Gay: Zweitschnellste Zeit der Geschichte

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Tyson Gay (2.v.l.) lief die zweitschnellste Zeit der Leichtathletik-Geschichte.

Shanghai - Die US-Sprinter Tyson Gay und Carmelita Jeter haben beim Golden Grand Prix-Meeting in Shanghai sogar das Comeback des chinesischen Volkshelden Liu Xiang in den Schatten gestellt.

Gay lief am Sonntag über 100 Meter die zweitschnellste Zeit der Leichtathletik-Geschichte (9,69 Sekunden), Jeter bei den Frauen die viertschnellste (10,64). Ex-Weltmeister Liu Xiang startete zum ersten Mal seit seinem verletzungsbedingten Olympia-Aus vor 13 Monaten wieder und belegte über 110 Meter Hürden Platz zwei.


Gay profitierte bei seinem Sieg und seinem US-Rekord von starkem Rückenwind (zwei Meter pro Sekunde) und der Absage des müden Weltmeisters Usain Bolt. Dessen Weltrekord liegt bei 9,58 Sekunden. Vor einem Jahr war der Jamaikaner bei seinem Olympiasieg in Peking ebenfalls 9,69 Sekunden gelaufen. Gay besiegte dafür zum zweiten Mal in Folge Bolts Landsmann Asafa Powell. Der kam in 9,85 Sekunden wie schon beim Weltfinale in Thessaloniki als Zweiter ins Ziel.

Carmelita Jeter verbesserte ihre erst eine Woche alte Weltjahresbestzeit noch einmal um 3/100 Sekunden. Nur Weltrekordlerin Florence Griffith-Joyner (10,49) lief über 100 Meter jemals schneller als sie. Marion Jones (10,65) hat Jeter in der ewigen Bestenliste auf den dritten Platz verdrängt. Die 29-Jährige erklärt ihre Leistungsexplosion zum Saisonende mit ihrem Wechsel zum umstrittenen US-Trainer John Smith vor einem Jahr. “Ich brauchte danach einige Zeit, um meinen Rhythmus wieder zu finden“, sagte sie. Bei der WM in Berlin war sie im August nur Dritte geworden.


Weltrekorde in der Leichtathletik

Leichtathletik-Weltrekorde: Usain Bolt lief bei der WM in Berlin mit 9,58 Sekunden Weltrekord. Wissenschaftler errechneten nach der Extremwerttheorie, dass 9,29 Sekunden für Männer möglich sind. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: 10,49 Sekunden schnell lief Florence Griffith-Joyner 1988 auf 100 Meter in Indianapolis. 10,33 Sekunden wären laut Wissenschaft möglich für sie. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Vier Tage nach seinem WR über 100 Meter lief Usain Bolt bei der WM in Berlin auch einen Rekord über 200 Meter: 19,19 Sekunden. © 
Leichtathletik-Weltrekorde: Auch hier ist Florence Griffith-Joyner unangefochten auf Platz eins der Welt: 200 Meter Laufen schafft sie in 21,34 Sekunden. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Und auch über 400 Meter hält sich Michael Johnson wacker auf dem Platz des schnellsten Mannes der Welt: 43,18 Sekunden. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Maria Koch aus der DDR schaffte 1985 47,60 Sekunden auf 400 Meter. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Der Däne Wilson Kipketer mischt bei den 800-Meter-Läufern mit. Mit 1:41,11 Minuten konnte ihn bisher noch keiner überholen. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: 1:53,28 Minuten lief 1983 Jarmila Kratochvilova in München auf 800 Meter. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: 1500 Meter legt der Marokaner Hicham El Guerrouj in 3:26,00 Minuten als bisher Schnellster seiner Klasse zurück. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Die Chinesin Qu Yunxia hält mit 3:50,46 den Rekord über die 1500 Meter der Frauen. Da gibt es laut der Extremwerttheorie nicht mehr viel Luft nach oben für neue Weltrekorde, sagen Experten. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: 12:37,35 Minuten läuft Kenenisa Bekele (Äthiopien) den Rekord auf 5000 Meter. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Auf 5000 Meter ist die Äthiopierin Meseret Defar mit 14:16,63 Minuten die schnellste Frau der Welt. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Kenensisa Bekele hält auch den 10.000 Meter Weltrekord mit 26:17,53 Minuten. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Mit 29:31,78 Minuten ist die Chinesin Wang Junxia die schnellste Frau über 10.000 Meter. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Der Kenianer Paul Tergat hat 2003 in 2:04:55 Stunden einen Marathon gefinisht und hält damit den Weltrekord. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Paula Radclitt läuft in 2:15,25 Stunden Marathon. Keine kann‘s schneller.  © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: 110-Meter-Hürdenlauf absolviert der Chinese Liu Xiang in 12,88 Sekunden. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Jordanka Donkowa aus Bulgarien hält den Weltrekord über 100-Meter-Hürdenlauf mit 12,21 Sekunden. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Der Amerikaner Kevin Young lief 1992 46,78 Sekunden auf 400 Meter Hürden. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Julija Petschonkina aus Russland läuft 52,34 Sekunden auf 400 Meter Hürden. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Im 3000-Meter-Hindernislauf hat der Kenianer Saif Saaeed Shaheen einen Weltrekord in 7:53,63 Minuten gelaufen. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Gulnara Samitowa-Galkina (Russland) schafft Hindernisse auf 3000 Meter Länge in 9:01,59 Minuten. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Javier Sotomayor aus Kuba springt 2,45 Meter hoch. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Die Bulgarin Stefka Kostadinova hält mit 2,09 Metern den Weltrekord im Hochsprung. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Sergij Bubka stammt aus der Ukraine und hält den Weltrekord im Stabhochsprung mit 6,14 Metern. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Die Russin Jelena Isinbajewa sprang 2005 in Helsinki 5,04 Meter hoch. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: 8,95 Meter weit ist der Amerikaner Mike Powell in Tokio gesprungen. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Galina Tschistjakowa hält den Weltrekord im Weitsprung der Frauen mit 7,52 Meter. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Jonathan Edwards erzielt im Dreisprung eine Weite von 18,29 Metern. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Inessa Krawez ist im Dreisprung zuhause und sprang 1995 in Göteborg 15,50 Meter. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Randy Barnes ist Kugelstoßer. Sein Weltrekord seit 1990: 23,12 Meter. 24,80 Meter wären allerdings drin, sagen Foscher, die mittels der Extremwerttheorie Maximalwerte für die Sportler errechnet haben. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Natalja Lissowskaja aus Russland hält seit 22 Jahren den Weltrekord im Kugelstoßen der Frauen mit 22,63 Meter. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: DDR-Sportler Jürgen Schult warf den Diskus 74,08 Meter weit. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Diskuswerferin Gabriele Reinsch warf den Diskus 1988 in der DDR 76,80 Meter weit. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Jurij Sedych ist Hammerwerfer und wirft sein Gerät 86,74 Meter weit. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Die Russin TatyanaLysenko eifert ihrem Landsmann mit 78,61 Metern nach. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: 98,48 Meter hat Jan Zelezny aus Tschechien seinen Speer geworfen. Er könnte 106,50 Meter weit werfen, sagen die Experten. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Barbara Spotakova schaffte 2008 einen neuen Weltrekord von 72,28 Meter im Speerwerfen. 72,50 Meter soll Spotakova werfen können. Da ist sie ja schon nah dran. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Roman Sebrle. Der tschechische Zehnkämpfer erreichte 9026 Punkte. So viele wie keiner bisher. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: 7291 Punkte machten Jackie Joyner-Kersee zur Weltrekordhalterin im Siebenkampf. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Nur ein klein wenig langsamer war die Russin Jelena Laschmanowa mit 1:25,02 Stunden. © dpa
Leichtathletik-Weltrekorde: Denis Nischegorodow war für 50 Kilometer Gehen 3:34,14 unterwegs. Diese Strecke gibt es bei den Damen nicht © picture-alliance/ dpa/dpaweb

Liu Xiang kam über 110 Meter Hürden zeitgleich (13,15) mit Terrence Trammell ins Ziel. Das Zielfoto entschied das Rennen zugunsten des US-Amerikaners. Liu Xiang wurde 2004 Olympiasieger und 2007 Weltmeister. Im Dezember 2008 musste er sich in den USA einer Operation am rechten Fuß unterziehen. Vor heimischem Publikum feierte er am Sonntag sein umjubeltes Comeback. “Ich hätte nie gedacht, dass ich ein so großartiges Ergebnis erziele“, sagte der 26-Jährige.

Aus deutscher Sicht überraschte Christian Reif in Shanghai mit einem dritten Platz im Weitsprung. Seine 8,09 Meter wurden nur von Weltmeister Dwight Phillips aus den USA (8,36) und dem Südafrikaner Godfrey Mokoena (8,27) übertroffen. Auch der 24-jährige Saarbrücker hat sich in diesem Jahr erst in der zweiten Saisonhälfte gesteigert. Zunächst verpasste er die Qualifikation für die WM in Berlin . Danach siegte er beim Länderkampf “DecaNation“ in Paris. Carolin Hingst (Mainz) erreichte am Sonntag mit 4,40 Metern Platz sechs im Stabhochsprung. Es gewann Jelena Issinbajewa aus Russland (4,85).

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