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Handball: DHB-Team mit Debakel gegen Frankreich

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Nur selten hatten die Deutschen (hier Lars Kaufmann ) gegen die Franzosen die Oberhand.

Kristianstad - Die deutsche Nationalmannschaft hat in der Vorrunde der Handball-Weltmeisterschaft in Schweden die zweite Niederlage einstecken müssen.

Überraschungscoup verpasst, Wiedergutmachung misslungen: Die deutschen Handballer müssen nach einer bitteren Lehrstunde und der zweiten Niederlage in Folge um den Einzug in die Hauptrunde der WM in Schweden bangen. Die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand verlor gegen Titelverteidiger Frankreich in Kristianstad mit 23:30 (10:13) und zeigte eine der schwächsten Anhriffsleistungen der letzten Jahre.

Damit steht die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) vor dem abschließenden fünften Gruppenspiel am Donnerstag gegen Afrikameister Tunesien (18.30 Uhr/live im ZDF) angesichts von 4:4 Punkten unter Zugzwang. Vor 4250 Zuschauern konnten auch Michael Kraus (7/3/HSV Hamburg) und Lars Kaufmann (5/FA Göppingen) als beste deutsche Werfer die Niederlage gegen Olympiasieger und Europameister Frankreich nicht verhindern.

Zwei Tage nach der 24:26-Niederlage gegen Spanien entwickelte sich auch gegen die mit drei Bundesliga-Legionären gespickten Franzosen eine wahre Abwehrschlacht. Brand hatte überraschend Silvio Heinevetter im deutschen Tor das Vertrauen gegenüber Johannes Bitter gegeben, der im Duell mit den Iberern eine Weltklasseleistung gezeigt hatte.

Auch der zuletzt harsch kritisierte Regisseur Michael Kraus durfte diesmal von Beginn an spielen. Doch der Hamburger machte erneut eine unglückliche Figur und leistete sich allein in den ersten 22 Minuten fünf Fehlwürfe.

Pascal Hens enttäuschend

Nach einem vielversprechenden Start (7:6/16.) verlor die DHB-Equipe völlig den Faden und biss sich an der wohl besten Abwehr im Welthandball um Keeper Thierry Omeyer (Kiel) die Zähne aus. Besonders der enttäuschende Kapitän Pascal Hens fand kein Mittel gegen die eingespielte Defensive von Les Bleus, die zuletzt vor zehn Jahren ein WM-Duell gegen die Deutschen gewonnen hatte.

Während dem Außenseiter ab Mitte der ersten Halbzeit binnen zwölf Minuten nur noch zwei Treffer gelangen, zogen die Franzosen angeführt vom Ex-Kieler Nikola Karabatic auf 13:8 (27.) davon.

Auch nach dem Wechsel erwies sich der Titelverteidiger, der bei der WM auf die verletzten Bundesligastars Daniel Narcisse (THW Kiel/Kreuzbandriss) und Guillaume Gille (HSV Hamburg) verzichten muss, als die klar überlegene Mannschaft. Jede Schwäche in der deutschen Deckung nutzten die Franzosen gnadenlos aus. Weil sich auf der Gegenseite Omeyer weiter steigerte und in zehn Minuten nur einen Gegentreffer zuließ, drohte beim 12:20 (43.) sogar ein Debakel.

Olympischer Traum wackelt

Der Druck in Schweden ist auch im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2012 in London besonders groß: Ein Platz zwischen eins und sieben ist für die Brand-Auswahl quasi ein Muss. Während sich nur der Weltmeister direkt für die Sommerspiele im nächsten Jahr qualifiziert, garantieren die WM-Plätze zwei bis sieben immerhin die Teilnahme an den insgesamt drei Olympia-Qualifikationsturnieren im April 2012. Als Gastgeber fungieren der WM-Zweite, -Dritte und -Vierte.

Dort treten dann zwölf Mannschaften an, die um insgesamt sechs freie Plätze für London kämpfen. Sollte die Turnierteilnahme verpasst werden, gibt es nur noch eine Möglichkeit, sich den olympischen Traum zu erfüllen: Der Titelgewinn bei der EM 2012 in Serbien. Bei der letzten Europameisterschaft 2010 in Österreich war die deutsche Mannschaft auf Rang zehn gelandet.

sid/dpa

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