Frankfurt erzwingt Entscheidungsspiel

Aubrey Reese (Mitte) zieht zwei Bamberger auf sich
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Aubrey Reese (Mitte) zieht zwei Bamberger auf sich

Frankfurt/Main - Der Matchball der Brose Baskets Bamberg bleibt ungenutzt. Die Deutsche Bank Skyliners Frankfurt treiben das deutsche Basketball-Finale auf die Spitze.

Frankfurt hat am Dienstabend vor 5000 Zuschauern in der Ballsporthalle mit einer fulminanten Leistungssteigerung beim verdienten 69:56 (35:30) den Kampf um die deutsche Basketball-Meisterschaft auf die Spitze getrieben. Erst in der fünften und letzten Partie der Serie “Best of five“ wird am Donnerstag (19.55 Uhr) entschieden, wer die Nachfolge der EWE Baskets Oldenburg antritt. “Der Druck war nach der letzten Niederlage sehr hoch, aber wir hatten nichts zu verlieren“, sagte Skyliners-Trainer Gordon Herbert zum von ihm geforderten Charaktertest.


Nach dem 52:97 am Sonntag in Bamberg hatten kaum noch jemand einen Pfifferling auf die Hessen gesetzt. Zu überlegen schienen die Bamberger nach zwei Playoff-Siegen in Serie auf dem Weg zum dritten Titel und dem Double nach dem Pokalsieg vom April. Doch die Hessen waren nach dem desaströsen Auftritt in der “Franken-Hölle“ nicht wiederzuerkennen, Bamberg aber auch nicht. “Der Sieg der Frankfurter ist verdient. Sie haben mit viel Energie gespielt, wir waren zu unkonzentriert“, erklärte Bambergs Coach Chris Fleming.

Traf der Pokalsieger in eigener Halle noch traumwandlerisch, so war die Quote von der Linie und aus dem Feld in dieser Partie nicht titelwürdig. Aggressiv arbeiteten die Skyliners und unterbanden das gefährliche Passspiel der Baskets. “Wir haben uns nicht aufgegeben. Wir hatten das Gefühl, Bamberg ist ein bisschen müde“, sagte Pascal Roller von den Skyliners.


Auch in der Offensive hatten sich die Frankfurter weitaus besser eingestellt und konnten sich reichlich oft gegen die Bamberger durchsetzen, die dem nervlichen Druck so kurz vor dem dritten Meistertitel nicht gewachsen waren. Spielmacher Anton Gavel, im dritten Finale noch treffsicher, fand überhaupt kein Mittel. Auch Casey Jacobsen(14 Punkte) und Predrag Suput (10) konnten nicht an den Galaauftritt anknüpfen. Derrick Allen (19), Jimmy McKinney (11), Aubrey Reese (11) und Seth Doliboa (10) trafen beim Sieger zweistellig.

Die Vorentscheidung fiel im dritten Viertel, als sich die Skyliners vom 35:30 auf 53:39 absetzen konnten. Im Schlussviertel wurde es noch einmal eng für die Frankfurter, doch diesmal behielten sie die Nerven, aber auch die größeren Kraftreserven. Am Donnerstag kommt es nun zum Höhepunkt in “Freak City“. Noch einmal wollen die Frankfurter von “der Dampfwalze“ nicht überrollt werden, wie Coach Herbert die höchste Niederlage der Vereinsgeschichte beschrieben hatte. “Im letzten Spiel wird es eine Kraftfrage, eine Willenssache. Ich hoffe, dass es eine enge Partie wird“, meinte Roller und fragte: “Warum sollten wir am Donnerstag nicht das Glück auf unserer Seite haben?“

dpa

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