Spitzenturnerin mogelte mit dem Alter - Sperre

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Hong Su Jong schummelte beim Alter

Lausanne - Der Turn-Weltverband greift hart durch: Die FIG hat die nordkoreanische Spitzenturnerin Hong Su-Jong wegen nachweislicher Alters-Manipulation für zwei Jahre gesperrt.

Zwischen 2003 und 2010 war sie für internationale Meisterschaften mit drei verschiedenen Geburtsjahren - 1985, 1986 und 1989 - gemeldet worden.

Hong Su Jong 2006

Wie die FIG am Freitag in einer Presseerklärung mitteilte, gehen die ersten Spuren der Fälschung auf das Jahr 2003 zurück, als Hong mit dem Geburtsdatum 9. März 1985 bei der Universiade im südkoreanischen Daegu eingesetzt wurde. Nach den offiziellen Regeln der International University Sports Federation (FISU) beträgt das Mindestalter für die Teilnahme an den Studentenspielen vom 1. Januar 2003 an 17 Jahre.

Die FIG-Disziplinarkommission ermittelt seit Wochen in dem Manipulationsfall gegen die Sprung-Vizeweltmeisterin von 2007. Erste Konsequenz war der Ausschluss des kompletten nordkoreanischen Teams von der Turn-WM in Rotterdam, womit die Asiaten auch keine Chance mehr auf eine Olympia-Teilnahme 2012 haben.

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Auf Vorschlag der Disziplinarkommission wurde Hong nun mit Wirkung vom 6. Oktober für zwei Jahre gesperrt. Der nordkoreanische Turnverband muss eine Geldstrafe von 20 000 Schweizer Franken zahlen. Die FIG wolle damit ein “klares Signal an diejenigen setzen, die vorsätzlich die aktuellen Regeln zum Mindestalter von Turnerinnen missachten“, heißt es in der Erklärung. Die Gesundheit der Athleten und Achtung vor dem Gesetz seien oberste Priorität für den Internationalen Turnverband. Die Athletin kann innerhalb von 21 Tagen gegen die Sperre Widerspruch einlegen.

Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking hatte der Weltverband eine ähnliche Konsequenz gegen die weit einflussreicheren Chinesen vermissen lassen und alle Untersuchungen wegen belegter Alter- Fälschungen im Team der Olympiasiegerinnen ohne Ergebnis eingestellt.

Seit 1997 müssen Turnerinnen mindestens 16 Jahre alt sein, um bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen zu starten. Wäre ihr vor Rotterdam angegebenes Alter korrekt, hätte Hong Su-Jong in Athen 2004 nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen dürfen.

In Nordkorea sind Altersmanipulationen seit langem an der Tagesordnung. Schon 1993 war die komplette Riege von der WM ausgeschlossen worden, weil Stufenbarren-Weltmeisterin Kim Kwang-Suk, zwischen 1989 und 1991 jeweils mit 15 Jahren - dem damaligen Mindestalter für WM-Starts - gemeldet worden war.

dpa

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