Kiefer fliegt - Haas und Becker siegen

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Thommy Haas während seines Kurzauftritts bei strahlendem Sonnenschein in London.

London - Thomas Haas und Benjamin Becker haben auf dem “Heiligen Rasen“ von Wimbledon ihren Erfolgsweg fortgesetzt. Nicolas Kiefer dagegen ist um einen bittere Erfahrung reicher.

Während die beiden als Turniersieger nach London gekommenen deutschen Tennis-Cracks am Dienstag im Eiltempo Philipp Kohlschreiber, Rainer Schüttler und Simon Greul in die zweite Runde der All England Championships folgten, erlebte der Hannoveraner Kiefer auf dem “Friedhof der Stars“ gegen Fabrice Santoro ein Begräbnis erster Klasse. Der 36 Jahre alte Grand-Slam-Veteran aus Frankreich siegte mit 6:4, 6:2, 6:2 und düpierte den an Nummer 33 gesetzten Kiefer ohne Gnade.

Halle-Gewinner Haas reichte beim Nachsitzen auf dem von den Stars gefürchteten Platz Nummer drei eine Kurzschicht zum Einzug in die zweite Runde. Nach dem quälenden Auftakt und der Unterbrechung am Abend zuvor machte der 31-Jährige kurzen Prozess mit dem Österreicher Alexander Peya. Ganze zehn Minuten und zwei Spiele benötigte der Hamburger, um den 6:7 (5:7), 7:6 (7:0), 6:3, 6:4-Erfolg perfekt zu machen und die bösen (Friedhofs-)Geister zu vertreiben.

Ein enormes Tempo legte auch Becker vor, der “mit Selbstvertrauen und breiter Brust“, so Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen, vom ersten Titelgewinn aus s'Hertogenbosch in den Londoner Südwesten gekommen war. Leicht und locker knüpfte der Mettlacher mit dem gerade in Wimbledon klangvollen Nachnamen an die Leistung in den Niederlanden an und fertigte den Kroaten Roko Karanusic mit 6:4, 6:4, 6:1 ab. “Das hat man gerne, wenn es so glatt geht“, meinte Becker nach dem nur 72 Minuten dauernden “Super-Match“.

Während Haas schon an diesem Mittwoch gegen den Franzosen Michael Llodra (“ein gefährlicher Spieler auf Rasen“) antritt, erwartet der Weltranglisten-49. Becker am Donnerstag den an Nummer 26 gesetzten Österreicher Jürgen Melzer. Ausgeschieden ist als dritter des zehnköpfigen deutschen Herren-Aufgebots nach Kiefer und Andreas Beck der Weilerswister Björn Phau, der dem Rumänen Victor Crivoi nach großem Kampf mit 6:4, 1:6, 6:7 (3:7), 6:2, 3:6 unterlag.

“Die Nacht war natürlich ziemlich unruhig“, erzählte Haas nach dem erfolgreichen Kurzauftritt. “Aber gestern Abend ging es tatsächlich nicht mehr mit dem Licht - und auch der Rasen war rutschig geworden“, sagte der Wahl-Amerikaner und ergänzte grinsend: “Das ist eben der Friedhof.“ “Runter kommen und ein bisschen relaxen“ beschrieb er das Programm für den Rest des Tages. Und die übliche Pflege bei seinem neuen Physio Alex Schober, der schon Pete Sampras “geknetet“ hat.

Das sich bedrohlich abzeichnende Debakel für die deutschen Tennis- Damen verhinderten Tatjana Malek und Sabine Lisicki. Die Berlinerin drehte das Match gegen Anna Tschakwetadze dank unbändiger Willensstärke und leichter Schulterprobleme ihrer Gegnerin und überstand durch ein 4:6, 7:6 (7:4), 6:2 gegen die an 32 gesetzte Russin die schwere Auftakthürde. Überraschend war auch das 3:6, 7:5, 6:2 der 21-jährigen Tatjana Malek gegen Jelena Dokic aus Australien, die in der Weltrangliste als Nummer 76 immerhin 25 Plätze besser eingestuft ist.

Nächste Gegnerin der Fed-Cup-Spielerin aus Bad Saulgau ist in der an Nummer 18 gesetzten French-Open-Halbfinalistin Samantha Stosur wiederum eine Spielerin aus “down under“. Die 20-Jährige Lisicki bekommt es mit Wimbledon-Debütantin Patricia Mayr aus Österreich zu tun. Nachdem Anna-Lena Grönefeld und Kristina Barrois schied am zweiten Turniertag auch Julia Görges aus. Trotz beherzter Gegenwehr unterlag die 20-Jährige aus Bad Oldesloe mit 4:6, 6:7 (0:7) der einstigen Nummer eins, Jelena Jankovic aus Serbien.

dpa

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