Haas: Mit breitem Lächeln nach Wimbledon

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Haas holt sich nach dem Finaltriumph sein Siegerbussi von Sara Foster ab.

Halle - Thomas Haas reist im nicht mehr ganz so jungen Tennis-Alter von 31 Jahren erstmals als Geheimfavorit nach Wimbledon. Ob er will, oder nicht.

“Nein nein, da spielt es sich noch einmal anders, man muss sich wieder anpassen und abwarten, wie die Auslosung ist“, wiegelte Haas am Sonntagabend nach seinem Finaltriumph gegen Novak Djokovic in Ostwestfalen ab. Er gab aber auch zu: “Natürlich geht man nach so einem Sieg jetzt mit einem breiten Lächeln in das nächste Turnier.“

Wenn der so locker und gelöst wie nie wirkende Haas am Dienstag oder Mittwoch nach London fliegt, hat er reichlich Selbstbewusstsein im Gepäck. Vielleicht spielt er derzeit das beste Tennis seines Lebens. Indizien dafür: Einerseits sein imposanter Auftritt bei den French Open mit dem knappen Achtelfinal-Aus gegen den späteren Champion Roger Federer - und das ausgerechnet auf der ungeliebten Asche. Andererseits: Eindrucksvolle Siege bei den Gerry Weber Open auf dem Weg zum zwölften Turniersieg gegen die Top-Ten-Spieler Djokovic und Jo-Wilfried Tsonga sowie Philipp Kohlschreiber , den anderen für die Weltelite gefährlichen Deutschen. “Ich bin zwar nicht mehr der Jüngste, aber ich habe mehr Erfahrung und weiß auch damit besser umzugehen“, sagte Haas, der wieder einmal ohne Coach ist.

Sein Sieg in Halle , der erste Titel seit Memphis vor gut zwei Jahren, ließ Haas im ATP-Ranking von 41 auf Position 35 klettern. Das dürfte für Wimbledon bedeuten, dass er einer der gesetzten Spieler sein wird, was ihm die harten Brocken wie Federer, Titelverteidiger Rafael Nadal oder Queens-Sieger Andy Murray zunächst ersparen wird.

Haas' bisher bestes Resultat in Wimbledon war das Erreichen des Achtelfinals 2007. Vielleicht ist die Zeit für den 31-Jährigen bei seiner elften Teilnahme nun reif, dies Ergebnis zu toppen. Der endlich einmal verletzungsfreie Haas, der bereits dreimal an seiner rechten Schulter operiert wurde, hatte nach seinem Sieg bescheidene Wünsche: “Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr mal wieder einen normalen Spielplan haben und ihn auch durchspielen kann.“

Im Moment des Triumphes - noch dazu vor deutschem Publikum - hatte Haas die vielen Rückschläge durch Verletzungen nicht vergessen: “Wenn da noch mal wieder so was kommen sollte, dann gibt es diese Momente nicht mehr“, sagte er, “wenn ich noch mal operiert werden muss an der Schulter, dann ist es für mich ganz klar aus“.

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