Kein Wettbewerb in der Königsklasse?

CL-Rechtepaket: Nur das ZDF bietet mit

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Das ZDF hat noch die Übertragungsrechte bis 2015.

Nyon - Das neue Bieterverfahren der UEFA für die TV-Rechte der Champions League ist eröffnet. Die meisten deutschen Sender zeigen sich zurückhaltend. Nur der derzeitige Rechteinhaber prescht mutig voran.

Die Champions League ist für TV-Sender ein absoluter Quotengarant, aber auch ein sehr teurer Spaß. Bei dem gerade begonnenen Bieterverfahren der UEFA hat sich deshalb nur ein Sender bisher klar positioniert. „Das ZDF hat großes Interesse, auch zukünftig die Champions League zu zeigen“, sagte Sportchef Dieter Gruschwitz der Nachrichtenagentur dpa und kündigte an: „Wir werden ein Angebot abgeben.“ Konkurrenz könnte am ehesten von der ARD kommen, die Privatsender halten sich vor allem angesichts der hohen Kosten und der fehlenden Refinanzierung zurück.

ZDF freut sich über bisherigen Erfolg

Bis zum 27. November läuft die Frist bei Team Marketing. Bis dahin will der Vermarkter der UEFA die Angebote der deutschen Interessenten für die Spielzeiten 2015/16 bis 2017/18 haben. Derzeit kosten die Rechte für das frei empfangbare Fernsehen geschätzte 48 Millionen Euro pro Saison im Wettbewerb der besten Clubmannschaften.

Das ZDF hat Sat.1 2012 als Champions-League-Sender abgelöst und ist hochzufrieden. „Das erste Jahr war sehr erfolgreich, nicht nur bei den Live-Spielen selber, sondern auch bei der Strahlkraft auf andere Sendungen“, erklärte Gruschwitz. Vor allem dank Bayern München und Borussia Dortmund verzeichnete das Zweite Rekordwerte, die auch der öffentlich-rechtlichen Konkurrenz aufgefallen sind.

„Wir schauen uns das in Ruhe an“, sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky zu der Ausschreibung: „Ob wir ein Angebot machen, werden wir in den nächsten Wochen entscheiden.“ Das Erste hat - genau wie das ZDF - den Vorteil, dass an anderer Stelle unfreiwillig gespart wird: Die Fernsehrechte für die Qualifikationsspiele zur EM 2016 und zur WM 2018 sind im Juni nicht an die öffentlich-rechtlichen Sender, sondern an RTL gegangen.

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Entsprechend sieht die Lage bei RTL aus. Der Privatsender erweckt nicht den Eindruck, als ob übermäßiges Interesse an einem Bieter-Wettkampf mit dem ZDF besteht. Nach dem spektakulären Coup mit den Länderspielen dürfte der Etat für Sportrechte ausgeschöpft sein. „Wir schließen das nicht definitiv aus“, sagte RTL-Sprecher Matthias Bolhöfer: „Die Champions League gehört zu den besonders interessanten TV-Rechten, aber wir haben uns durch den Erwerb der Qualifikationsspiele bereits eindeutig positioniert.“

Unwahrscheinlich scheint auch ein konkurrenzfähiges Gebot der ProSiebenSat.1 Media AG, die bei der bisher letzten Ausschreibung vom ZDF überboten worden war. „Wir sind immer an attraktiven Sportrechten interessiert“, heißt es bei ProSiebenSat.1. Aber Geschäftsführer Zeljko Karajica hatte dem Fachmagazin „Sponsors“ vor einiger Zeit gesagt: „Die Denke 'Sport kostet Geld und man muss sich diesen eben einfach leisten wollen' können wir uns nicht erlauben. Rechte müssen refinanzierbar sein.“ Genau hier liegt für alle Privatsender das Problem, und deshalb erhielt zuletzt das ZDF den Zuschlag.

Für die Pay-TV-Pakete bieten wird Sky, auch wenn der Sender sich offiziell nicht äußern will. Denn die Champions League ist - neben der Bundesliga - essenziell für den Bezahl-Sender. Die UEFA bietet beim Wettbewerb der besten Clubs eine sehr große Exklusivität, die für den Premiere-Nachfolger besonders wichtig ist. So ist in der derzeitigen Gruppenphase von vier Spielen mit deutschen Mannschaften nur eins beim ZDF zu sehen, die anderen drei Partien mit Bundesliga-Beteiligung gibt es nur für Sky-Kunden.

dpa

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