Hambüchen hofft auf WM: "Dann geht's richtig ab"

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Hochmotiviert zeigt sich Fabian Hambüchen im Hinblick auf kommende Wettkämpfe. Momentan befindet sich der Hesse noch in der Rehabilitation.

Berlin - Nach seiner Fuß-OP brennt Turner Fabian Hambüchen darauf, endlich wieder Wettkämpfe zu bestreiten. Der 23-Jährige kann seit knapp vier Wochen wieder voll an den Geräten trainieren.

Fabian Hambüchen studiert am Reck derzeit neue, spektakuläre Elemente ein. Aber darüber reden möchte der deutsche Turnstar noch nicht. “Das passiert alles ganz heimlich, in der Halle. Bis ich wieder in Wettkämpfe eingreife, ziehe ich mich zurück“, sagte er geheimnisvoll. “Aber wenn ich wieder loslege, dann geht's richtig ab“, sagte er am Rande der Turn-EM in Berlin, wo der sechsmalige Europameister als Co-Kommentator für die ARD arbeitet. Angespornt wird Hambüchen zusätzlich von Olympiasieger Zou Kai aus China, der vorige Woche bei der Challenge in Doha eine neue “Weltrekord-Übung“ am Reck mit dem Ausgangswert 7,7 vorstellte.


Im Moment befindet sich Hambüchen noch in der Rehabilitation. Nach seiner Achillessehnen-Operation kann er seit knapp vier Wochen wieder voll an den Geräten trainieren. Es laufe prima, Schmerzen verspüre er nicht mehr. “Ich turne aber dennoch mit einem Tape am Fuß, damit ich nicht vergesse, dass da unten mal was war“, erzählte er im “Champions Club“ der Berliner EM.

“Dreieinhalb Stunden Training in der Halle, fünf Stunden Reha in Bad Nauheim“, so beschreibt der 23-Jährige seinen Tagesablauf. “Nur das Autofahren war anfangs ein Problem. Da hatte ich ein bisschen Schiss, ob das mit der Sehne klappt. Aber inzwischen habe ich mich dran gewöhnt.“ Seine Armmuskulatur ist derzeit wegen des verstärkten Trainings an den Kraftmaschinen überdurchschnittlich ausgeprägt. “Das bringt aber auch ein höheres Körpergewicht mit sich. Deshalb muss jetzt wieder alles kompakter werden“, berichtete er.


Vergangene Woche haben mehrere MRT-Untersuchungen einen guten Heilungsverlauf der Achillessehne bestätigt. Daher wurde seit Montag die Belastung für den Fuß im Training kontinuierlich erhöht. “Ich hoffe, dass sich die Reflexe bald wieder einstellen“, meinte er. Vieles deutet daraufhin, dass die WM im Oktober mit Hambüchen stattfinden kann. “Aber die Qualifikation dafür ist bei den deutschen Meisterschaften schon im August. Da müssen wir sehen, was Cheftrainer Andreas Hirsch da von mir fordert“, sagte Hambüchen, der sich in Berlin die Trainingshalle in Hohenschönhausen als Refugium auswählte.

Für den Hessen wäre es schon ein Erfolg, wenn er die WM an vier Geräten wie in Rotterdam in Angriff nehmen könnte. “Herr Hirsch will die Besten an den Start bringen, schließlich geht es um die Olympia-Qualifikation. Natürlich will ich dann möglichst zu den Besten gehören“, verkündet Hambüchen sein Ziel und hofft sehr, dass Tokio trotz der Auswirkungen der nuklearen Katastrophe von Fukushima die Titelkämpfe überhaupt ausrichten kann.

dpa

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