Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kombinierer verabschieden Weinbuch mit Doppelsieg und Bier

+
Gelungener Abschied für Bundestrainer Hermann Weinbuch beim Weltcup-Finale in Lahti.

Lahti - Die deutschen Kombinierer schenkten ihrem Bundestrainer Hermann Weinbuch beim Weltcup-Finale in Lahti zwei Doppelsiege zum Abschied. Derweil plante der Skiverband die Zukunft - womöglich mit Ronny Ackermann.

Hermann Weinbuch stand mit finnischem Bier und einer Thüringer Rostbratwurst in einer Wachskabine in Lahti und blickte auf seine Zeit als Bundestrainer der nordischen Kombinierer zurück. "Große Wehmut ist noch nicht aufgekommen, weil ich ja noch gar nicht genau weiß, wo es hingeht für mich", sagte er dem SID nach seinem letzten Diensttag als Chefcoach, den ihm Johannes Rydzek und Eric Frenzel mit einem Doppelsieg versüßten.

Weinbuch gibt seinen Posten auf, um sich mehr um seine beiden Kleinkinder kümmern zu können, bleibt dem Deutschen Skiverband (DSV) aber in anderer, noch nicht genau definierter Rolle erhalten. Nachfolger könnte laut Sportdirektor Thomas Pfüller der viermalige Weltmeister Ronny Ackermann werden, der nach seiner Auszeit wohl nicht mehr als Athlet zurückkommen wird.

Für Weinbuch wäre Ackermann eine gute Wahl. "Ronny wird mal ein sehr guter Trainer werden. Er muss noch die Ausbildung in Köln machen, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man ihn einbaut. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu ihm", sagte er.

Ein sehr gutes Verhältnis pflegte Weinbuch auch zu seinen Athleten, zu denen Ackermann lange gehörte. Weltmeister Frenzel und Co. war es deshalb ein besonderes Anliegen, ihrem Chef einen würdigen Ausstand zu bescheren - und das gelang: Am Freitag gewann Björn Kircheisen vor Frenzel, am Samstag folgte zum Saisonschluss Rydzeks erster Weltcup-Sieg im Fotofinish vor Frenzel. "Das ist Wahnsinn", sagte der Vize-Weltmeister.

Frenzel beendete den Winter als bester Weinbuch-Schüler auf Rang vier der Gesamtwertung, die der französische Olympiasieger Jason Lamy-Chappuis gewann. Rydzek, Kircheisen und der WM-Zweite Tino Edelmann belegten die Ränge sechs, sieben und neun. "Ich bin sehr zufrieden mit dieser Saison", sagte Weinbuch, "obwohl wir in der Mitte recht rumpelig unterwegs waren." Zum Höhepunkt, der WM in Oslo, fand sein Quartett aber zu ganz großer Form und gewann sechs Medaillen. "Überragend" fand Weinbuch das. Obwohl er ein starkes, junges Team hinterlässt, warte auf seinen Nachfolger viel Arbeit, sagte der 50-Jährige: "Wir haben vier richtig gute Leute, aber dahinter sieht es etwas mau aus. Bis Olympia 2014 müssen wir es schaffen, noch zwei, drei heranzuführen. " Er "will und kann das nicht mehr" als Bundestrainer tun, der Job ist ihm "zu aufwendig" geworden: "Aber der Verband will mit mir weiterarbeiten. Und ich will das auch." Es läuft wohl auf einen Posten hinaus, der dem eines Sportdirektors oder Teammanagers nicht unähnlich ist.

Am Samstag blickte Weinbuch im Teamkreis noch einmal zurück auf 14 Jahre an der Spitze seiner Mannschaft. Mit dem ebenfalls nach 14 Jahren verabschiedeten Techniker Enrico Heisig habe er "in Erinnerungen geschwelgt", erzählte er: "26 Medaillen bei Großereignissen, der Olympiasieg von Georg Hettich, der am letzten Anstieg Felix Gottwald verblasen hat, die Erfolge von Ronny Ackermann, 1999 der erste Sieg, der WM-Titel von Marko Baacke, Oslo. Es gab so viele Highlights."

Aber auch manchen Tiefpunkt, wie der schwere Sturz Baackes im November 2001. "Er ist fast verblutet und gerade noch mit dem Leben davongekommen. Da habe ich mich gefragt, ob ich alles richtig gemacht habe", sagte Weinbuch über den schwersten Moment seiner Trainerkarriere. Es war ein kurzes Innehalten. Dann stürzte sich der Bundestrainer a.D. mit seinen Jungs ins Nachtleben von Lahti.

Von Marco Mader, SID

Kommentare