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Ab nach Hause

Höfl-Riesch: "Es geht gleich Vollgas weiter"

Sotschi - Nach dem vierten Platz zum Ausklang einer großen Winterspiele-Karriere wollte Maria Höfl-Riesch vor allem eins: Schnell nach Hause. Im Weltcup steht gleich das nächste Ziel an: die Kristallkugel.

Nach dem undankbaren Olympia-Abschied ging es für Maria Höfl-Riesch ganz schnell nach Hause. Platz vier im Slalom statt Winterspiele-Medaille Nummer fünf - und trotz des vorgezogenen Rückflugs gibt es in der Heimat nicht einmal eine richtige Erholungspause nach den Strapazen beim russischen Ringe-Spektakel. „Es geht gleich Vollgas weiter. Die letzten drei Wochen werden echt heftig“, kündigte die 29-Jährige an. Der ursprünglich für Sonntag geplante Rückflug wurde umgebucht. Schon am Samstag hob der Flieger mit der erfolgreichsten deutschen Alpinen ab.

Mit an Bord auch die nächsten Vorhaben: Nach Gold und Silber will die Fahnenträgerin der olympischen Eröffnungsfeier von Sotschi noch zwei Kristallkugeln im Weltcup für den Vitrinenschrank und ihre Ruhmesliste gewinnen. „Schau'n wir mal, was sich noch realisieren lässt“, sagte die deutsche Ski-Queen - und war auch ohne weiteres olympisches Ehrenzeichen mit sich im Reinen.

Eine Träne habe sie „eigentlich nicht“ im Auge, erklärte die dreimalige Olympiasiegerin. „Ich habe wirklich tolle Spiele erleben dürfen. Irgendwann ist es einfach vorbei, die Saison geht weiter - vielleicht auch die Karriere.“ Diese Frage begleitet Höfl-Riesch seit langem. Und bei den Rennen in Crans Montana, Are und Lenzerheide wird es nicht nur um Weltcuppunkte und Trophäen gehen, sondern eben auch weiter um den Schlusspunkt der herausragenden Karriere.

„Schauen wir mal. Wann die Entscheidung fällt, kann ich auch noch nicht sagen“, erklärte die Sportlerin des Jahres 2010. Auf dem Höhepunkt abtreten könnte sie nach einem möglichen Gesamtweltcup-Sieg Mitte März. Anderseits brachte Höfl-Riesch auch schon die Idee einer „Abschieds-Tournee“ ins Spiel, „ein Jahr zum Genießen, wirklich ohne Druck“. Dem deutschen Sport würde die „hervorragende Botschafterin“ (IOC-Präsident Thomas Bach) und „Vorzeige-Modellathletin“ (Franz Beckenbauer) in jedem Fall fehlen. Zumindest als Aktive. Denn Alpindirektor Wolfgang Maier geht davon aus, dass sich „die Maria mit dem Thema Wintersport bewegen wird“.

Zehn Medaillen bei Großereignissen, einen Gesamtweltcupsieg und 27 Weltcup-Erfolge hat sie eingefahren. Vergleiche mit den beiden großen Alpinen vor ihrer aktiven Zeit, Rosi Mittermaier und Katja Seizinger, sind immer schwierig. Doch zumindest in der Olympia-Rangliste ist Höfl-Riesch die Nummer 1. Bei den Spielen im Kaukasus pries DOSB-Präsident Alfons Hörmann sie als „alpinen Superstar unserer Generation“.

Mittermaier, die in Krasnaja Poljana mitfieberte, war für die kleine Maria immer „die Mutter vom Felix“. Seizinger dagegen ein Idol für Höfl-Riesch. Sie selbst könnte eins für die nächsten Generationen sein. Man müsse versuchen in vier Jahren „mit einer wettkampftauglichen Mannschaft anzutreten“, erklärte Alpindirektor Maier.

Die Stehauffrau, die ihre viel gerühmten Comeback-Qualitäten wieder unterstrich, wird dem Verband fehlen. „Da braucht aber kein Wehmut aufkommen. Es ist immer so, dass die Champions mal abtreten. Der Blick muss nach vorne gerichtet werden“, sagte Maier, der wie Höfl-Riesch über den starken Auftritt von Olympiasiegerin Mikaela Shiffrin (USA) im Flutlicht staunte. „Es ist Wahnsinn, wenn man überlegt, dass sie 18 ist und Weltmeisterin und Olympiasiegerin und in zwei Wochen zweimalige Slalom-Weltcupsiegerin. Es ist beeindruckend, in diesem Alter diese Stärke und Konstanz auch mental“, sagte die Goldfrau von 2010 über das Goldgirl von 2014.

Als die 18-jährige Amerikanerin flankiert von den Österreicherinnen Marlies Schild (Silber) und Kathrin Zettel (Bronze) im Zielraum geehrt wurde, musste die deutsche Alpin-Königin schon die Formulare für die Dopingkontrolle ausfüllen. 38 Hundertstelsekunden fehlten ihr auf Bronze. Shiffrin schüttelte als jüngste Slalom- Olympiasiegerin der Geschichte ungläubig den Kopf, Schild sprang mit einem kräftigen Satz hinauf aufs Stockerl. Und Zettel? Die 27-Jährige wischte sich wenige Tage nach dem Tod ihrer Oma Tränen aus den Augen.

Bilder: So lief Höfl-Rieschs letztes Olympia-Rennen

Bilder: So lief Höfl-Rieschs letztes Olympia-Rennen

Maria Höfl-Riesch
Der Slalom in Sotschi sollte für Maria Höfl-Riesch das Abschiedsrennen bei Olympischen Spielen werden. © dpa
Maria Höfl-Riesch
Vor dem Rennen wurde die 29-Jährige als große Medaillenhoffnung gehandelt. Immerhin stand sie in dieser Saison schon zwei Mal nach Slalom-Weltcups auf dem Podest. Bei den Winterspielen in Vancouver 2010 krallte sie sich im Slalom sogar das begehrte Gold. © dpa
Maria Höfl-Riesch
Grund genug, um noch mal richtig Gas zu geben. © dpa
Maria Höfl-Riesch
Maria Höfl-Riesch zeigte einen starken ersten Lauf. © AFP
Maria Höfl-Riesch
Routiniert fuhr sie um die Stangen und ... © AFP
Maria Höfl-Riesch
... ließ schwere Bedingungen schwere Bedingungen sein. Der Lauf war beinahe fehlerfrei. © dpa
Maria Höfl-Riesch
Die dreimalige Olympiasiegerin machte sich lang - und legte eine Top-Zeit hin. Nur Mikaela Shiffrin war noch schneller als die Deutsche. Nach dem ersten Durchgang hieß es für sie: Rang zwei - und die Chance auf Edelmetall. © dpa
Maria Höfl-Riesch
"Es war wirklich eine gute Fahrt, unglaublich, dass ich heute noch mal um eine Medaille mitfahre. Aber es ist erst die halbe Miete", sagte die 29-Jährige in der ARD. © AFP
Maria Höfl-Riesch
Die halbe Miete also... Und dass dem tatsächlich so war, zeigte sich im zweiten Lauf. © AFP
Maria Höfl-Riesch
Unter Flutlicht schlich sich ein kleiner Fehler ein, der Höfl-Riesch viel Zeit und Geschwindigkeit kostete. © AFP
Maria Höfl-Riesch
Da half auch das Langmachen an der Ziellinie nichts. © AFP
Maria Höfl-Riesch
Ein Blick auf die Anzeigetafel verriet ihr, dass sie "nur" auf Rang drei fahren konnte. © AFP
Maria Höfl-Riesch
Und die starke Mikaela Shiffrin stand noch oben. © dpa
Maria Höfl-Riesch
Mit hängendem Kopf fuhr Höfl-Riesch durch den Zielraum und registrierte: "Das wird wohl nur der vierte Platz für mich." © AFP
Und so kam es dann auch: Die erst 18 Jahre alte Shiffrin fuhr Bestzeit und verdrängte Marlies Schild und Kathrin Zettel (beide Österreich) auf die Plätze ... © dpa
... und Maria Höfl-Riesch vom Podest. © AFP
Maria Höfl-Riesch
"Es wäre ein Traumabschluss gewesen, nochmal eine Medaille zu gewinnen. Das war auch mein Ziel", sagte Höfl-Riesch nach Rennende gefasst. "Aber jetzt hat's halt knapp nicht gereicht und deswegen ist das trotzdem kein Drama für mich.“ © dpa
Maria Höfl-Riesch
Warum? Weil Maria Höfl-Riesch auch aus Sotschi zwei Medaillen mitnehmen darf. Gold in der Super-Kombination, Silber im Super-G. So lässt es sich doch auch von Olympia abtreten. © dpa

Im Haus der Österreicher, die gleich zwei weitere Alpin-Medaillen feierten, stieß Höfl-Riesch in der Nacht zum Samstag dann auch noch einmal an. Nach einer kurzen Stippvisite im Deutschen Haus ließ es die 29-Jährige bei der Ösi-Party ausklingen - ehe es nach der kurzen Nacht zurück nach Deutschland ging.

dpa

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