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Tour-Vorentscheidung: Contador gewinnt Zeitfahren

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Alberto Contador hat das Einzelzeitfahren gewonnen.

Annecy - Alberto Contador beherrscht die Tour de France wie der geschlagene Lance Armstrong einst zu seinen Glanzzeiten - in den Bergen und jetzt auch im Zeitfahren.

Mit einer furiosen Triumphfahrt über 40,5 Kilometer rund um den Lac d'Annecy schockte der Spanier die Konkurrenz im Kampf gegen die Uhr und sorgte endgültig für Klarheit über den kommenden Tour-Sieger. Erstmals gewann der 26-Jährige bei der Frankreich-Rundfahrt ein Zeitfahren und verwies am Donnerstag in 48:30 Minuten den Schweizer Olympiasieger Fabian Cancellara um drei Sekunden auf den zweiten Platz. Dritter wurde der russische Radprofi Michail Ignatiew, der 15 Sekunden auf Contador verlor.

Erneut großer Verlierer war der texanische Rückkehrer Armstrong, der in seiner einstigen Paradedisziplin als 16. gedemütigt wurde und 1:30 Minuten auf seinen Astana-Rivalen verlor. An der Spitze des Gesamtklassements hat Contador, der nach Verbier seinen zweiten Etappensieg bei dieser Tour feierte, seinen Vorsprung weiter ausgebaut und thront nun vor dem Luxemburger Andy Schleck (+4:11 Rückstand) und dem neuen Gesamtdritten Armstrong (+5:25). Der Wahl-Schweizer Andreas Klöden, der als Tagesneunter 54 Sekunden auf seinen Astana-Kapitän verlor, ist nun Gesamtfünfter. Eigentlich hatte Armstrong einen überragenden Klöden erwartet: "Ich sehe Klöden heute fliegen", hatte er kurz vor dem Rennen via Twitter prognostiziert.

Für Armstrong selbst verlief der Nachmittag bitter, auch wenn er in der Gesamtwertung an Frank Schleck vorbeiziehen und einen Rang gutmachen konnte. Nach seinen Pleiten in den Bergen musste der Texaner nun auch im Kampf gegen die Uhr erkennen, dass er die Zeit nicht zurückdrehen kann. In seiner einstigen Domäne - der 37-Jährige gewann bislang elf Tour-Zeitfahren - reichte es nicht einmal zu einem Platz unter den Top-15. Dafür triumphierte sein Astana-Rivale Contador und ließ sich im Ziel fast schon als Gesamtsieger feiern: Nur die Show-Down-Etappe am Samstag auf den Mont Ventoux kann jetzt realistisch gesehen noch Veränderungen im Klassement bringen.

Von den starken Zeitfahrern im Lager der deutschen Tourstarter war auf dem anspruchsvollen Kurs mit der drei Kilometer langen Steigung auf die Cote de Bluffy nicht viel zu sehen. Zeitfahr-Weltmeister Bert Grabsch (Lutherstadt Wittenberg/50:08 Minuten) verlor mehr als eineinhalb Minuten. Tony Martin , nach seinem furiosen Tour-Start längst im Niemandsland des Gesamtklassements verschwunden, kam zwar aus seinem momentanen Tief ein bisschen heraus, verpasste aber in 49:34 Minuten den anvisierten Top-Ten-Platz. "Das war eines meiner schlechtesten Zeitfahren. Ich merke, dass ich nichts mehr zuzusetzen habe. Meine Ziele bei der Tour sind langfristig. In ein paar Jahren kann ich vielleicht vorne mitfahren, wie zum Auftakt dieser Tour", sagte ein müder und erschöpfter Martin, der in Annecy von seiner Mutter empfangen wurde.

"Alle sind müde nach drei Wochen Tour und der gestrigen Etappe", sagte der knapp geschlagene Cancellara, der nach seiner Ziel-Durchfahrt an seine verletzt ausgeschiedenen Team-Kollegen Jens Voigt und Kurt-Asle Arvese dachte: "Wir sind mit neun Mann in Monaco losgefahren und kommen auch mit neun in Paris an, auch wenn sie im Hospital liegen oder verletzt sind. Der Zusammenhalt ist die Stärke unseres Teams." Der schwer gestürzte Voigt hofft trotz Jochbeinbruch und Gehirnerschütterung bereits am (morgigen) Freitag drei Tage nach seinem Unfall die Universitätsklinik von Grenoble Richtung Berlin verlassen zu können.

Von Andreas Zellmer und Benjamin Haller , dpa

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