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Britta Steffen überrascht mit Gold

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Die deutsche Schwimmerin Britta Steffen hält während der Siegerehrung nach dem Finale über 50 Meter Freistil ihre Goldmedaille hoch. Steffen wurde Weltmeisterin und schwamm einen neuen Weltrekord.

Rom - Britta Steffen überraschte sich mit Gold und Weltrekord, die Lagenstaffeln zogen Silber und Bronze an Land: Deutschlands Schwimmer haben die WM auf einer Erfolgswelle beendet und Mut gemacht für Olympia 2012 in London.

Nach 23,73 Sekunden über 50 Meter Freistil und ihrem dritten Weltrekord von Rom schüttelte Steffen fassungslos den Kopf. “Ich bin selber so überrascht von dieser Leistung“, sagte die Berlinerin, “ich habe gedacht, oh Mann, wieder so ein blöder Start.“

Paul Biedermann, wie Steffen Doppel-Weltmeister, machte Platz zwei und Europarekord für die Männer über 4x 100 Meter Lagen perfekt. Nun sollen die Siegertypen Steffen und Biedermann den Weg in eine erfolgreiche Zukunft weisen. Bundestrainer Dirk Lange: “Das sind zwei Leitfiguren, die uns nach London tragen müssen.“

Neun Medaillen (4-4-1), so gut waren Deutschlands Schwimmer zuletzt 2003 in Barcelona (5-1-2). “Wir sind wieder in der Champions League“, sagte Lange auch mit Blick auf sechs Weltrekorde seines Teams, “jetzt müssen wir aufpassen, dass wir nicht wieder absteigen.“

Insgesamt holte die deutsche Mannschaft siebenmal Gold, das gab es seit der Wiedervereinigung noch nie. Die Wasserballer beendeten die WM nach einer 6:9-Niederlage gegen Olympiasieger Ungarn auf Platz sechs. Die neuen High-Tech-Anzüge führten mit 43 Weltbestzeiten zu einer nie gekannten Rekord-Inflation. Von 2010 an sind sie verboten und müssen wieder Textil-Produkten weichen. Rom könnte Rekorde für die Ewigkeit produziert haben. Mangelnde Doping-Kontrollen stellten zudem die Glaubwürdigkeit infrage. Der 14-fache Olympiasieger Michael Phelps (USA) war mit fünf Siegen erfolgreichster WM-Starter.

Steffen hätte nach ihrem Sieg über 50 Meter Freistil, der sie nach zweimal Gold in Peking auch zur Doppel-Weltmeisterin machte, die Welt umarmen können. Wie über 100 Meter ließ es die Berlinerin in Vorlauf und Halbfinale locker angehen, um dann im Finale gnadenlos zuzuschlagen. “Fünfzig Meter ist so ein Glücksspiel“, sagte Steffen, “mein Wunschziel war eine 23,8. Das Schöne ist, dass eine Bahn nicht weh tut, das macht dann Riesenspaß. Ich habe einfach nur Glück gehabt.“ Bundestrainer Lange: “Sie ist einfach überragend.“ Sportdirektor Lutz Busckow kündigte spontan eine Fete an: “Super, jetzt werden wir feiern.“

US-Star Dara Torres, mit 42 Jahren Älteste im Finale, lobte Steffen in höchsten Tönen: “Sie ist eine Ausnahme-Athletin. Das ist eine unglaubliche Zeit, die über Jahre hinweg bestehen wird.“ Therese Alshammar aus Schweden (23,88) blieb nur Silber, die entthronte Weltrekordlerin Marleen Veldhuis (Niederlande) musste sich in 23,99 Sekunden mit der Australierin Cate Campbell Bronze teilen.

Zusammen mit Daniela Samulski, Sarah Poewe, Annika Mehlhorn war Steffen tags zuvor zu Bronze mit der Lagenstaffel geschwommen. Das Quartett musste sich dabei mit Europarekord in 3:55,79 Minuten nur den Weltrekord schwimmenden Chinesinnen (3:52,19) und Australien geschlagen geben. Steffen musste bange Sekunden überstehen: “Ich dachte, ich bin zu früh gesprungen. Doch als das Ergebnis kam, war ich erleichtert. Sonst wäre ich ganz schön böse gewesen.“ Aber alles war gut.

Biedermann, tief beeindruckt von der Audienz bei Papst Benedikt XVI in der Sommerresidenz in Castel Gandolfo, erkämpfte am Schlusstag zusammen mit Helge Meeuw, Hendrik Feldwehr und Benjamin Starke mit Europarekord in 3:28,58 Silber in der Lagen-Staffel. Das US-Quartett musste schon Weltrekord (3:27,28) schwimmen, um die DSV-Männer zu bezwingen. “Diese Medaille ist mir sehr wichtig, weil wir als Team sehr stark geschwommen sind“, sagte Biedermann. Als Schlussschwimmer gab der 22-Jährige aus Halle/Saale noch einmal richtig Gas, nachdem er auf Platz drei übernommen hatte: “Ich wollte unbedingt Zweiter werden.“

Meeuw musste sich über 50 Meter Rücken nach deutscher Bestzeit (24,59) im Halbfinale am Ende in 24,63 Sekunden mit dem sechsten Platz begnügen. Der Brite Liam Tancock siegte in 24,04 Sekunden mit Weltrekord. Thomas Rupprath (Rostock) hatte den Endlauf ebenso verpasst wie die Kölnerin Kerstin Vogel, die über 50 Meter Brust nach deutschem Rekord (30,77) im Vorlauf im Halbfinale den Anschlag verpatzte. Gold und Weltrekord holte sich in 30,09 Sekunden die Russin Julia Efimowa.

dpa

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