Wimbledon-Siegerin ganz cool

Bartoli: "Habe nie von Modelvertrag geträumt"

Marion Bartoli
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Marion Bartoli zeigt sich mit schlichtem schwarzen Kleid

Paris - Marion Bartoli hat gelassen auf die unflätigen Aussagen über ihr Aussehen reagiert, die nach ihrem Triumph in Wimbledon für Aufsehen gesorgt hatten.

Marion Bartoli hat gelassen auf die unflätigen Aussagen über ihr Aussehen reagiert, die nach dem Triumph der Französin im Wimbledonfinale gegen Sabine Lisicki in diversen Kommunikationsmedien veröffentlicht worden waren. Auch ein Radiokommentator der BBC hatte sich abfällig über das äußere Erscheinungsbild der 28-Jährigen geäußert und gesagt, sie sei „kein Hingucker“.


„Ja, ich bin nicht blond. Habe ich jemals davon geträumt, einen Modelvertrag zu bekommen? Nein, sorry. Habe ich jemals davon geträumt, Wimbledon zu gewinnen? Ja, absolut“, sagte Bartoli, die sich beim Champions Dinner am Sonntagabend in einem schwarzen Glitzerkleid und Stiefeletten gezeigt hatte.

Beim Kurznachrichtendienst Twitter war ein wahrer „Shitstorm“ über sie hereingebrochen. Hauptkritikpunkte waren Bartolis vollschlanke Figur und ihre Spielweise. Die meisten der Kommentare gingen unter die Gürtellinie.


Bereits vor einigen Jahren hatte Bartoli auf die Frage, warum sie kaum Sponsoren finde, geantwortet: „Vielleicht bin ich nicht blond genug.“ Die Weltranglistensiebte hatte am Samstag bei ihrer 47. Grand-Slam-Teilnahme ihren ersten Major-Titel gewonnen. Im Endspiel bezwang Bartoli überraschend deutlich Lisicki (Berlin) mit 6:1, 6:4.

SID

Sie hat eine Rasenallergie! Sechs Fakten zu Sabine Lisicki

Sie hat eine Rasenallergie! Sechs Fakten zu Sabine Lisicki

Bum-Bum-Bine, Doris Becker, Sab Fab – in London hat sich Sabine Lisicki in den vergangenen Jahren so manchen Spitznamen erspielt. Alle Jahre wieder zeigt sie in Wimbledon ihr bestes Tennis. Doch wer ist Sabine Lisicki überhaupt? Wir verraten Ihnen sechs wichtige Fakten zu ihr. © dpa
Kindheit: Ihre Eltern Richard und Elisabeth wanderten als Aussiedler aus Polen nach Deutschland ein. Lisicki begann mit sieben Jahren Tennis zu spielen. Sie spricht Deutsch, Englisch und Polnisch. Das Duell mit Mutter Elisabeth wurde ihr schnell zu langweilig, da traf es sich gut, dass der Vater Tennistrainer ist. Mit 14 Jahren wechselte Lisicki von Berlin nach Florida in die Tennisakademie von Trainer-Legende Nick Bolleterie. „Das geschah alles freiwillig, ich musste meinen Papa ja sogar anbetteln, dass er mir Stunden gibt“, erzählte Lisicki in der Talkrunde bei Markus Lanz. Ihr Vater ist bis heute ihre wichtigste Bezugsperson und reist mit ihr auf der Tour. © dpa
Beste Deutsche: 2008 löste sie als Nummer 89 der Welt Martina Müller als beste deutsche Spielerin ab. Ihr bisher höchste Platzierung (Stand 2. Juli 2013) erreichte die aktuelle Weltranglisten-24. am 21. Mai 2012 mit Rang zwölf. In Wimbledon war Lisicki schon zweimal im Viertelfinale (2009, 2012) und je einmal im Halbfinale (2011) und im Finale (2013). Gegen Serena Williams verlor sie beim Stand von 6:2, 1:0 neun Spiele in Folge, konnte das Match aber noch drehen. Mit 210 km/h hält sie den inoffiziellen Aufschlagrekord. © dpa
Rasenallergie: Bei Lisicki wurde neben einer Glutenunverträglichkeit auch eine Rasenallergie festgestellt. Aufhalten lässt sie sich davon aber nicht. © dpa
Alkohol: Die Lust nach Partyexzessen verspürte Lisicki in ihrer Jugend nie. „Ich mag keinen Alkohol. Ich war immer früh im Bett, um am nächsten Tag zu trainieren“, so Lisicki. Tennis ist ihre ganze Leidenschaft: „Es gibt nichts Schöneres, als vor 15 000 Fans auf dem Platz zu stehen.“ Auch eine mögliche Musikerkarriere schlug sie dafür aus. © dpa
Verletzungen: 2010 musste sie wegen einer Knöchelverletzung mehrere Monate pausieren. 2011 starb sie fast an einer Lebensmittelvergiftung, die sie sich bei einem Turnier in China zugezogen hatte. „Es war eine lebensbedrohliche Situation. Ich war extremst dehydriert, fast bewusstlos“, sagte Lisicki damals. © dpa
Hobbies: Vor Wimbledon 2013 schaute Lisicki beim Royal Ascot, einem traditionsreichen britischen Pferderennen südlich von Windsor, vorbei. Während ihrer Reisen auf der Tennis-Tour überredete sie Mama Elisabeth, eine Künstlerin, immer wieder Sehenswürdigkeiten zu besuchen. © dpa

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