Kohlschreiber verliert: DTB-Team hinten

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Philipp Kohlschreiber hat gegen Gael Monfils verloren.

Toulon - Punktegarant Philipp Kohlschreiber hat gegen Gael Monfils gepatzt und das deutsche Davis-Cup-Team in Frankreich gleich schwer unter Druck gebracht.

Zum Auftakt des Erstrundenspiels in Toulon verlor Kohlschreiber am Freitag 1:6, 4:6, 6:7 (5:7) gegen den groß auftrumpfenden Gael Monfils. Damit unterlag der 2009 im Davis Cup ungeschlagene Augsburger auch im dritten Vergleich gegen Monfils. Es war aber erst die vierte Niederlage des 26-Jährigen im elften Davis- Cup-Einzel. Benjamin Becker musste gegen Jo-Wilfried Tsonga eine Überraschung schaffen, um die deutschen Chancen nicht schon nach dem ersten Tag auf ein Minimum sinken zu lassen.

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“Natürlich wollte ich den ersten Punkt holen. Aber er hat die wichtigen Punkte alle geholt. Und ich habe eigentlich ohne Aufschlag gespielt“, sagte Kohlschreiber, der bereits an diesem Samstag (15.00 Uhr/DSF) mit Spezialist Christopher Kas im Doppel antreten soll. In Michael Llodra und Julien Benneteau warten schwere Gegner: Linkshänder Llodra war 2003 Australian-Open-Sieger im Doppel, gewann vor kurzem beim ATP-Turnier in Marseille den Einzel-Titel im Finale gegen Benneteau und siegte danach mit ihm auch im Doppel. Am Sonntag (13.00 Uhr/DSF) soll Kohlschreiber gegen Tsonga spielen, den er im vorigen Mai beim 3:0-Sieg im World Team Cup in Düsseldorf besiegen konnte.

Im Match gegen Monfils, das nach einer Gedenkminute für die Erdbebenopfer in Chile und die Orkan-Toten in Frankreich begann, machte der Aufschlag den Unterschied. Die Nummer 15 der Welt servierte von Beginn an stark, während Kohlschreiber für seine Punkte meist wesentlich härter arbeiten musste. Der 30. der Weltrangliste spielte selbst im ersten Durchgang zwar nicht so schlecht, doch gegen das Volldampf-Tennis des 1,93 Meter langen athletischen Franzosen war das zu wenig.

Als Monfils bei zwei Hecht-Volleys nacheinander jeweils hart auf dem Platz im Palais des Sports landete, musste er sich davon erst einmal erholen. Vor den 4000 französischen Fans, von denen einige ein deutsches Spruchband mit den Worten “Wir sind da“ aufgehängt hatten, schnupperte Kohlschreiber im zweiten Satz an einer 4:0-Führung.

Mit zu vielen Fehlern ließ er Monfils jedoch zurückkommen und zog in der spannenden Schlussphase mit Chancen auf beiden Seiten den Kürzeren. “Wahnsinn, das ist alles so eng“, kommentierte der deutsche Verbandschef Georg von Waldenfels. So blieb es auch im dritten Satz. Kohlschreiber holte zwar mit Kampfgeist ein 2:4 auf, bescherte Monfils im Tiebreak mit einer verschlagenen Vorhand aber dessen ersten Sieg im zweiten Cup-Einsatz.

dpa

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