"LALA-Land": Lakers-Basketballer feiern "Sweet 16"

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Derek Fisher

Los Angeles/Boston - Mit einer feuchtfröhlichen Nacht feierten die Los Angeles Lakers ihre “Sweet 16“, die 16. Meisterschaft in der Nordamerikanischen Basketball-Liga NBA.

“Ich fühle mich, als wenn ich in einer anderen Dimension lebe. Es ist unglaublich“, meinte Pau Gasol nach der Titelverteidigung. In einem echten Endspiel hatten sich die Lakers am Donnerstag (Ortszeit) in der siebten und entscheidenden Partie mit 83:79 gegen die Boston Celtics durchgesetzt.


Selbst US-Präsident Barack Obama war vom Basketball-Bestseller zwischen den Erzrivalen begeistert. In einem Telefonat gratulierte er am Freitag Trainer Phil Jackson und betonte, dass die Finalserie großartig und der Rivalität zwischen beiden Teams absolut würdig gewesen sei. Auch die Fernsehmacher rieben sich die Hände. Der Showdown hatte dem übertragenden TV-Sender “ABC“ mit 28,2 Millionen Zuschauern den besten Wert für ein Basketballspiel seit 1998 beschert. Die gesamte Finalserie verfolgten im Schnitt 18,1 Millionen Fans - so viele wie seit neun Jahren nicht mehr.

Nach dem ersten Erfolg der Lakers gegen Rekordmeister Boston (17 Titel) seit 23 Jahren wird vor dem Toren Hollywoods filmreif bis Montag weitergefeiert. Dann präsentieren Superstar Kobe Bryant und Co die Larry OBrien-Trophy auf einer Parade. Nach dem Titelgewinn im Vorjahr gegen die Orlando Magic kamen nur rund 95 000 Fans, diesmal hingegen werden auf dem knapp drei Kilometer langen Abschnitt vom Staples Center zum Campus der University of Southern California zwischen 500 000 und zwei Millionen Menschen erwartet. Zwei Millionen Dollar lassen sich die Lakers die Sause kosten - eine Championship gegen Boston gibts schließlich nicht alle Tage.


Anschließend gehts dann um weitaus höhere Beträge. Der Vertrag von Meister-Macher Phil Jackson endet. Nach seinem elften Titelgewinn, dem fünften mit den Lakers, ließ der 64-Jährige seine Zukunft offen. Er hat die Chance, im kommenden Jahr zum vierten Mal den Titel- Hattrick zu schaffen (zweimal mit Chicago Bulls, einmal mit LA). Diese Aussicht verbessere die Chancen auf eine Rückkehr, so Jackson, der sich bis spätestens Donnerstag entschieden will.

Mit einer Jahresgage von 14 Millionen Dollar war der erfolgreichste Trainer des nordamerikanischen Profisports in dieser Saison auch der teuerste. “Phil Jackson ist jeden Preis wert“, schrieb die Tageszeitung “Los Angeles Times“ am Freitag. Am Geld werde es nicht liegen, betonte Jackson bereits. Vielmehr mache er seine Entscheidung von seiner Gesundheit abhängig. Jackson hat zwei künstliche Hüften und seit Jahren Probleme in beiden Knien.

“Ich habe ihm gesagt, lass uns in der nächsten Saison einen neuen Titel-Anlauf nehmen. Dies ist ein großartiges Team. Wir glauben an uns, vertrauen einander und Phil ist ein ganz wichtiger Teil“, sagte Bryant. Der 31-Jährige hat wie Gasol und Ron Artest noch einen Vertrag bis 2014 bei den Lakers. Andrew Bynum und Lamar Odom sind bis 2013 gebunden. Die Chancen stehen gut, dass es im “LALA-Land“ in den kommenden Jahren noch einige Parties und Paraden geben wird.

dpa

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