgeld und spartanischer Übernachtungen. Für die 64 Tage nimmt er seinen Urlaub und dazu noch unbezahlten Urlaub. Die Stadt unterstützt ihn ein wenig über die Sportförderung und hat auch Laufschuhe spendiert. "Der Großteil der Kosten bleibt bei ihm selber hängen", so sein Trainer Fladerer. hsc/kla

Quelle: rosenheim24.de

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