Deutsche Langläufer: "Auf die ist Verlass!"

Als Teichmann zum letzten Mal die Ski wechselte, lag er noch auf Rang 25, sein Rückstand betrug 15 Sekunden.
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Als Teichmann zum letzten Mal die Ski wechselte, lag er noch auf Rang 25, sein Rückstand betrug 15 Sekunden.

Whistler - Sein finaler Auftritt war in Axel Teichmanns Tagesplan gar nicht vorgesehen. Erst recht nicht während das Langlauf-Rennens, als er mit "Saftlatten" unterwegs war.

Und so ließ der 31-Jährige seinen Teamanzug im olympischen Dorf. Er hätte nicht im Traum daran gedacht, erzählte der Hüne aus Thüringen später, dass er die Klamotten am olympischen Schlusstag noch gebrauchen könnte. Ein Irrtum. Denn Teichmann hatte nach dem Lauf über 50 Kilometer noch eine angenehme Pflicht zu erfüllen. Er musst zur Siegerehrung ins drei Stunden entfernt liegende Vancouver – um sich dort Silber abzuholen. Es war die letzte Medaille, die ein deutscher Sportler bei diesen Winterspielen errang.

Die besten Olympia-Sprüche

Die besten Olympia-Sprüche

“Schwedinnen sind auch nur Menschen.“ (Frauen-Bundestrainer Uwe Müssiggang nach dem ersten Olympia-Rennen zum enttäuschenden Abschneiden der schwedischen Biathletinnen) © dpa
“Vor acht Jahren war es voll geil. Jetzt ist es extrem voll geil.“ (Skisprung-Olympiasieger Simon Ammann, der 2002 zweimal Gold holte) © dpa
“Er ist der Michael Phelps des Rodelns.“ (Kanadas deutscher Rodel-Trainer Wolfgang Staudinger über Olympiasieger Felix Loch) © dpa
“Denk an deine Familie, wenn du jetzt antwortest.“ (Silbermedaillen-Gewinner Aksel Lund Svindal zu Olympiasieger Didier Defago, als diesem die Frage gestellt wurde, ob der Olympiasieg den Tag zum schönsten seines Lebens mache) © dpa
“Sie kommt heute Abend ins Nachtkästchen. Dort wird sie neben der silbernen schlafen.“ (Biathlon-Olympiasiegerin Magdalena Neuner über den Aufbewahrungsort ihrer ersten Goldmedaille) © dpa
“Ich habe sie ja nicht gegessen, ich habe sie geküsst. Wenn man verliebt ist, küsst man sich halt mal.“ (Rodel-Olympiasiegerin Tatjana Hüfner auf die Frage, wie die Eisrinne bei ihrem Gold-Kuss geschmeckt habe) © dpa
“München bewirbt sich für Olympische Winterspiele 2018, da ist Robin 38. Wenn wir ihn ein bisschen fit halten, ist das drin.“ (Eiskunstlauf-Trainer Ingo Steuer über die Zukunft der Bronzemedaillen-Gewinner Aljona Savchenko/Robin Szolkowy) © dpa
“Ich bin nicht hier, damit der Bus voll wird.“ (Skeleton-Fahrerin Anja Huber zu ihren Olympia-Ambitionen) © dpa
“Keinen Meter fahre ich mehr. Das halte ich nervlich nicht mehr aus.“ (Bronze-Rodler Patric Leitner nach dem letzten Lauf seiner Karriere) © dpa
“Viermal gesund ins Ziel kommen.“ (Der Liechtensteiner Michael Klingler zu seinen Zielen vor den Zweierbob-Rennen) © dpa
“Das ist kein Eiskunstlauf für Männer, das ist Eistanzen.“ (Der Olympia-Zweite Jewgeni Pluschenko nach dem Sieg des US- Eiskunstläufers Evan Lysacek, der keinen Vierfach-Sprung zeigte) © dpa
“Der Maria kann man auch einen Hausmeister hinstellen und die fährt noch schnell Ski.“ (Damen-Bundestrainer Mathias Berthold über seinen Beitrag zum Olympiasieg von Skirennfahrerin Maria Riesch) © dpa
“In dem Moment, wo ich abgedrückt habe, habe ich mir gedacht, hättest du doch noch mal geatmet.“ (Biathletin Kati Wilhelm zu ihrem Fehlschuss im 15-Kilometer-Rennen) © dpa
“Wir müssen sagen: Österreich ist eine Rodelnation.“ (Kommentator des Fernsehsenders ORF zum Abschneiden von Österreichs Herren beim Super-G; Foto: Mario Scheiber) © dpa
“Auf Deutsch gesagt, man wird hier eigentlich nur herumgezerrt, herumgereicht. Man wird schlimmer behandelt als ein Schaf, das zum Schlachten geführt wird.“ (Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner kritisiert den Umgang der Organisatoren mit den Medaillengewinnern) © dpa
“Jetzt ist Fasching im Kopf. Jetzt werden wir das Ganze erst einmal genießen und eine Hopfenkaltschale zu uns nehmen.“ (Der viermalige Olympiasieger André Lange nach seinem Gold-Coup im Zweierbob auf der Bahn in Whistler) © dpa
“Mensch Claudia, alte Bratwurst.“ (Erste Reaktion von DSV-Pressesprecher Stefan Schwarzbach nach dem Olympiasieg von Claudia Nystad und Evi Sachenbacher-Stehle im Team- Sprint) © dpa
“Ich hätte noch schneller fahren können, aber ich musste mir meine Kräfte einteilen.“ (Hubertus von Hohenlohe, mit 51 Jahren ältester Teilnehmer, nach Platz 78 im Riesenslalom) © dpa
“Das war der schlimmste Moment in meinem Leben.“ (Eisschnelllauf-Coach Gerard Kemkers, nachdem er den Gold-Favoriten Sven Kramer über 10 000 Meter in die falsche Bahn eingewiesen hatte) © dpa
“Das war das erste Mal in meiner Karriere, dass ich auf meinen Trainer gehört habe.“ (Sven Kramer nach dem verpassten Olympia-Gold) © dpa
“Wollt ihr jetzt hören, dass ich mich besaufe?“ (Skilangläufer René Sommerfeldt nach dem enttäuschenden sechsten Platz mit der deutschen Staffel) © dpa
“Jetzt bin ich halt eine richtige Bobfahrerin.“ (Bremserin Romy Logsch nach dem Sturz im vierten Lauf der olympischen Zweierbob-Entscheidung in Whistler - dem ersten in ihrer Karriere) © dpa
“Ich suche schon das Loch, wo ich die Waffe verbuddeln kann.“ (Langlauf-Cheftrainer Jochen Behle über die starke Leistung von Miriam Gössner, die eigentlich im Biathlon zu Hause ist, aber mit der Langlauf-Staffel Silber gewann) © dpa
“Der Jochen kann das gar nicht machen, weil mein Gewehr zu Hause im Waffenschrank steht und ich den Schlüssel habe.“ (Reaktion von Gössner auf Behles Aussage) © Getty

Dabei hatte es lange Zeit überhaupt nicht danach ausgesehen, dass Teichmann eine große Rolle spielen würde in der nordischen Königsdisziplin. Eher unauffällig hielt er sich im Mittelfeld, auch weil ihm zwischen Kilometer 30 und 40 das Material arge Probleme bereitete. „Da hatte ich richtige Saftlatten“, erzählte der 31-Jährige.

Als Teichmann zum letzten Mal die Ski wechselte, lag er noch auf Rang 25, sein Rückstand betrug 15 Sekunden. „Ich hätte nie gedacht, dass ich da noch rankomme“, sagte er. Doch dann drehte der Mann aus Lobenstein mächtig auf. „Man hat gesehen, wenn das Material stimmt, dann sind wir ebenbürtig“, sagte Cuno Schreyl, Chef des Oberhofer Langlauf-Stützpunkts. Wobei erseinen Athleten ein pauschales Lob erteilte: „Die Jungs haben beherzt gekämpft. Auf die ist Verlass.“

Die schrägsten Olympia-Outfits

Bunt oder gleich halbnackt: Die schrägsten Olympia-Outfits

Manche Olympioniken könnten auch im Zirkus auftreten © AP
Andere würden auch in einem Erotikmagazin nicht unbedingt auffallen. © AP
Ganz andere wiederum scheinen direkt von der Après-Ski-Party zum Wettkampf gekommen zu sein. © AP
Klicken Sie sich hier durch eine Auswahl der schrägsten Olympia-Outfits. © dpa
Vier Augen sehen mehr als zwei: Tina Mazes Helm hat den Durchblick. © AP
Dieses Outfit musste sich wohl den meisten Spott der Spiele gefallen lassen. © AP
Die norwegischen Curler treten in karierten Hosen an. © AP
Ob sie ihre Outfits zuvor einer Meute Clowns geklaut haben, die nun nackt rumlaufen müssen, ist nicht überliefert. © AP
Ziemlich unstrittig aber ist: Sieht ziemlich albern aus! © AP
Ah, da ist er ja wieder, unser Après-Ski-Geselle! Das ist übrigens der Schweizer Olympia-Sieger Simon Ammann. Super im Skispringen, eher schlecht bei der Auswahl seiner Brillen. © AP
Schau mir in die Augen, Kleines! © AP
Genießen wir die sportlich anspruchsvollen und auch die kuriosen Anblicke, bevor die Spiele vorbei sind. © AP
Kein Wunder, dass sie danach nicht mehr auf Platz 1 lagen. © AP
Von Aborigines gab es übrigens scharfe Kritik an dem Outfit, weil sie ihre Kultur verunstaltet sahen. © AP
Da fehlen uns die Worte. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung. © AP
Und hoch das Bein! So tiefe Einblicke gibt's bei Olympia selten. © AP
Mao Asada scheint das Training immense Freude zu bereiten. © AP
Die dänischen Curlerinnen kosten die freie Kleiderwahl voll aus. © AP
Sie schrubben in Miniröcken © AP
Als ob der ghanaische Skirennläufer Kwame Nkrumah-Acheampong nicht schon Exot genug wäre ... © Getty
... trägt der Mann auch noch solche Rennanzüge! Deswegen nennt man ihn auch den "Schnee-Leoparden" © dpa
Die Prinzessin und ihr Prinz © AP
Ohne Worte. © AP
Kevin van der Perren blamiert sich bis auf die Knochen © dpa
Einen plumpen Wortwitz hätten wir noch: Diese Sportart nennt sich Skelett-on © dpa
Oksana Domnina und Maxim Shabalin schon wieder. Sie wissen schon: Die mit dem Aborigine-Tanz einige Fotos vorher. © AP
Mit viel Mut zu Farben, die schon vor 20 Jahren "out" waren: © AP
Anabelle Langlois und Cody Hay © dpa
Zeitlos im Trend dagegen: Seemannnsoutfits © dpa
Ekatarina Bobrovka und Dimitri Soloviev würde mancher Mode-Experte vielleicht über die Planke gehen lassen © dpa
Aloha! © dpa
Da staunt sogar Anna Zadorozhnik © dpa
Boah, was für ein Rock! © dpa
Isabelle Delobel verwechselt da aber vielleicht die Sportart © dpa
Das Ganze hier heißt Eistanz, nicht Wett-Rock-Hochheben © dpa
Da verwechelt jemand Olympia mit dem wilden Westen © dpa
Ob solche Karos überhaupt mal modern waren? © AP
So viele Rosen sind nicht Jedermanns Sache. Johnny Weir steht drauf. © dpa
Fabian Bourzat tanzt nicht nur wie ein Uhrwerk, er hat sich gleich eines auf die Klamotten gemalt, um während des Tanzens jederzeit zu wissen, wie spät es ist. Ob Partnerin Nathalie Pechalat ihm wohl auf den Zeiger geht? © dpa
Das hat schon was Geometrisches. © dpa
Mund zu, bitte! © dpa
Oksana Domnina präsentiert ihren Hauch von Nichts auf einer Räuberleiter. © dpa
Weniger ist mehr, findet Meryl Davis bei der Klamottenauswahl. © dpa
Ihr Partner Charlie White glänzt hingegen durch Haarvolumen © dpa
Shaun White hat die Haare schön. © AP
Der Snowboard-Olympiasieger ist ein echter Rockstar. © AP
Artem Borodulin hat offenbar denselben Friseur. © AP
Wenn schon Helmpflicht, dann mit schickem Design © AP
Jeff Pain macht es vor. © AP
Es gibt schon seltsame Einblicke bei Olympia. © dpa
Olympiasiegerin Tessa Virtue beweist, dass es auch anders geht - und ist einfach nur schön. © AP

Zuvorderst auf Teichmann, der auch schon im Teamsprint Silber geholt hatte und auf dem letzten Kilometer zu einem gewaltigen Finish ansetzte. Vorübergehend lag er sogar ganz vorne, erst auf der Zielgeraden schnappte ihm der Norweger Petter Northug – wie schon im Teamsprint – um 3/10 Sekunden noch Gold weg. Vom Edelmetall zeigte sich Teichmann, der in seiner Karriere erst sein drittes 50-km-Rennen bestritt, am meisten überrascht: „Silber - das war das Letzte, womit ich gerechnet hätte.“

Chefcoach Schreyl, der Teichmanns Kleider für die unverhoffte Siegerehrung noch eilig per Shuttle herbeischaffte, sah es etwas anders: „Mir war klar: Wenn Axel etwas anpackt, dann macht er das konsequent.“

Groß in Form präsentierte sich auch Tobias Angerer. Cheftrainer Jochen Behle bescheinigte ihm „ein Riesenrennen“. Vom ersten bis zum letzten Kilometer hielt sich der Traunsteiner hartnäckig in der Spitzengruppe. Zu Bronze, das sich der Schwede Johan Olsson sicherte, fehlten ihm am Ende aber 0,5 Sekunden. Angerer, der im Verfolgungsrennen Silber erkämpft hatte, meinte: „Das ist der blödeste Platz, den man kriegen kann.“ Ganz nah dran und doch weit weg vom großen Glück.

Armin Gibis

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