Hacker-Boot weit zurück

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Der deutsche Ruderer Marcel Hacker.

München - Die deutschen Ruderer können zehn Monate nach dem Olympia-Debakel wieder siegen.

Im ersten internationalen Härtetest der kompletten deutschen Flotte nach der Peking-Pleite ohne Goldmedaille musste sich der ehemalige Einer-Weltmeister Marcel Hacker bei seiner Rückkehr in ein Teamboot zwar mit dem vorletzten Final-Platz begnügen, gegen die nicht vollständige Konkurrenz reichte es am Sonntag beim Weltcup in München aber zu fünf ersten Plätzen.

Während auf den 32-jährigen Hacker noch viel Arbeit auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften Ende August in Posen wartet, zeigten vor allem die Achter-Athleten des Deutschen Ruderverbandes (DRV) schon vielversprechende Ansätze.

Die etatmäßige Achter-Crew präsentierte sich bei ihrem Einsatz im Vierer ohne Steuermann mit einem Doppelerfolg gut in Form und will auf dem Rotsee in Luzern das in China gekenterte Flaggschiff wieder auf Kurs bringen. Noch nicht gegen die Top-Konkurrenz landete der in München eingesetzte Perspektiv-Achter gleich einen Sieg.

Bei den Männern wiesen auch Eric Knittel (Berlin) und Stephan Krüger (Rostock) im Doppelzweier die Konkurrenz in die Schranken. Auf der Olympia-Regattastrecke von 1972, wo es vor einem Jahr gegen ungleich stärkere Konkurrenz nur zu seinem Weltcup-Sieg gereicht hatte, gewannen bei den Frauen der Achter und der Doppelvierer.

Im deutschen Aufbaujahr für London 2012, wenn die deutsche Hymne wieder viermal klingen soll, ist der langjährige Solist Hacker nach zehn Jahren wieder in einem Mannschaftsboot am Start. In Vor- und Hoffnungslauf gab es am WM-Ort von 2007 jeweils einen zweiten Rang, im Finale lag der Schlagmann mit seinem Team nur 0,28 Sekunden vor dem letzten Platz. Ohne Hacker im Einer gibt es dort “nach wie vor große Probleme“, so Bundestrainer Hartmut Buschbacher, der für London aber auf eine Rückkehr des deutschen Skiff-Meisters in dessen Paradedisziplin hoffen kann. Mit stolz geschwellter Brust kommentierte Filip Adamski (Mannheim) den Doppel-Erfolg im Vierer ohne Steuermann vor dem Team von Sebastian Schmidt (Mainz).

Beim Weltcup-Finale in Luzern (10. bis 12. Juli) wollen die acht wieder gemeinsam in einem Boot um den Sieg und das WM-Ticket kämpfen. “In Luzern Achter zu fahren, darauf freuen wir uns schon riesig“, sagte Adamski. Nachdem der Achter in Peking Schiffbruch erlitten hatte, hat der DRV einen radikalen Kurswechsel vollzogen. Aus dem Team, das bei den Spielen mit dem letzten Platz für den sportlichen Untergang des Jahres gesorgt hatte, sind nur noch drei Athleten dabei. In München warben die Vierer-Athleten für einen WM-Einsatz, der Perspektiv-Achter unterstrich mit seinem Sieg eigene Ambitionen.

Im Kampf um das WM-Ticket im Zweier ohne Steuerfrau setzten sich Marlene Sinnig/Kerstin Hartmann (Krefeld/Ulm) als Dritte beim neuseeländischen Sieg mit drei Sekunden Vorsprung vor Nina Wengert/Katrin Reinert (Saarbrücken/Heilbronn) durch. Die Olympia-Zweiten Christiane Huth (Potsdam) und Annekatrin Thiele (Leipzig), die um 1/100 Sekunde Olympia-Gold verpasst hatten, mussten sich im Doppelzweier der Formation aus Polen geschlagen geben. Nach ihrem Sieg beim Weltcup-Auftakt in Spanien wurden Marie-Louise Dräger/Anja Noske (Rostock/Saarbrücken) diesmal Zweite.

dpa

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