Tennis am Rothenbaum

Greul im Viertelfinale - Kohlschreiber geht baden

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Simon Greul steht im Viertelfinale der German Open in Hamburg.

Hamburg - Im “Überlebenskampf“ am Rothenbaum hat Simon Greul die Rolle von Philipp Kohlschreiber übernommen und als einziger deutscher Tennisprofi das Viertelfinale erreicht.

Der 28-Jährige aus Reutlingen schaffte am Donnerstag kurz vor Mitternacht die Überraschung durch einen 7:5, 7:6 (9:7)-Erfolg gegen den Spanier Ivan Navarro. Hoffnungsträger Kohlschreiber musste seine Titel-Ambitionen dagegen im roten Sand begraben, als er trotz heißen Kampfes dem starken Qualifikanten Pablo Cuevas mit 4:6, 6:7 (8:10) unterlag. Während der Regen unablässig auf das Zeltdach prasselte, ging der 25-Jährige im Achtelfinale gegen den früheren Schwimmer aus Uruguay baden und verpasste das selbstgesteckte Ziel Viertelfinale.


“Ich habe kein Break geschafft, das ist zu schwach. Er war über die gesamte Zeit gesehen der bessere Spieler, am Schluss fehlte auch das Quäntchen Glück“, sagte Davis-Cup-Spieler Kohlschreiber, der vorher angekündigt hatte: “Das Viertelfinale ist Pflicht.“ Cuevas trifft an diesem Freitag (13.00 Uhr) auf den Spanier Nicolas Almagro. Danach erwartet Paul-Henri Mathieu aus Frankreich den Serben Viktor Troicki; gefolgt vom Russen Nikolai Dawidenko, der gegen Victor Hanescu aus Rumänien spielt. Den Schlusspunkt setzt wiederum Greul gegen den an Nummer sechs gesetzten Spanier David Ferrer.

“Ein Deutscher im Finale , das wäre für das Turnier natürlich Gold wert“, hat Turnierdirektor Michael Stich laut geträumt. Das kann nur Greul noch in die Tat umsetzen. Im Regen musste der Reutlinger zunächst stundenlang warten und verfolgte auf der Tribüne tatenlos das Unheil für Kohlschreiber, zu dem Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen meinte: “Es war ein sehr umkämpftes Match - und Kohli hat alles versucht.“ Greuls Auftritt verzögerte sich immer wieder. Schließlich wurde die auf einem Nebenplatz begonnenen Partie in der Dunkelheit unterbrochen und auf dem fast leeren Center Court zu Ende gespielt.


Wie Kohlschreiber musste sich auch Daniel Brands mit einem Preisgeld von 11 250 Euro verabschieden. Der steile Aufstieg des 22-Jährigen wurde von Mathieu gestoppt. Doch unter die besten 100 Tennisspieler der Welt ist der Hüne aus Deggendorf trotz des Aus im Achtelfinale schon fast geklettert. Nach einer wiederum starken Vorstellung musste sich der Wildcard-Spieler dem Franzosen mit 5:7, 5:7 geschlagen geben. Zufrieden konnte der als Weltranglisten- 120. gestartete und damit 81 Plätze schlechter als Mathieu eingestufte Tennis-Riese dennoch sein.

“Ich bin super zufrieden mit dem Turnier und schaue, dass ich das Niveau halten kann über die nächsten Wochen“, sagte der 196 Zentimeter große Brands. Auch Kühnen war voll des Lobes: “Mathieu hat natürlich viel mehr Erfahrung. Aber Daniel hat nach dem Halbfinale in München wieder für Furore gesorgt und ein sehr gutes Turnier gespielt.“ Ohne Scheu vor großen Namen hielt Brands auf dem roten Sand mutig mit. Die guten Hoffnungen (“Wenn ich so weiterspiele, dann ist ziemlich viel drin“) erfüllten sich zwei Tage nach dem Coup gegen den topgesetzten Gilles Simon aber nicht.

Von Andreas Bellinger, dpa

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