Friedrich verpasst Olympia-Norm

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Ariane Friedrich muss um Olympia bangen

Bochum - Ariane Friedrich muss um ihre Olympia-Teilnahme zittern. Die Hochspringerin holte zwar ihren sechsten deutschen Meistertitel, 1,86 Meter reichen aber nicht für das Ticket. Diskuswerferin Nadine Müller konnte gleich zweimal jubeln.

Höhenflüge, Tiefschläge - und die Fortsetzung des Dramas um die Olympianorm bei Speerwurf-Weltmeister Matthias de Zordo und Ariane Friedrich: Der Auftakt der deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid wurde am Samstag zum Wechselbad der Gefühle.


Unter Tränen gestand 2,06-m-Springerin Ariane Friedrich (LG Frankfurt), bisher mit 1,92 m an der Norm für London (27. Juli bis 12. August) gescheitert und nun als Meisterin mit indiskutablen 1, 86 m sogar um neun Zentimeter: „Beim Einspringen kam ich noch locker über 1,90 m, das war ein sehr gutes Zeichen. Ich war fest davon überzeugt, heute die Norm zu springen. Um so mehr bin ich jetzt frustriert über den Regen und den böigen Wind, der den Wettkampf kaputt machte.“

Die letzte Chance auf die Norm bietet sich der 28-Jährigen bei der EM in Helsinki (27. Juni bis 1. Juli), falls Manager Günter Eisinger nicht doch noch vorher einen Wettkampf für die Polizeikomissarin findet.


Ganz ähnlich sieht es bei Matthias de Zordo aus: „Jetzt werfe ich die zweimal knapp verfehlte Norm von 82 Metern halt in Helsinki. Die Form ist da, ich muss es nur umsetzten“, meinte der 24 Jahre alte Saarbrücker Speerwerfer, der nach zwei Versuchen beim Einwerfen auf den Wettkampf verzichtete. „Ich habe mir vor einer Woche eine Ellbogenreizung geholt, als ich in St. Wendel im fünften Durchgang ausrutschte. Ich hoffe, das Problem ist in Kürze erledigt“, meinte der Weltmeister von Daegu 2011.

Für den großen Auftakt hatte die WM-Zweite Nadine Müller (Halle/Saale) mit 66,47 m in einem hochkarätigen Diskus-Finale gesorgt. „Ich bin sehr zufrieden. Aber in London werden sich sechs Frauen um die Medaillen streiten, das wird eng“, meinte die 26-Jährige und lobte die Konkurrenz: „Die Mädels waren stark. Selbst die Vierte hat noch die Olympianorm geschafft.“ Doch die 62, 92 m werden der früheren Junioren-Weltmeisterin Shanice Craft kaum noch den Weg nach London ebnen.

Die 73,65 m beim achten Titel in Serie von Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler und die 19,18 m von Kugelstoßerin Nadine Kleinert (Magdeburg) konnten mit Müllers Weite nicht konkurrieren. Wohl aber die 12,74 Sekunden, mit denen Carolin Nytra (Mannheim) eine Woche nach ihrem starken Comeback ihre deutsche Saisonbestzeit über 100 m Hürden egalisierte. „Diese Zeit unter deutlich schlechteren Bedingungnen zu bestätigen, das lässt mich auf die EM hoffen“, meinte die Hallen-Europameisterin, hinter der auch Cindy Roleder (Leipzig) in 12,91 endlich die Olympianorm abhakte.

Fast hätte es noch einen deutschen Rekord gegeben, doch Stabhochspringerin Silke Spiegelburg (Leverkusen) scheiterte am Ende an 4,81 m. Zuvor hatte sie alle Mühe gehabt, um mit 4,70 m den sechsten Titel zu sichern, denn Lisa Ryzih (Ludwigshafen) hatte sich auf 4,65 m gesteigert.

Die Freude über das Sprinterhoch wurde gedämpft durch zu starken Rückenwind in den 100-m-Finals. Seinen ersten Titel gewann der Berliner Lucas Jakubczyk, der im Vorlauf in 10,20 deutsche Jahresbestzeit gelaufen war, in 10,16 vor dem zeitgleichen Aleixo-Platini Menga (Leverkusen). Bei den Frauen hielt Europameisterin Verena Sailer (Mannheim) die zuvor auf 11,19 verbesserte Tatjana Pinto (Münster) bei ebenfalls zu starkem Schub in 11,22 gegenüber 11,26 Sekunden in Schach.

Ein Drama gab es über 110 m Hürden: Mit dem Sieg vor Augen stürzte Gregor Traber (Tübingen) nach der letzten Hürde und musste den Sieg dem Leipziger Alexander John (13,52) überlassen.

Seltenheitswert hat auch die Leistung von Sabrina Mockenhaupt, die über 5000 m in 15:47,01 Minuten den 12. Titel gewann und auf allen Distanzen insgesamt bereits die 34. deutsche Meisterschaft.

SID

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