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Nach Olympia-Abschied

"Vollgas weiter": Keine Pause  für Höfl-Riesch

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Der undankbare vierte Platz in ihrem letzten Olympia-Rennen hatte für Maria Höfl-Riesch zumindest etwas Gutes.

Krasnaja Poljana - Der undankbare vierte Platz in ihrem letzten Olympia-Rennen hatte für Maria Höfl-Riesch zumindest etwas Gutes.

Ohne Medaillenzeremonie in Sotschi durfte die 29-Jährige dank umgebuchten Rückflugs einen zusätzlichen Ruhetag in der Heimat genießen. Durchschnaufen konnte sie aber nur kurz: Montag der Empfang durch Bundespräsident Joachim Gauck in München, Mittwoch Anreise nach Crans Montana zum nächsten Weltcup-Auftritt. Ihre womöglich letzte Saison ist noch nicht vorbei - und es gibt noch große Ziele. „Es geht gleich Vollgas weiter“, kündigte sie an.

Die Frage nach ihrem Karriereende hat Höfl-Riesch drei Wochen vor dem letzten Saisonrennen noch nicht beantwortet. „Es ist eine schwere Entscheidung, und ich mache sie mir nicht leicht. Deswegen denke ich, dass ich sie erst beim Weltcupfinale in Lenzerheide treffen werde“, teilte sie am Sonntag mit.

Kein Geheimnis aber sind ihre Ambitionen: Nach Olympia-Gold und Silber will die Fahnenträgerin der olympischen Eröffnungsfeier noch zwei Weltcup- Kristallkugeln gewinnen. Neun Rennen vor Schluss hat Höfl-Riesch 136 Punkte Vorsprung in der Gesamtwertung, zudem 75 Zähler in der Abfahrtsrangliste - die konnte sie noch nie gewinnen. „Schau'n wir mal, was sich noch realisieren lässt“, sagte die deutsche Rekord-Alpine bei Olympia.

Platz vier beim Slalom in den Bergen von Krasnaja Poljana war sicher nicht der erhoffte Abschluss, eine Träne habe sie aber „eigentlich nicht“ im Auge, erklärte die dreimalige Olympiasiegerin. „Ich habe wirklich tolle Spiele erleben dürfen. Irgendwann ist es einfach vorbei, die Saison geht weiter - vielleicht auch die Karriere.“ Bei den Rennen in Crans Montana, Are und Lenzerheide wird es nicht nur um Weltcuppunkte und Trophäen gehen, sondern auch um den Schlusspunkt der herausragenden Laufbahn.

Bilder: So lief Höfl-Rieschs letztes Olympia-Rennen

Bilder: So lief Höfl-Rieschs letztes Olympia-Rennen

Maria Höfl-Riesch
Der Slalom in Sotschi sollte für Maria Höfl-Riesch das Abschiedsrennen bei Olympischen Spielen werden. © dpa
Maria Höfl-Riesch
Vor dem Rennen wurde die 29-Jährige als große Medaillenhoffnung gehandelt. Immerhin stand sie in dieser Saison schon zwei Mal nach Slalom-Weltcups auf dem Podest. Bei den Winterspielen in Vancouver 2010 krallte sie sich im Slalom sogar das begehrte Gold. © dpa
Maria Höfl-Riesch
Grund genug, um noch mal richtig Gas zu geben. © dpa
Maria Höfl-Riesch
Maria Höfl-Riesch zeigte einen starken ersten Lauf. © AFP
Maria Höfl-Riesch
Routiniert fuhr sie um die Stangen und ... © AFP
Maria Höfl-Riesch
... ließ schwere Bedingungen schwere Bedingungen sein. Der Lauf war beinahe fehlerfrei. © dpa
Maria Höfl-Riesch
Die dreimalige Olympiasiegerin machte sich lang - und legte eine Top-Zeit hin. Nur Mikaela Shiffrin war noch schneller als die Deutsche. Nach dem ersten Durchgang hieß es für sie: Rang zwei - und die Chance auf Edelmetall. © dpa
Maria Höfl-Riesch
"Es war wirklich eine gute Fahrt, unglaublich, dass ich heute noch mal um eine Medaille mitfahre. Aber es ist erst die halbe Miete", sagte die 29-Jährige in der ARD. © AFP
Maria Höfl-Riesch
Die halbe Miete also... Und dass dem tatsächlich so war, zeigte sich im zweiten Lauf. © AFP
Maria Höfl-Riesch
Unter Flutlicht schlich sich ein kleiner Fehler ein, der Höfl-Riesch viel Zeit und Geschwindigkeit kostete. © AFP
Maria Höfl-Riesch
Da half auch das Langmachen an der Ziellinie nichts. © AFP
Maria Höfl-Riesch
Ein Blick auf die Anzeigetafel verriet ihr, dass sie "nur" auf Rang drei fahren konnte. © AFP
Maria Höfl-Riesch
Und die starke Mikaela Shiffrin stand noch oben. © dpa
Maria Höfl-Riesch
Mit hängendem Kopf fuhr Höfl-Riesch durch den Zielraum und registrierte: "Das wird wohl nur der vierte Platz für mich." © AFP
Und so kam es dann auch: Die erst 18 Jahre alte Shiffrin fuhr Bestzeit und verdrängte Marlies Schild und Kathrin Zettel (beide Österreich) auf die Plätze ... © dpa
... und Maria Höfl-Riesch vom Podest. © AFP
Maria Höfl-Riesch
"Es wäre ein Traumabschluss gewesen, nochmal eine Medaille zu gewinnen. Das war auch mein Ziel", sagte Höfl-Riesch nach Rennende gefasst. "Aber jetzt hat's halt knapp nicht gereicht und deswegen ist das trotzdem kein Drama für mich.“ © dpa
Maria Höfl-Riesch
Warum? Weil Maria Höfl-Riesch auch aus Sotschi zwei Medaillen mitnehmen darf. Gold in der Super-Kombination, Silber im Super-G. So lässt es sich doch auch von Olympia abtreten. © dpa

„Schauen wir mal. Wann die Entscheidung fällt, kann ich auch noch nicht sagen“, sagte die Sportlerin des Jahres 2010. Auf dem Höhepunkt abtreten könnte sie nach einem möglichen Gesamtweltcup-Sieg Mitte März. Anderseits brachte Höfl-Riesch auch schon die Idee einer „Abschieds-Tournee“ ins Spiel, „ein Jahr zum Genießen, wirklich ohne Druck“. Dem deutschen Sport würde die „hervorragende Botschafterin“ (IOC-Präsident Thomas Bach) und „Vorzeige-Modellathletin“ (Franz Beckenbauer) in jedem Fall fehlen. Zumindest als Aktive. Denn Alpindirektor Wolfgang Maier geht davon aus, dass sich „die Maria mit dem Thema Wintersport bewegen wird“.

Zehn Medaillen bei Großereignissen, einen Gesamtweltcupsieg und 27 Weltcup-Erfolge hat sie eingefahren. Vergleiche mit den beiden anderen großen deutschen Alpin-Damen, Rosi Mittermaier und Katja Seizinger, sind immer schwierig. Doch zumindest in der Olympia-Rangliste ist Höfl-Riesch die Nummer 1. Im Kaukasus pries DOSB-Präsident Alfons Hörmann sie als „alpinen Superstar unserer Generation“.

Mittermaier, die vor Ort mitfieberte, war für die kleine Maria immer „die Mutter vom Felix“. Seizinger dagegen ein Idol für Höfl-Riesch. Sie selbst könnte eins für die nächsten Generationen sein - aus der sich bislang keine Sportlerin als Nachfolgerin der Ausnahmeathletin aufdrängt. Man müsse versuchen in vier Jahren „mit einer wettkampftauglichen Mannschaft anzutreten“, erklärte Maier.

Die Stehauffrau, die ihre viel gerühmten Comeback-Qualitäten wieder unterstrich, wird dem Verband fehlen. „Da braucht aber kein Wehmut aufkommen. Es ist immer so, dass die Champions mal abtreten. Der Blick muss nach vorne gerichtet werden“, sagte Maier.

Wie Höfl-Riesch staunte er über den starken Flutlicht-Auftritt von Olympiasiegerin Mikaela Shiffrin (USA). „Es ist Wahnsinn, wenn man überlegt, dass sie 18 ist und Weltmeisterin und Olympiasiegerin und in zwei Wochen zweimalige Slalom-Weltcupsiegerin. Es ist beeindruckend, in diesem Alter diese Stärke und Konstanz auch mental“, sagte die Gold-Frau von 2010 über das Gold-Girl von 2014.

Als die jüngste Slalom-Olympiasiegerin der Geschichte flankiert von den Österreicherinnen Marlies Schild (Silber) und Kathrin Zettel (Bronze) im Zielraum geehrt wurde, war Höfl-Riesch in Gedanken schon mit der Reise in der Heimat beschäftigt. Dort wurde sie dann mit einem großen Plakat als „Olympia-Heldin Maria“ empfangen. „Wow! Was für ein Willkommens-Gruß für eine Deutsche in Österreich!“, bedankte sich die in Kitzbühel lebende Skirennfahrerin.

dpa

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