Auftakt gegen einen Deutschen

Darts-WM startet - Taylor wieder Topfavorit

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Phil Taylor nimmt Kurs auf seinen 17. Weltmeistertitel.

Köln - Der Engländer Phil Taylor geht mal wieder als Topfavorit in die Darts-WM. Daran wird auch ein 17-jähriger Deutscher wohl nichts ändern können.

Für die fast schon unheimlich erfolgreiche Darts-Legende Phil Taylor soll ausgerechnet Freitag der 13. ein gutes Omen sein. Vor dem WM-Auftakt im Londoner „Alexandra Palace“ gilt der englische Titelverteidiger einmal mehr als Topfavorit an den Start. Zum Spielverderber für den 16-maligen Champion allerdings will der erst 17-jährige Idsteiner Max Hopp avancieren: Der Teenager träumt von einem Märchen mit Happy End.

Der Weltranglisten-96. startet am Samstag in seine zweite WM, ein direktes Duell mit dem großen Vorbild Taylor ist nur drei Siege entfernt. „Das wäre eine coole Sache“, sagte Hopp im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) und ließ trotz allen Respekts auch Kampfeslust erkennen: „Er ist nicht der Unschlagbare. Er hat drei Darts, ich hab drei Darts.“

Vor seinem schweren Auftaktmatch gegen den schottischen Weltranglistenneunten Robert Thornton am Samstag (20.00 Uhr/Sport1) - „er ist klarer Favorit“ - weiß der „Maximiser“ aber auch um die Schwächen der deutschen Starter: „Die Topspieler haben viel mehr Erfahrung, sind viel konstanter und laufen unter hohem Druck zu Höchstleistungen auf. Wir sind schneller nervös, vor allem auf so großer Bühne.“

Neben Hopp steht auch Tomas Seyler in der Hauptrunde, der Bremer trifft am Mittwoch auf Kevin Painter (England). Der deutsche WM-Rekordteilnehmer Andree Welge (Bremen) spielt am Samstag direkt nach Hopp gegen den Spanier Julio Barbero noch um ein Ticket für das 64-köpfige Hauptfeld.

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Richtig große Chancen haben die Spieler aus dem Darts-Entwicklungsland realistisch gesehen aber nicht, große Favoriten sind die Niederländer Michael van Gerwen und Raymond van Barneveld oder der zweifache Weltmeister Adrian Lewis - und natürlich Taylor. Dabei wirkt der mehrfache Großvater wie so viele seiner Kollegen gar nicht wie ein erfolgreicher Sportler: Knapp 1, 70 Meter groß, mit Bierbäuchlein und einem deutlich fliehendem Haaransatz versehen. Das Gesamtbild wird vom sackartigen Hemd und mehreren Tattoos abgerundet.

Die Pfeile aber gehorchen dem Briten wie kaum einem anderen, 16 WM-Titel hat „The Power“ bereits gewonnen, Nummer 17 und ein Rekordpreisgeld von 250.000 Pfund sollen im Endspiel am Neujahrstag folgen.

„Was er geschafft hat, ist einmalig. Das wird auch nie wieder einer schaffen. Er ist eine Macht, sehr professionell“, lobt Youngster Hopp den Altmeister im SID-Gespräch. Aber auch der Engländer seinerseits hat den deutschen Nachwuchs bereits im Blick. „Er ist so ziemlich der einzige junge Spieler, den ich sponsern würde“, hatte Taylor schon vor der vergangenen WM gesagt.

Denn selbst der große Champion spürt den Druck der Jugend deutlich. „Ich gehe oft in ein Spiel und weiß, dass die Jungs so gut sind wie ich“, sagte der Rekordchampion der englischen Tageszeitung „Mirror“. Das große Selbstbewusstsein sei nur eine Show: „Ich zeige einfach keine Schwäche.“ Hopp wird genau hingehört haben.

sid

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